Das weiß die Schufa über Sie
Die Bank gibt kein Geld mehr auf Pump, das Versandhaus liefert keine Ware gegen Rechnung, und der Mobilfunkanbieter verweigert den Handy-Vertrag: So geht es jedes Jahr rund fünf Millionen Deutschen.
Grund dafür ist oft eine negative Schufa-Auskunft über den Verbraucher. „Wer Rechnungen oder Darlehensraten nicht bezahlt, erhält bei der Schufa einen negativen Eintrag – und hat damit auch Kredit bei anderen Unternehmen verspielt“, warnt Helga Springeneer von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Wir erklären, welche Daten die Schufa über Sie speichert - und wer die Daten einsehen kann.
Was ist die Schufa?
Der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) sind 4500 Unternehmen angeschlossen: Banken, Sparkassen, Mobilfunkbetreiber, Versandhäuser und Kreditkartenunternehmen. Sie melden der Schufa, wenn jemand einen Handy-Vertrag abschließt, ein Bankkonto einrichtet oder einen Kredit aufnimmt, und informieren sie auch, wenn jemand nicht zahlt. Insgesamt hat die Schufa 360 Millionen Kreditdaten von 62 Millionen Deutschen - und gibt sie auf Anfrage an die angeschlossenen Unternehmen ab.
Welche Daten werden genau gespeichert?
Die Datenbank der Schufa enthält Infos über
- Girokonten,
- Dispo-Kredite,
- Versandhauskonten,
- laufende Mobilfunk-,
- Leasing- und Kreditverträge inklusive Kredithöhe, Laufzeit, und Ratenhöhe.
Die Infos werden drei Jahre gespeichert und dann gelöscht. Daten über Einkommen oder Vermögen erfaßt die Schufa nicht.
Welche Daten werden weitergegeben?
„Grundsätzlich geben wir Informationen nur dann ab, wenn ein Verbraucher zustimmt“, erklärt Schufa-Sprecher Stefan Horst.
Das muß man zum Beispiel gegenüber seiner Bank bei einer Kontoeröffnung oder beim Abschluß eines Kreditvertrags. „Ohne die Unterschrift unter die sogenannte Schufa-Klausel gibt's für den Kunden keinen Kredit“, sagt Verbraucherschützerin Springeneer.
Durch die Schufa-Anfrage erfährt die Bank nicht nur, ob ein Kunde in letzter Zeit einen Kredit oder eine Rechnung hat platzen lassen, sondern noch viel mehr. Zum Beispiel wie viele Girokonten, Kreditkarten oder Kreditverträge der Kunde sonst noch hat. Horst: „Die Höhe laufender Kredite wird gespeichert und steht auch in der Auskunft. Nicht gespeichert wird aber Kontostand oder die Höhe der letzten Bestellung bei einem Versandhaus auf Rechnung.“
Vergibt die Schufa Noten?
Bei Anfragen liefert die Schufa nicht nur Daten, sondern auch sogenannte Scores über Kunden.
„Das sind Noten von 1 bis 1000, an denen sich zum Beispiel Banken bei der Kreditvergabe orientieren“, so Verbraucherschützerin Springeneer. „Einige Banken haben zudem noch ein eigenes Kundenbewertungssystem. Insgesamt gilt: je höher die Punktzahl, desto kreditwürdiger der Kunde. Und je geringer sein Score, desto mehr Zinsen verlangt eine Bank für einen Kredit – wenn sie ihn nicht gleich verweigert.“
Wie funktioniert das Notensystem der Schufa?
Wie die Schufa die Scores errechnet, ist ihr Geheimnis. „In die Scores gehen nur Daten ein, die für die Kreditvergabe wichtig sind“, beteuert Schufa-Sprecher Horst. Dazu zählt auch, wie häufig ein Verbraucher einfach nur bei verschiedenen Banken nach einem Baukredit gefragt hat, ohne je einen Darlehensvertrag abgeschlossen zu haben. „Wer sich von vielen Banken Kreditangebote einholt, verschlechtert seinen Score und bekommt von Bank zu Bank schlechtere Angebote und im Extremfall von der sechsten Bank gar kein Angebot mehr“, warnt die Verbraucherschützerin. „Dabei hat sich durch die Kreditanfragen nichts an der Kreditwürdigkeit des Kunden geändert.“
Eher negativ wirken sich auch häufige Wohnungswechsel aus. „Auch wer viele Kreditkarten unterschiedlicher Banken hat, erhält schlechtere Noten. Solche Kunden stehen offenbar im Verdacht, ihren Kreditrahmen weit auszuschöpfen“, so Springeneer. Damit sinken Score - und Kreditwürdigkeit.
Können Verbraucher ihre Daten einsehen?
Das geht über eine Eigenauskunft, die man bei der Schufa beantragen kann. Einfach ein Formular unter www.meineschufa.de ausfüllen und absenden. Kosten der Abfrage: 7,60 Euro. Der Score-Wert kostet drei Euro Grundgebühr und einen Euro pro Abfrage extra.
Quelle: BILD

