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Fernsehkonzerne wollen für Satelliten-TV kassieren
 
Geschrieben von sylvie am Donnerstag, 01. Dezember 2005

Verbraucherinformationen

Die Privatsender RTL und ProSiebenSat.1 wollen ihre über Satellit ausgestrahlten Programme Presseberichten zufolge künftig verschlüsseln. Der Empfang wäre dann nur noch mit einem Zusatzmodul möglich. Für Millionen Deutsche würde das Fernsehen teurer. ProSiebenSat.1 hat den Zeitungsbericht unterdessen dementiert.


Frankfurt am Main - Noch bezeichnen sich die Privatsenderketten RTL und ProSiebenSat.1 gerne als "Free TV", um sich von den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Anstalten abzugrenzen.

Zumindest im digitalen Satellitenfernsehen könnte der Empfang der Sender aber bald gebührenpflichtig sein: Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt, verhandeln die Privatfernsehsender RTL und ProSiebenSat.1 schon seit Monaten mit dem Satellitenbetreiber SES Astra über eine Verschlüsselung ihrer Programme.

Würden die Pläne umgesetzt, benötigten Millionen deutscher Fernsehzuschauer ein Zusatzgerät zur Entschlüsselung der Programme, so die Zeitung, die bereits von einer "zweiten Fernsehgebühr" schreibt. Im Gespräch sei zunächst eine Abgabe von drei Euro im Monat.

Ende 2004 hatten bereits rund 4,5 Millionen deutsche Haushalte digitales Satellitenfernsehen. Neuere Marktzahlen liegen noch nicht vor. Bisher soll es noch keine bindende Vereinbarung zwischen den Sendern und SES Astra geben. Doch sind die Verhandlungen laut "FAZ" in einem fortgeschrittenen Stadium. "Die Ankündigung der Pläne ist demnächst denkbar, die Einführung ist für 2007 realistisch", zitiert die Zeitung einen Teilnehmer der Verhandlungen.

Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 hat den Zeitungsbericht über eine geplante Verschlüsselung ihrer Programme unterdessen dementiert. "Wir verfolgen keine derartigen Pläne", sagte eine Konzernsprecherin am Mittwoch.

Wende auf dem Fernsehmarkt

Die Fernsehsender und SES Astra hielten sich auf Anfrage der Zeitung weitgehend bedeckt. Der Satellitenbetreiber lehnte eine Stellungnahme ab. Ein RTL-Sprecher sagte lediglich, die Sendergruppe prüfe "viele Optionen". Eine Sprecherin von ProSiebenSat.1 sagte, das Thema stehe derzeit nicht auf der Tagesordnung.

Beobachter vermuten, dass die Partner die Entscheidung des Bundeskartellamts zur umstrittenen Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den Axel Springer Verlag abwarten wollen. Die Verschlüsselungspläne könnten die Skepsis der Wettbewerbshüter gegenüber dem Geschäft weiter verstärken, hieß es.

Die Verschlüsselung bisher frei empfangbarer Fernsehsender wäre ein Wendepunkt im deutschen Fernsehmarkt. Sie könnte den Wechsel auch der großen Sender weg vom werbefinanzierten und hin zum Pay-TV einleiten. Weil die Werbeeinnahmen schon seit Jahren schrumpfen, suchen die Sender nach neuen Einnahmequellen. Um die zusätzlichen Programmangebote im digitalen Fernsehen zu refinanzieren, sei der Einstieg ins Bezahlfernsehen nötig, heißt es bei vielen Sendern.


Quelle: GMX

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