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Steigendes Armutsrisiko für alleinerziehende Frauen
 
Geschrieben von sylvie am Freitag, 18. November 2005

Wissenswertes das AEs betrifft 91 Prozent aller Alleinerziehenden in Deutschland sind Frauen, und die Alleinerziehenden werden immer ärmer

Wiesbaden - Das besagen neue Daten zur Familienstruktur, die das
Statistische Bundesamt zum Weltfrauentag im März veröffentlicht hat.
Demnach verdienen Alleinerziehende nur gut halb soviel wie Paare mit
Kindern: Familien mit nur einem Elternteil hatten im ersten Halbjahr
2003 ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 1810 Euro netto. Paare
mit Kindern verdienten 3820 Euro netto. Noch eklatanter ist der
Unterschied bei den Vermögen. Alleinerziehende verfügten über ein
durchschnittliches Bruttogeldvermögen von 10 800 Euro - das ist
nur rund ein Viertel des Vermögens von Familien mit beiden
Elternteilen. Nach Angaben des Fraunhofer Instituts werden in mehr als
1,5 Millionen deutschen Familien die Kinder nur von einem Elternteil
erzogen. Das sind knapp 17 Prozent aller Familien.

Bereits der
Armutsbericht der Bundesregierung, der Anfang März veröffentlicht
wurde, hatte darauf aufmerksam gemacht, daß Alleinerziehende ein
überdurchschnittlich hohes Risiko haben, unter die Armutsgrenze zu
rutschen. Mehr als ein Drittel von ihnen gilt laut dem Bericht als arm.
Grund dafür ist unter anderem, daß häufig Betreuungseinrichtungen
fehlen. Deshalb können viele Alleinerziehende gar nicht oder nur in
Teilzeit arbeiten. Hinzu kommt, daß nach den seit Januar geltenden
Hartz-IV-Regelungen das Kindergeld bei der Berechnung des neuen
Arbeitslosengeldes II angerechnet wird. Das Kindergeld gilt bei jedem
unterhaltspflichtigen Kind als Einkommen und wird daher vom Sozialgeld,
das die Kinder Hilfebedürftiger bekommen, abgezogen. Das Erziehungsgeld
wird beim Arbeitslosengeld II allerdings nicht angerechnet.

Die
Erkenntnis, daß Kinder für Alleinerziehende offenbar das Risiko
vergrößern, arm zu werden, gilt als besonders alarmierend angesichts
der anhaltenden demographischen Entwicklung, die das Statistische
Bundesamt ebenfalls vorgestellt hat. Nach diesen vorläufigen Zahlen
wurden im vergangenen Jahr 712 000 Kinder geboren - 0,5 Prozent
weniger als im Jahr zuvor. So sind im letzten Jahr 110 000
Menschen in Deutschland mehr gestorben, als Kinder geboren wurden. Seit
1991 geht die Zahl der Geburten in Deutschland kontinuierlich zurück
(mit Ausnahme der Jahre 1996 und 1997). Lediglich die Entwicklung der
Eheschließungen verrät einen Sinneswandel in puncto
Familienfreundlichkeit der Deutschen: 2004 heirateten 395 000
Paare, das entspricht einem Zuwachs von drei Prozent. Zuvor war die
Heiratsfreudigkeit fast kontinuierlich gesunken. luc

Ouelle: Die Welt




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