Hauptmenü

Buchtipps
Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken


Details...



Das Leid der Mondbären
 
Geschrieben von sylvie am Dienstag, 13. Dezember 2005

Was man dringend mal lesen sollte

Welchem Zweck dient Bärengalle?  





Bären sind die einzigen Säugetiere, die große Mengen an Gallensäure produzieren. Die Fachbezeichnung hierfür lautet Ursodeoxycholicsäure (UDCA), die seit etwa 3.000 Jahren in der traditionellen östlichen Medizin eingesetzt wird. Diese Substanz entzieht dem Körper Wärme und wird daher benutzt, hitzebezogene Krankheiten zu heilen wie z. B. Fieber, Leberbeschwerden und Augenentzündungen. 






Viele angesehene Mediziner betonen, dass Bärengalleprodukte durch pflanzliche oder synthetische Alternativen ersetzt werden können. Diese sind billiger, können schneller hergestellt werden und sind ebenso effektiv. Einige alt-traditionelle Heilpraktiker halten jedoch an den tierischen Produkten fest - synthetischen Stoffen trauen sie keine Heilkräfte zu, da sie nicht auf natürliche Weise entstanden sind und zudem nicht die „Kraft der Bären" enthalten.





Bärenfarmen in China





In China begann die Haltung von Bären auf Farmen in den frühen 1980er Jahren, als chinesische Wissenschaftler ein Verfahren übernahmen, das in Nordkorea zur Galleextraktion bei lebenden Bären entwickelt worden war. Man glaubte, auf diese Weise die lokale Nachfrage nach Galle zu befriedigen und erhoffte sich davon einen Rückgang bei der Tötung wild lebender Bären, die wegen ihrer Gallenblasen und anderer Körperteile gewildert wurden. Leider geriet die Situation, aus welchen Gründen auch immer, außer Kontrolle und in den frühen 90er Jahren gab es bereits über 400 Bärenfarmen mit mehr als 10.000 gefangenen Bären.

Pläne existierten, die Zahl der Bärenfarmen auf 40.000 im Jahr 2000 zu erhöhen. Aber nachdem diese grausame Industrie international bekannt wurde und Jill Robinson 1993 intervenierte, stimmte man erstmals zu, die Anzahl der Farmen um 30 Prozent zu reduzieren. Dies war auch der Versuch, eine Praxis in den Griff zu bekommen, die zunehmend der Kontrolle entglitt.

Nach letzten offiziellen Angaben der chinesischen Behörden gab es 1999 7.002 Bären auf 247 Farmen in ganz China. Trotzdem werden Bären noch immer wegen ihrer Gallenblasen von illegalen Jägern gewildert und in einigen Fällen auch zu dem Zweck, die Anzahl der Farmbären aufzustocken.

Die steigende Nachfrage nach Körperteilen von Bären und der Verlust ihrer natürlichen Umgebung haben dazu geführt, dass ihr Bestand beängstigend zurückgeht. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass es weniger als 16.000 wild lebende Bären in China gibt.

Seitdem in den frühen 80er Jahren Bärenfarmen eingeführt wurden, gibt es eine „Entwicklung“ von Farmpraktiken und Techniken zur Galleextraktion. 1996 wurden von der chinesischen Regierung neue Richtlinien erlassen, die die Verwendung rostfreier Stahlkatheter verbieten und eine minimale Käfiggröße vorschreiben. Aber viele Farmer waren aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, diese Vorgaben umzusetzen, oder setzten sich einfach über die neuen Gesetze hinweg. Nach den geänderten Richtlinien gilt die „frei tropfende“ Technik als die einzige legale Methode der Galleextraktion: Sie erfordert eine Operation, bei der eine Öffnung oder Fistula im Bauch zugefügt wird, durch die Gallenflüssigkeit austreten kann. Obwohl die Technik als „human“ propagiert wird und ästhetisch gefälliger scheint als ein Metallkatheter, haben Nachforschungen und tierärztlichen Untersuchungen gezeigt, dass sie genauso inhuman, wenn nicht sogar noch inhumaner als die alten Methoden ist und eine hohe Sterblichkeitsrate auf den Farmen bewirkt.

Selbst auf großen Farmen, die die Käfiggröße sogar noch erweitert haben und die ihren Bären einen begrenzten Zutritt zu einem Außenbereich gewähren, leiden die Tiere und sterben unter unvorstellbaren Schmerzen an Infektionen, die durch die „frei tropfende“ Technik verursacht werden.

Im Juli 2000 gelang ein großer Durchbruch, als Animals Asia ein Abkommen mit der China Wildlife Conservation Association (CWCS) unterschrieb, einer Abeilung der Staatlichen Forstverwaltung, um 500 Bären aus den schlimmsten Farmen der Provinz Sichuan zu retten und ein Schutzgehege zu errichten, in dem diese Tiere sicher und glücklich den Rest ihres Lebens verbringen können.

Ein Ergebnis dieses Abkommens ist es, dass Animals Asia mit den chinesischen Behörden zusammenarbeitet, um die Bären zu befreien, Rettungsstationen zu bauen, die Zahl der Farmen zu reduzieren, die Lebensbedingungen der auf den Bärenfarmen noch verbleibenden Bären zu verbessern, und die im Überfluss vorhandenen und nicht gefährdeten pflanzlichen und synthetischen Alternativen zur Bärengalle zu propagieren.

