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Freunde… oder Fraß?
 
Geschrieben von sylvie am Samstag, 10. Dezember 2005

Was man dringend mal lesen sollte

Verzehr von Hunden & Katzen  

In einigen Ländern Asiens wie Hongkong, den Philippinen und Taiwan ist das Verzehren von Hunden verboten. Dennoch gibt es Beweise dafür, dass diese Gewohnheit in China - dem größten Hunde essenden Land der Welt - weiter im Vormarsch ist.


Delikatess-Katzen in China  »Hüpfender Braten«

Die Restaurantgäste besichtigen die Käfige und wählen sich »ihre« Katze aus - ähnlich wie man in deutschen Fischrestaurants den Hummer vor den Augen der Gäste aus dem Aquarium holt. Der Koch schneidet der Katze die Kehle durch, zieht das Fell ab, wirft sie in siedendes Wasser, hängt den Körper an einen Haken und brät ihn mit einem Schweißgerät knusprig.

In manchen Restaurants in Peking werden Katzen sogar lebendig gebraten - unter dem Namen »Choi Dong Tsai« (»hüpfender Braten«) stehen junge Katzenkinder auf der Speisekarte. Den Tieren wird das Fell rasiert, dann hackt man ihnen bei lebendigem Leib Schwänzchen und Pfötchen ab, um sie dann mit Öl zu übergießen und bei lebendigem Leibe wie rohe Steaks auf dem heißen Stein zu braten. Der Volksmund sagt: »Katzen haben sieben Leben«. Entsprechend lange dauern die Qualen - die verstümmelte Katze schreit und zappelt vor Qualen, während das Blut aus den klaffenden Wunden läuft und schwarzer Rauch von ihrer gerösteten Haut aufsteigt.

Für die Restaurantgäste ist das eine Gaudi: Sie machen die zappelnden Bewegungen der Katze nach: »In einem verzweifelten Versuch, ihr Leben zu retten, zucken die kleinen Tiere in furchtbaren Krämpfen und wollen von der glühenden Platte springen. Doch die Gäste lachen sich über ihren Todeskampf halb kaputt, machen mit Armen und Beinen die hilflosen Bewegungen der Kätzchen höhnisch nach! Minutenlang weiden sich die perversen Zuschauer am entsetzlichen Leiden der gequälten Kreaturen, bis der Tod die kleinen Kätzchen endlich von ihren schrecklichen Qualen erlöst. Und wenig später stechen die dicken Chinesen mit ihren Gabeln ins gebratene Katzenfleisch...«. (Bericht des COUPÉ-Reporters Reinhard Greven aus Peking)

Hundefleisch

Hunde werden in Hundefarmen unter erbärmlichsten Bedingungen in Drahtkäfigen gehalten.

Drei gefangene Hunde warten auf ihr SchicksalDer scharfe Draht schneidet ihre Pfoten auf, als Maulkorb wird ihnen eine alte Blechbüchse umgebunden. In diesen Käfigen werden die Tiere oftmals hunderte von Kilometern transportiert - ohne Essen, ohne Wasser, in glühender Hitze, um auf einem Marktplatz als lebendige Fleischlieferanten angeboten zu werden.

Dort stehen sie nun in ihren Käfigen, bis ein Käufer kommt. Der Hundehändler stößt die Hunde mit einem Stock um dem Käufer zu zeigen, dass die Tiere noch leben und das Fleisch frisch ist. Dann wird der Hund an den Vorderpfoten gepackt, in einem Sack gesteckt und zum Schlachter getragen, der dem Tier mit einem Messer die Kehle aufschneidet, in der Hoffnung, die Hauptvene zu treffen. (Quelle: International Wildlife Coalition in the United Kingdom)

Im Feinschmeckerrestaurant »Hunde-Fleisch-König« in Peking stehen 24 Gerichte auf der Speisekarte, von Hundepenis bis Hundepfoten. Hundehaut, die wie Kaugummi schmeckt, gibt es für 40 Yuan.






Die Recherchen der Animals Asia Foundation

Schätzungen zufolge werden jährlich zwischen 10 und 20 Millionen Hunde in China gegessen. Viele werden bewusst langsam und grausam geschlachtet, in dem Glauben, dass die Qual der Tiere den Geschmack ihres Fleisches verbessert. Aber bereits vor ihrem Tod leiden alle unter dem Stress und den Missständen der Massentierhaltung, lange bevor sie auf unterschiedliche Weise getötet werden, selten schnell und würdig.

