Der zuständige Minister im Kabinett von Tony Blair will die Namen säumiger Alimentezahler künftig online nennen lassen. Sogar über elektronische Fußfesseln für Schuldner, Ausgangssperren und das Einbehalten von Reisepässen denkt der Minister nach.Einen "mächtigen Denkzettel" wolle er abwesenden Eltern verpassen, die "dem Rest von uns den Stinkefinger zeigen, indem sie nicht bezahlen", sagte John Hutton laut der britischen Zeitung "Daily Telegraph". Der Minister für Arbeit und Renten will Beamten, die solche säumigen Zahler verfolgen, das Recht zur öffentlichen Anprangerung geben
Im Laufe der Woche, so der "Daily Telegraph", werde Hutton einen Entwurf zur Abschaffung der sogenannten Child Support Agency (CSA) vorlegen. Diese Behörde ist seit 1993 für das Eintreiben von nicht geleisteten Unterhaltszahlungen zuständig, gilt aber als ineffizient.
Hutton will nun eine neue, schlankere Behörde schaffen, die sich nur noch um besonders schwere Fälle kümmern soll. Bis dahin sollen die Möglichkeiten der bisherigen CSA erweitert werden. Hartnäckige Nicht-Zahler könnten zum Beispiel auch "elektronisch markiert" oder mit Ausgangssperren belegt werden, so der "Daily Telegraph". Sogar das Einbehalten von Reisepässen wird demnach erwogen. Hutton sagte auch, man werde unter Umständen Geld direkt von den Konten der Übeltäter einziehen.
"Das Leben ungemütlich machen"
"Wir müssen das Leben für abwesende Eltern, die nicht für ihre Kinder bezahlen, ungemütlich machen", so der Minister.
Während sein Amtsvorgänger den Plan als "brilliant" begrüßte, ist die Opposition im britischen Parlament nicht von Huttons Vorschlägen begeistert. Sein Tory-Widerpart Philip Hammond sagte dem "Daily Telegraph", Hutton werbe für "Gimmicks", anstatt die eigentlichen Probleme der Behörde anzugehen. Eine Sprecherin der Liberaldemokraten sagte, der Plan könne auch nach hinten losgehen: "Eine Liste mit Namen von Leuten wäre vermutlich völlig ineffektiv und würde womöglich von so Manchem eher als Ehrenabzeichen betrachtet.
cis
Quelle: www.spiegelonline.de