Ganz wichtig ist das langfristige Ziel dieses Abkommen mit den chinesischen Behörden - die Beseitigung aller Bärenfarmen.





 Techniken zum Abzapfen von Gallensaft





Seit dem Aufkommen der Bärenfarmen in den frühen 1980er Jahren wurden verschiedene, schockierende Techniken zum Abzapfen von Bärengalle entwickelt und angewandt.

1. Latexkatheter

Ein enger Latexschlauch wird unter der Haut verlegt und operativ mit der Gallenblase verbunden. Der Farmer entnimmt die Galle durch das Ende des Latexschlauches, das kurz über dem Oberschenkel aus der Haut des Bären heraustritt. Animals Asia hat einige Bären mit solchen „altmodischen Latexkathetern“ übernommen. Da diese Technik Mitte der 80er Jahre abgelöst wurde, müssen wir davon ausgehen, dass die betreffenden Bären seit 20 Jahren in Käfigen eingesperrt waren.

Das größte „Problem“ bei der Verwendung von Latexkathetern bestand darin, dass sie sehr leicht mit Gallengranulat oder anderen Materialien verstopften, und daher nicht als effektive Methode gewertet wurden. Als Folge trat eine weitere Technik in Erscheinung, die man als altertümlich bezeichnen muss.


2. Metallkorsette


Ein Latexschlauch wird mit einem Flüssigkeitsbeutel in einer Metallbox verbunden, die wiederum so in ein Metallkorsett eingearbeitet ist, dass die Box unter dem Bauch des Bären fest fixiert wird. Die Galle tropft nun durch den Schlauch in den geschützten Flüssigkeitsbeutel, der alle zwei Wochen von dem Farmer geleert wird.

Erst Anfang 2004 entdeckten wir zwei Farmbären in Tianjin, die unter dieser entsetzlichen Technik litten. Zusätzlich zu den offensichtlichen Infektionen und Schmerzen verursachen die ca. 10 kg schweren Metallkorsette massiven Haarverlust und führen zu Hautirritationen am ganzen Körper. Auch für den Farmer war diese Abzapfmethode sehr gefährlich. Denn um die Galle aus dem Flüssigkeitsbeutel zu entfernen, musste er zunächst unter den Käfig kriechen und eine ganze Weile dort bleiben, um die Metallbox zu öffnen, in der sich der Beutel befindet. All diese Probleme führten dazu, dass die Verwendung von Metallkathetern verstärkt zum Einsatz kam.



3. Metallkatheter

Die Länge eines Katheters variiert von 13 bis 19 cm. Er wird operativ in die Gallenblase des Bären implantiert und ermöglicht den Farmern, den Bären täglich Galle abzuzapfen. Um die Bären zu melken, werden sie dazu verlockt, sich flach auf den Boden des Käfigs zu legen, um so an das Futter zu gelangen, das ihnen in einer flachen Schale angeboten wird. Dabei ist es dem Farmer möglich, an den Bauch des Bären und den Katheter heranzukommen. Oft wurde dabei ein Quetschgitter aus Metall auf den Bären herabgedrückt, der dadurch in dieser flachen Position verharren musste, bis der Farmer die Galle abgezapft hatte. In vielen Fällen haben sich die Farmer nicht einmal die Mühe gemacht, das Quetschgitter wieder nach oben zu ziehen. Es war entsetzlich, wie viele Bären wir sehen mussten, die dadurch ständig in eine flache, kauernde Haltung gezwungen waren. Diese Bären mussten in den Käfigen über Jahre mit flach auf den Boden des Käfigs gepressten Körpern verharren.


4. „Frei tropfende” Technik


In den vergangenen Jahren haben chinesische Bärenfarmer eine neue und angeblich humane, „frei tropfende“ Methode der Galleextraktion eingeführt.
Diese Methode verwendet keine Katheter, sondern eine permanente Öffnung, auch Fistula genannt, die brutal in den Bauch des Bären und die Galle geschnitten wird, und aus der die Galle dann „frei heraustropft“.

Bei dieser Art der Galleextraktion werden die Bären genauso behandelt wie bei der Verwendung von Metallkathetern. Um an Futter oder Honig zu kommen, müssen sich die Tiere flach auf den Boden des Käfigs legen. Währenddessen stößt der Farmer einen nicht sterilen Schlauch in die Gallenblase und zerstört dabei die empfindliche Membran, die sich über der Öffnung gebildet hat. So kann die Galle dann in eine Schale fließen, die sich unter der Körperöffnung befindet.

Die Schäden, die durch die in den Bauchraum austretende Galle entstehen, zusammen mit der Entzündung der permanenten Öffnung sind mindestens genauso schlimm wie die der alten Methoden und bewirken eine hohe Sterblichkeitsrate auf den Farmen.

Es ist kaum zu fassen, aber unsere leitende Tierärztin hat im Zusammenhang mit den notwendigen Operationen festgestellt, dass etliche der von uns geretteten Bären Opfer aller beschriebenen Methoden zum Abzapfen von Galle waren.

Quelle: Animal Asia

Login
Benutzername:

Passwort:



Einstellungen



Artikel Bewertung
Ergebnis: 0
Stimmen: 0

Bitte nimm Dir die Zeit und bewerte diesen Artikel:
Excellent
Sehr gut
Gut
Okay
Schlecht


Verwandte Links

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Was man dringend mal lesen sollte:


die letzten 5 Artikel

Artikel-Archiv

Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren, alles andere © 2003 - 2008 by Alleinerziehend.info