Die Mitarbeiter von Animals Asia haben ankommende Lastwagen gesehen, die mit bis zu 2.000 Hunden beladen auf dem Markt für Wildtiere in Guangzhou ankamen. Diese armen Lebewesen verbrachten drei Tage und drei Nächte zusammengequetscht in engen Käfigen, ohne sich bewegen zu können, ohne Futter, Wasser oder Schutz. Dann werden die Tiere von einem Mann mit Metallzangen brutal am Genick aus den Käfigen gezogen und in einen Pferch gestoßen. Hier kämpfen sie aus Angst, Hunger und Verzweiflung um ihr Überleben, während sie längst ein grauenhaft langsamer Tod erwartet, um die Restaurants in Guangzhou mit Fleisch zu versorgen.

Krankheiten wie Parvovirose, Hundestaupe oder Leptospirose gehen um und breiten sich wie Lauffeuer unter den Hunden aus, deren Immunsystem bereits durch Depression und Hunger geschwächt ist. Oft sehen wir eine große Anzahl toter oder kranker Hunde und Katzen, die man einfach aus den Käfigen gezogen und zur Seite geworfen hat.

Der Handel mit Hundefleisch wird zunehmend industrialisiert und in einigen Provinzen sogar von der Regierung unterstützt. Dort hat man den Bau großer Hundefarmen und den Import groß gewachsener, freundlicher Hunderassen wie z.B. der Bernhardiner-hunde gefördert, um sie mit chinesischen Mischlingen zu kreuzen und so schnell heranwachsende, sanftmütige „Fleisch-Hunde“ zu produzieren, die bereits nach vier Monaten geschlachtet werden können. In großen Buchhandlungen gibt es ganze Abteilungen mit Büchern und Video-CDs über Hundefarmen, die grauenhafte Schlachtmethoden empfehlen - geleitet von dem Irrglauben, dass das Fleisch um so besser schmeckt, je mehr der Hund leidet. Als Folge davon gibt es in einigen Supermärkten immer mehr luftdicht verpacktes oder in Dosen konserviertes Hundefleisch. Nahrungsmittel?

Nachforschungen haben auch gezeigt, dass das Fell der geschlachteten Hunde inzwischen auf lokalen und internationalen Märkten angeboten und als Fellbesatz bei Modeartikeln oder Schlüsselanhängern und Haarspangen verarbeitet wird.

Animals Asia hat die Argumente geprüft, die vom kulturellen Verweis bis hin zu der Aussage reichen, dass das Essen von Hundefleisch sich nicht vom Verzehr anderer gezüchteter Tiere wie Schweine, Hühner oder Rinder unterscheide, solange das Tier nicht leide. Trotzdem sind wir davon überzeugt, dass das Befürworten humaner Schlachtmethoden für Hunde nur zu einer Legitimation dieser Praxis führen und die bewundernswerte Arbeit derjenigen asiatischen Länder untergraben würde, die erst kürzlich den Verzehr von Hundefleisch verboten haben. Immer wieder haben Hunde auf der ganzen Welt ihre einzigartigen Qualitäten unter Beweis gestellt und wie wertvoll das Zusammenleben mit ihnen für Menschen ist. Wir sind der Überzeugung, Hunde sollten nicht Bestandteil der menschlichen Nahrung sein.

Die Liste der Grausamkeiten ist unvorstellbar groß. Aber unsere kürzlich auf dem größten chinesischen Internetportal Sina.com durchgeführte Umfrage erbrachte auch 5.000 Antworten die zeigten, dass viele Chinesen es entschieden ablehnen, unsere „besten Freunde“ zu essen.

Aufklärung ist das Schlüsselwort, um das Elend der Tiere zu beenden. Animals Asia braucht Ihre Hilfe, um das Problem mit positiven Programmen wie Doktor Hund auf völlige neue Weise anzugehen – inspirierend und zugleich nachdrücklich, um ein grundsätzliches Überdenken bisheriger Verhaltensweisen in Gang zu bringen.

Fakten:

Hund auf dem Markt mit verschnürten Läufen

  • „Schmerz erzeugt Geschmack”. Wegen dieses Irrglaubens werden mit Absicht solche Methoden bei der Schlachtung angewandt, die das Leiden der Tiere besonders verstärken und verlängern. Dies gilt vor allem bei Hunden und Katzen, die zum Verzehr getötet werden.

  • Auch wenn die Tiere nicht speziell gequält werden, ist die für die Tötung benutzte Methode besonders grausam. Auf den Märkten in China erleiden Hunde und Katzen einen gewalttätigen und langsamen Tod, wenn sie mit Knüppeln auf den Kopf geschlagen, in Hals oder Leisten gestochen, erhängt, mit Stromstößen getötet oder lebend in kochendes Wasser geworfen werden.

