Im neuesten Heft von Focus Schule berichten drei Mütter vom Leben mit Kindern nach der Trennung vom Vater - "von bürokratischen Hürden, absurden Gesetzen und den schönen und weniger schönen Seiten im Alltag mit großen und kleinen Schulkindern.
Vier von 30 Kindern in einer Schulklasse leben mit nur einem Elternteil. Schon das zeigt: Allein erziehen ist keine Ausnahme. Rund 2,45 Millionen 'Ein-Eltern-Familein' (91 Prozent davon Frauen) machen gemeinsam mit ihrem Nachwuchs knapp sechs Millionen Bundesbürger aus, Tendenz steigend. Viele kommen gut mit der Situation klar. Doch existieren Statistiken, die aufhorchen lassen. So wächst bei Alleinerziehenden die Hälfte aller Kinder auf, die von Sozialhilfe leben. Single-Mütter liegen mit ihrem Verdienst bis zu 36 Prozent unter dem nationalen Einkommen. Ein weiteres Problem: Mehrere Hunderttausend Väter zahlen den Unterhalt für die Kinder nicht (zwischen 200 und knapp 600 Euro). Bis zum zwölften Lebensjahr springt für das Kind das Sozialamt ein. Den Müttern selbst steht - sofern sie verheiratet waren - in der Regel Unterhalt zu, wenn sie Kinder betreuen. Doch zwei Drittel bekommen von ihrem Ex dafür kein Geld - weil sie verzichten, er arbeitslos oder verschwunden ist, weil er Vermögen einer neuen Ehefrau überschreibt. Sozialämter sind oft machtlos, den Steuerzahler kostet die schwache Zahlungsmoral Millionen. die Rechtslage in Sachen Unterhaltspflicht wird derzeit politisch diskutiert und ist im Wandel. Noch bedeuten Ungereimtheiten in der Bürokratie, der Mangel an Betreuungseinrichtungen und Fallstricke der Gesetzgebung Stress. Alleinerziehende haben ein hohes Risiko, körperlich oder seelisch zu erkranken. Das wirkt im Zweifel auch auf die Schulkinder, immerhin vier von 30."
Im weiteren Verlauf werden drei Frauen und ihre Schicksale vorgestellt. Wirklich lesenswert!
Informationen und Links zum Thema findet man unter www.focus-schule.de/alleinerziehend
Quelle: focus schule Nr. 5 (Septemer/Oktober 2005) Zitate von: Seite 62-63

