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GEZ und Handy
 
Geschrieben von Redwood am Montag, 17. Januar 2005

Nachrichten und Aktuelles Nicht nur für Computer werden in Zukunft GEZ-Gebühren fällig, auch das Handy fällt unter die Neuregelung der Rundfunkgebühr.
Es wurde in letzter Zeit viel berichtet über die neue GEZ-Gebühren für Computernutzer. Waren bisher Computer nur dann GEZ-pflichtig, wenn eine TV-Karte eingebaut war, so sollte nach dem neuen Entwurf bereits der mögliche Zugriff auf TV und Radio via Internet gebührenfplichtig werden. Schon ab April 2005 wird nun diese neue Regelung für Privathaushalte in Kraft treten, für Unternehmen ab 2007.

Was in der laufenden Diskussion jedoch selten erwähnt wird, ist die Tatsache, dass auch Mobiltelefone unter die Neureglung fallen. Handys mit integriertem FM-Radio werden schließlich immer häufiger und auch das Fernsehen soll in den nächsten Jahren die Handys erobern.

In Japan und Südkorea gibt es das digitale Handy-Fernsehen schon eine Weile und seit Juli kann man in Berlin - mit dem passenden TV-Handy - N24, Eurosport, Viva Plus und andere Sender empfangen. Möglich macht es der DVB-H-Standard (Digital Video Broadcasting for Handhelds) für Digitalfernsehen im Handyformat. Noch im Verlauf des Jahres sollen auch Köln, Hannover, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt fürs Handyfernsehen gerüstet sein.

Ob sich das TV-Handy aber durchsetzen wird, bleibt fraglich. In den USA gaben in einer neusten Studie des Marktforschungsinstituts "Lyra Research" 53 Prozent der 1.361 befragten Handybesitzer an, kein oder kaum Interesse an einer TV-Funktion zu haben. 32 Prozent sind nur wenig interessiert und lediglich 14 Prozent sind sehr von Handyfernsehen begeistert.

Die fast parallel mit dem Handy-TV in Deutschland eingeführte GEZ-Gebühr könnte die Attraktivität des neuen Dienst zusätzlich verringern. Dies um so mehr, als zu der GEZ-Gebühr, die ja nur für das öffentlich rechtliche TV-Programm gilt, sicher noch Kosten für die privaten Sender kommen werden. Im Gespräch sind TV-Abos von bestimmten Sendern oder Bezahlung nach dem "Video on demand"-System, also Bezahlung einzelner Inhalte.

Von solchen Bezahlmethoden abgesehen, wird den privater Sender aber auch sicher noch die eine oder andere Möglichkeit einfallen, mit Handy-Fernsehen Geld zu machen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Herunterladen des Lieblingsvideos, einem interaktiven Voting, Bestellung von Klingeltönen und Logos (z.B. aus der aktuell laufenden Soap), Flirt-SMS, die live im TV-Programm im Ticker durchs Bild laufen und ähnlichen kostenpflichtigen Angeboten. Dagegen werden die GEZ-Gebühren wohl eher mager ausfallen, denn betroffen ist nur, wer weder Fernseher noch Radio besitzt oder genauer gesagt bei der GEZ gemeldet hat.

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