Studie belegt: Jugendgewalt wird in der Familie produziert
Eigentlich nichts wirklich Neues aber nun auch belegt durch eine Studie des
kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, welches die größte Befragung von
Neuntklässlern durchführte.
Tatsächlich aber hat die Gewalt unter Jugendlichen in den letzten 10 Jahren nicht
zugenommen, es werden nur mehr Gewalttaten angezeigt.
Gewalt werde von den Jugendlichen nicht mehr in dem Maße früherer Zeiten akzeptiert, sagte
der Institutsleiter. "Gewalt wird in Familien produziert" sagte er weiter. In absoluten
Zahlen nehme sie zwar ab, seit sie im Jahr 2000 verboten wurde. Aber immer noch gab jeder
fünfte Jugendliche an, im Jahr vor der Befragung mindestens eine Ohrfeige gefangen zu
haben. 5,7 Prozent wurden zu Hause Opfer schwerer Gewalt, etwa von Fausthieben. Ebenso
werde an den Schulen jeder Fünfte geschlagen oder getreten.
Mehr als jeder achte Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren gab zu, selbst eine Gewalttat
begangen zu haben. Das größte Problem sind Jungen mit geringer Bildung . Hierzu gehören
besonders viele Migranten, die schon zu Hause das "Machogehabe" lernen.
Traurigerweise ist die Ausländerfeindlichkeit erschreckend groß. Jeder siebte Jugendliche
hat in hohem Maße ausländerfeindliche Einstellungen. Von den Jungen bekennen sich etwa 5
Prozent offen, Mitglied in einer rechten Gruppe oder Kameradschaft zu sein. Allerdings sind
die regionalen Unterschiede sehr groß, sowohl im Osten, wie auch im Westen. Es gebe
Gegenden in denen sich kein Jugendlicher zum Rechtsextremismus bekannte.
Bundesinnenminister Schäuble erklärt sich die Erfolge der Rechten mit deren attraktiven
Freizeitangeboten und stellt fest: "Es muss und wird mehr geschehen". Er setzt auf
Prävention und möchte die ganze Gesellschaft in die Pflicht nehmen, nicht nur den Staat. Er
begrüßte zudem die gewachsene Bereitschaft Gewalt anzuzeigen und wertete die eher
rückläufige Gewalt an den Schulen als Zeichen, dass die Integration von Migranten "in der
Breite besser wird".


