Riester kritisiert eigene Zusatzrente
Der ehemalige Sozialminister und Vater der staatlich geförderten Zusatzrente, Walter Riester (SPD), hält die nach ihm benannte Altersvorsorge für verfassungswidrig.
Er halte es „für verfassungsrechtlich bedenklich, dass etwa drei Millionen Selbstständige ausgeschlossen sind“, sagte Riester in einem Interview mit FOCUS. Viele Kleingewerbetreibende oder Freiberufler hätten im Alter gar nichts. „Dabei finanzieren sie durch ihre Steuern die Riesterförderung mit“, so Riester. Der ehemalige Sozialminister fordert deshalb, dass Riesterangebote “allen ab 18 offen stehen“ sollten.
Die Riester-Rente entwickelt sich nach anfänglichen Startproblemen laut FOCUS zum Renner in der privaten Altersvorsorge. Fünf Millionen Bundesbürger haben derartige Verträge abgeschlossen. Dennoch fühlen sich 79 Prozent der Bundesbürger über die Förderung der Altersvorsorge teilweise bis gar nicht informiert. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP. Wie FOCUS unter Bezug auf das Bundesfinanzministerium weiter berichtet, lassen die Bundesbürger dieses Jahr voraussichtlich 2,5 Milliarden Euro an staatlichen Riester-Zuschüssen ungenutzt verfallen.
Quelle: FOCUS
