Ist die Kirche unbarmherziger als Jesus?
(Mann) Olivia, ich nehme dich an als meine Frau und verspreche dir die Treue in guten und in bösen Tagen … (Frau) … in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und inKrankheit. Ich will dich lieben, achten und ehren, solange ich lebe.
.
Sprecher:
So versprechen es sich Brautpaare zu Tausenden. Treue auch in Krankheit, auch in bösen
Tagen.
Zuspielung:
Wir haben es viele Jahre miteinander ausgehalten, aber es war eigentlich eine
Katastrophe. – Insgesamt 19 Jahre waren es gemeinsamen Krebsens, und dann habe ich
mich durchgerungen, an die Zukunft zu denken, an meinen Sohn zu denken, und habe
das Verhältnis ganz beendet.
Sprecher:
Ehe geht nicht immer gut: 1990 kamen in Deutschland auf drei Ehen zwei Scheidungen.
Oft sind die „bösen Tage“ nicht auf äußere Einflüsse zurückzuführen, auf Krankheit etwa
oder Arbeitslosigkeit – die Gründe dafür liegen in den Partnern selbst, sie selbst machen
sich das Leben zur Hölle. Und die bösen Tage hören erst auf, wenn beide sich trennen.
Zuspielung:
Ich habe nach acht Jahren Trennung einen neuen Mann kennen gelernt. Und sehr schnell
haben wir gespürt, dass es Fügung Gottes war, dieses Zusammentreffen. Und sehr
schnell haben wir uns entschlossen, ganz konsequent zu dieser Beziehung zu stehen, und
haben geheiratet.
Sprecher:
Für manchen Geschiedenen kommen wieder gute Tage, wenn er eine neue Bindung
eingeht. Die gültigen Regeln der katholischen Kirche aber sagen: Wenn Geschiedene eine
neue Ehe schließen, dann nicht mit dem Segen der Kirche. Dann bleiben sie von der
heiligen Kommunion im Gottesdienst ausgeschlossen.
Sprecherin:
Wir fragen in dieser Sendung: Mit welchem Recht behandelt die katholische Kirche ihre
Wir fragen in dieser Sendung: Mit welchem Recht behandelt die katholische Kirche ihreWir fragen in dieser Sendung: Mit welchem Recht behandelt die katholische Kirche ihre
wiederverheirateten Geschiedenen so streng? Kann sie sich dabei auf Jesus berufen? Und
die Pfarrer, die gegen die Ordnung den Wiederverheirateten trotzdem die Kommunion
reichen: Sind sie schwarze Schafe – oder gute Hirten?
wiederverheirateten Geschiedenen so streng? Kann sie sich dabei auf Jesus berufen? Und
die Pfarrer, die gegen die Ordnung den Wiederverheirateten trotzdem die Kommunion
reichen: Sind sie schwarze Schafe – oder gute Hirten?
Sprecher:
Erstes Kapitel: Hart mit Hintertürchen – das Gesetz der Kirche
Erstes Kapitel: Hart mit Hintertürchen – das Gesetz der KircheErstes Kapitel: Hart mit Hintertürchen – das Gesetz der Kirche
Manuskript
Bayern2Radio
radioWissen
Bayerischer Rundfunk 2002, 2004
Sprecherin:
Klatschgeschichtenleser kennen sich da aus: Schließlich geht auch in katholischen
Fürstenhäusern immer wieder mal eine Ehe in die Brüche. Und wenn die unglückliche
Prinzessin eines schönen Tages in neuer Herrenbegleitung erspäht wird, erhebt sich die
bange Frage: Wird der Papst der Prinzessin das neue Glück gönnen und ihre erste Ehe
lösen?
Sprecher:
Wiederheirat freilich ist kein Privileg für Prominente. Vor dem Recht der Kirche sind
Bürger und Prinzessin gleich. Und für beide kann in manchen Fällen dieses Recht
feststellen: Eure Heirat war gar nicht gültig!
Sprecherin:
Das Kirchenrecht sieht die Ehe als Vertrag zwischen Mann und Frau. Er gilt, bis einer der
Partner stirbt. Er gestattet den beiden die Geschlechtsgemeinschaft mit dem Partner.
Wenn einer der Partner katholisch ist, muss die Ehe unter Mitwirkung der Kirche
geschlossen werden.
Sprecher:
Und wenn’s trotz Treueschwur schief geht? Bevor der Tod die beiden scheidet?
