Akupunkturhilft gegen Kopfweh besser als die monatelange Einnahme von
Medikamenten. Die weltgrößte Studie zur chinesischen Heilmethode gegen
Migräne und Spannungskopfschmerzen hat eine signifikante Verbesserung
der Symptome festgestellt.
Die Akupunktur-Patienten waren außerdem durchweg zufriedener als die mit Medikamenten behandelten Schmerzkranken.
Bei
der Vorstellung der Studie mit 1370 chronisch schmerzkranken Patienten
an der Ruhr-Universität Bochum zeigten sich die Wissenschaftler vom
deutlichen Erfolg der Akupunktur selbst überrascht: „Damit haben wir
nicht gerechnet.“ Die Wirkungsweise der Akupunktur ist nach wie vor
unklar.
Akupunktur bald Kassenleistung?
Ein
Vertreter der Krankenkassen kündigte an, dass angesichts der
Forschungsergebnisse der zuständige Bundesausschuss Anfang kommenden
Jahres über die Aufnahme der Akupunktur in den Leistungskatalog der
gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden werde. Die Kosten der
Akupunktur seien wegen des Zeitaufwands höher als die einer
Medikamententherapie. Mehrere Krankenkassen hatten die fast zehn
Millionen Euro teure gerac-Studie (German Acupunture Trials)
finanziert. Es handelt sich nicht nur um die bislang größte, sondern
auch um die methodisch strengste Studie zur Akupunktur in der
Kopfschmerz-Therapie.
Die Wissenschaftler verglichen die
traditionelle chinesische Akupunktur mit einer Schein-Akupunktur und
der Standard- Medikamenten-Therapie. Sie stellten eine sechswöchige
Akupunktur-Therapie mit 10 bis 15 Sitzungen der sechsmonatigen Einnahme
von Migränemitteln oder Medikamenten gegen Spannungskopfschmerzen
gegenüber.
Zwei Drittel weniger Schmerztage
Die
Patienten konnten mit der chinesischen Akupunktur die Anzahl ihrer Tage
mit Schmerzen um durchschnittlich zwei Drittel reduzieren. Von den
Migränekranken fühlten sich 74 Prozent der Akupunktur-Patienten
erfolgreich behandelt, bei der medikamentösen Therapie waren es 62
Prozent. Die Zahl der Migränetage ging messbar zurück. Auch die
Schein-Akupunktur zeigte eine deutlich positive Wirkung. Dennoch
schlossen die Forscher aus, dass die Wirkung lediglich aus dem so
genannten Placebo-Effekt besteht.
Quelle: FOCUS