  • Viele Annahmen über die positiven Effekte des Verzehrs von Hunden und Katzen widersprechen sich. So werden z.B. in Korea Hunde im Sommer gegessen, um den Körper zu kühlen. In China werden sie im Winter gegessen, um den Körper zu wärmen.

  • Im Gegensatz zu dem was man glaubt, ist in Korea ist das Essen von Hunden ein relativ neues Phänomen und war nie Teil der kulinarischen Tradition. Die Darstellung des Verzehrs von Hunden- und Katzenfleisch als Teil eines Jahrhunderte alten Kulturerbes ist nichts weiter als eine geschickte Marketingstrategie skrupelloser Händler, die einen einfach zu bedienenden Markt ausbeuten wollen.

  • Hunde werden in großer Zahl in China und Korea und in geringerem Maße in Teilen von Kambodscha, Laos, den Philippinen, Myanmar, dem asiatischen Teil der früheren Sowjetunion, Thailand und Vietnam gegessen. In vielen dieser Länder ist diese Praxis erst einige Generationen alt.

  • Katzen werden in China, Korea und einigen Teilen Indonesiens gegessen.

  • ANIMAL PEOPLE schätzt, dass im Jahr 2003 in ganz Asien zwischen 13-16 Millionen Hunde und vier Millionen Katzen für den menschlichen Verzehr geschlachtet wurden.

  • Schätzungen nach sind bis zu 30% der in Korea als Nahrung verkauften Hunde gestohlene Haustiere.

  • Hunde zu essen ist in Hongkong, Korea und den Philippinen verboten. In Taiwan wurde es im Jahr 2001 verboten.

Argumente gegen den Verzehr von Hunden und Katzen:

  • Kultur und Tradition sollten keine Entschuldigung für Grausamkeit sein. Nur weil manche Praktiken Teil einer Kultur sind, macht sie das noch nicht moralisch akzeptabel. So wurde z.B. die Sklaverei früher als ein Grundrecht angesehen, heute hingegen wird sie durchweg als barbarisch verurteilt.

  • Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Hundefleisch den Blutfluss und das “chi" oder die männliche Potenz verbessert, oder die Funktion der Nieren und die Verdauung unterstützt. Es ist erwiesen, dass Fleisch von Hunden nicht nahrhafter als das von Schweinen oder Hühnern ist.

  • Aktuelle Forschungen bei rheumatischer Arthritis haben ergeben, dass auf diesem Gebiet Katzenfleisch keinerlei positiven Behandlungseffekt hat.

  • Eine große Zahl der auf den Märkten angebotenen Hunde trägt ein Halsband. Ein Hinweis darauf, dass sie zuvor Haustiere waren. Das Argument, es gebe zwei Arten von Hunden – Haustiere und Nutztiere – ist hinfällig, da auf den Märkten kein Unterschied gemacht wird und beide als „Fleisch“ betrachtet werden. Man geht auch davon aus, dass es sich bei den angebotenen Katzen zum großen Teil um gestohlene Haustiere handelt.

  • Das Argument, dass für Hunde und Katzen dieselben Regeln gelten sollten wie für Hühner, Rinder oder sogar Frösche, greift nicht. Keine Regierung der Welt hat Richtlinien für das humane Töten von Hunden zu kommerziellen Zwecken erlassen.

  • Ein Tierarzt des Hong Kong Government Agriculture, Fisheries and Conservation Department hat festgestellt, dass es unmöglich ist, Hunde human aufzuziehen und sie dann als Nahrungslieferanten zu schlachten.

  • Hunde und Katzen unterscheiden sich als Fleischfresser in Temperament und Körperbau grundsätzlich von den bekannten Nutztieren, die in intensiver Tierhaltung als Nahrungslieferanten herangezogen werden.

  • Menschen haben historisch gesehen niemals Fleischfresser als Nahrungslieferanten gehalten. Auch deshalb, weil die Aufzucht schwierig ist und ein erhöhtes Risiko für die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf den Menschen besteht.

  • Eine Regulierung des Handels mit Hunden und Katzen wäre nur eine scheinbare Lösung. Denn trotz der Fassade von Respektabilität, die sie dem Verzehr von Hunden und Katzen verleihen würde, ginge das Quälen der Tiere hinter geschlossenen Türen weiter.

Quelle: Animals Asia Foundation

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