Sprecherin:
Dann kann man entweder als Opferlamm aushalten. Oder schiedlich, friedlich
auseinander gehen – und für den Rest des Lebens allein bleiben. Oder durch einen
Prozess prüfen lassen, ob die Eheschließung womöglich null und nichtig war.
Sprecher:
Zum Beispiel wenn ein Formfehler vorlag. Oder wenn einer der Partner keinen wirklichen
Willen zur Ehe hatte. In beiden Fällen kann das kirchliche Gericht die Ehe annullieren.
Der Heirat mit einem neuen Partner steht nichts im Wege.
Sprecherin:
Neben der Annullierung gibt es die Auflösung einer an sich gültigen Ehe. Zum Beispiel
wenn ein Paar sich kirchlich trauen ließ, doch danach nie sexuell zusammenkam. Oder
wenn es in der Ehe zwischen einem Getauften und einem Ungetauften über religiöse
Fragen andauernd Streit gibt.
Sprecher:
Und wenn Partner auseinander gehen – und ohne den Segen der Kirche wieder heiraten,
nur vor dem Standesamt?
Zitator:
Dann befinden sie sich in einem dauernden, öffentlichen Ehebruch. Darum dürfen sie,
solange diese Situation andauert, nicht die Kommunion empfangen. Dies dürfen – nach
Beichte und Lossprechung – nur solche, die sich verpflichten, in vollständiger
Enthaltsamkeit zu leben.
Sprecherin:
So zu lesen im „Weltkatechismus“ von 1992! Keineswegs nur Kirchenkritiker, auch
überzeugte katholische Christen halten diese Regeln ihrer Kirche für lebensfremd. Nicht
dass sie meinen, eine Ehe ginge die Öffentlichkeit und erst recht die Kirche nichts an. Die
Kritik richtet sich gegen den Maßstab, den das Kirchenrecht der Ehe anlegt.
Bayerischer Rundfunk 2002, 2004
Zuspielung:
(Frau) Damit kann man Unfug treiben. Ich steh zu meiner ersten Ehe, auch wenn sie
Damit kann man Unfug treiben. Ich steh zu meiner ersten Ehe, auch wenn sieschlecht war. Genauso steh ich zu meiner zweiten Ehe. Sie war einfach Teil meines
Lebens. Man kann keinen Handel treiben mit Aufheben oder Gründe suchen, dass es
vielleicht ungültig war. Ich hab mich damals doch auch bemüht, nicht die Flinte ins Korn
zu werfen!
schlecht war. Genauso steh ich zu meiner zweiten Ehe. Sie war einfach Teil meines
Lebens. Man kann keinen Handel treiben mit Aufheben oder Gründe suchen, dass es
vielleicht ungültig war. Ich hab mich damals doch auch bemüht, nicht die Flinte ins Korn
zu werfen!
Sprecherin:
Ehen annullieren wegen Formfehlern – sie jedoch festschreiben, wenn sich keiner finden
lässt …
Zitator:
Die kirchlichen Juristen finden solche Urteile natürlich und normal. Wir Hirten aber
müssen sagen, dass es für unsere Gläubigen ein Skandal ist!
Sprecherin:
… empörte sich der ägyptische Bischof Zoghby bei einer Debatte des Zweiten
Vatikanischen Konzils im Petersdom. Das war 1965. Seither hat sich im Eherecht der
Kirche so gut wie nichts geändert. Ist es im Sinn Jesu, wie die Kirche mit Geschiedenen
umgeht?
Sprecher:
Zweites Kapitel: Prinzip und Person – biblische Barmherzigkeit
Zitator:
Es ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine
Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt und eine andere
heiratet, bricht die Ehe. Und wer eine Entlassene heiratet, bricht die Ehe.
Sprecher:
Die Urfassung des Jesuswortes zum Thema Scheidung und Wiederheirat. Eine Weisung,
an der es nichts zu deuteln gibt.
Sprecherin:
Nur: Noch zu Lebzeiten der Apostel gestand die Kirche mindestens zwei Ausnahmen zu.
Erste Ausnahme:
Zitator:
Wer seine Frau entlässt und eine andere heiratet – ausgenommen im Fall von Unzucht –,
der begeht Ehebruch.
Sprecherin:
So wurde das ursprüngliche Jesuswort ergänzt. In dieser Fassung hat es Matthäus
festgehalten. Wenn eine verheiratete Frau ein ständiges Verhältnis mit einem andern hat,
dann – davon war die Urkirche überzeugt – würde auch Jesus ihrem Mann nicht
zumuten, brav die Ehe mit ihr fortzuführen.
