FDP-Politiker Bahr zur Familienpolitik:"In Deutschland kriegen die Falschen die Kinder"
Nach Ansicht des FDP-Bundesvorstandsmitglieds Daniel Bahr braucht Deutschland mehr Kinder aus Akademiker-Familien.
"In Deutschland kriegen die Falschen die Kinder. Es ist falsch, dass in diesem Land nur die sozial Schwachen die Kinder kriegen", sagte Bahr der "Bild am Sonntag". Deutschland gebe viel Geld aus, um sozial schwachen Familien zu helfen. Die Politik habe dagegen versagt, Akademiker bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches zu unterstützen.
Berufstätige Mütter nicht benachteiligenDer 28-jährige Bundestagsabgeordnete verwies auf Studien, nach denen sich rund 80 Prozent der deutschen Studentinnen mindestens ein Kind wünschen. Dennoch seien 44 Prozent der Akademikerinnen zwischen 35 und 39 Jahren in Westdeutschland kinderlos. Um Anreize für Akademikerinnen zu schaffen, solle sich die Steuerpolitik künftig an der Familie ausrichten, forderte Bahr. So gehöre die Steuerklasse Fünf abgeschafft, "damit berufstätige Ehefrauen wirklich Geld auf dem Konto haben".
Kosten für Haushaltshilfen absetzenStatt des bisherigen Ehegattensplittings schlägt Bahr ein "Familienrealsplitting" vor. Damit würden alle entlastet, die Kinder haben - auch Alleinerziehende. Zudem verlangt der Ex-Vorsitzende der Jungliberalen, dass die Kosten für Haushaltshilfen in Deutschland bis 12.000 Euro im Jahr absetzbar sein müssten. In Frankreich sei dies der Fall und dort bekämen sehr viel mehr Frauen mit Hochschulabschluss Kinder.
Mehr Akademikerkinder = bessere Pisa-ErgebnisseEine allgemein steigende Geburtenrate allein helfe nicht weiter, begründete Bahr seinen Vorstoß. Dass so wenig Kinder in Akademikerfamilien aufwüchsen, ziehe weitere Probleme nach sich. So hänge laut Pisa-Studie in Deutschland der Lernerfolg eines Kindes stark vom Bildungsniveau der Eltern ab. Wenn Hochschulabsolventinnen künftig mehr Kinder bekämen, stünde Deutschland auch bei der Pisa-Studie besser da.
Stand: 23.01.2005 12:47 Uhr/Quelle:www.ard.de