Sprecher:
Zweite Ausnahme – nötig geworden in den jungen Gemeinden Griechenlands: Ein
Ehepartner wird Christ, der andere bleibt Heide. Wenn es im Lauf der Ehe ständig
Streitereien wegen des Glaubens gibt, ist die Ehe im Grunde tot, meint Paulus:
Zitator:
Wenn der Ungläubige sich trennen will, soll er es tun. Auch der Bruder oder die
Schwester ist in solchen Fällen nicht wie ein Sklave gebunden …
Bayerischer Rundfunk 2002, 2004
Sprecherin:
Die Ehe ist unauflöslich: Das ist das Prinzip. Die Urkirche hat es keineswegs aufgegeben.
Aber sie ging damit flexibler um als die Kirche von heute.
Sprecher:
Die Kirche der Frühzeit hat das Scheidungsverbot „in freier Treue“ ausgelegt, wie der
Neutestamentler Rudolf Pesch formuliert. In freier Treue zu Christus, der gerade denen
Barmherzigkeit erwies, in deren Leben nicht alles glatt gegangen war …
Sprecherin:
Hat sie damit das eindeutige Jesuswort zur Scheidung abgeschwächt?
Sprecher:
Keineswegs! Sie wusste nur genau, wem Jesus da ins Gewissen geredet hatte: den
Männern im damaligen Israel. Der Mann durfte seiner Frau die Ehe aufkündigen. Als
Grund genügte nach Mehrheitsmeinung der Juristen, dass sie ihm nicht mehr gefiel.
Jüdische Männer beriefen sich für ihr Scheidungsrecht auf Stellen im 5. Buch Mose.
Sprecherin:
Jesus hält ihnen vor, dass sie ihren Egoismus auch noch mit der Bibel rechtfertigten. Und
dass sie auf diese Weise die Würde der Frau mit Füßen träten. Was blieb damals einer
verstoßenen Frau schon übrig, als sich wieder heiraten zu lassen? Sie musste sonst
betteln gehen. Wer sich von seiner Frau trennt, macht sie zur Ehebrecherin! Vor dem
Notar mag Scheidung in Ordnung sein. Vor Gott ist sie nicht in Ordnung! Ehescheidung
ist Ehebruch, erklärt Jesus.
Sprecher:
Schrill für jüdische Ohren. Nach dem Gesetz steht auf Ehebruch die Todesstrafe … Die
Männer, die Jesus zuhörten, begriffen natürlich, dass Jesus nicht ihren Kopf wollte,
sondern dass er Partei für die gedemütigten Frauen nahm. Von daher, so Rudolf Pesch …
Zitator:
… muss zumindest offen bleiben, ob es Jesus hier zuerst um die Heiligkeit der Institution
Ehe oder um die Würde der von Scheidung bedrohten Frau geht. Ums Prinzip oder um
lebendige Personen …
Sprecher:
Hat die Urkirche mit ihren Ausnahmen vom Scheidungsverbot also nicht die Absicht Jesu
gut getroffen? Dafür spricht auch der Zusammenhang, in dem Matthäus das Jesuswort
überliefert.
Sprecherin:
Das Scheidungsverbot steht in der Bergpredigt. Sie beginnt mit der berühmten
Seligpreisung der Armen. Damit ist bereits ein bestimmter Ton angeschlagen: Bei Gott
gelten andere Maßstäbe als im eingefahrenen Denken der Menschen.
Sprecher:
Auch wer zu Christus gehört, soll nach andern Maßstäben handeln. Die Feinde lieben. Die
andere Wange hinhalten. Nicht schwören. Und eben auch: aufs Recht zur Scheidung
verzichten.
Sprecherin:
Wann hätte die Kirche je Notwehr oder Krieg untersagt? Wie viele Eide nötigt sie ihren
eigenen Pfarrern ab! Nur beim Scheidungsverbot klammert sie sich an den Wortlaut!
Bayerischer Rundfunk 2002, 2004
Sprecher:
Die Weisungen der Bergpredigt sind Zielgebote, sagen die Bibelfachleute: Gebote, die
niemand perfekt erfüllen kann. Zu denen auch ganz ernsthafte Christen immer nur
unterwegs sind.
Sprecherin:
Müsste also nicht auch das Scheidungsverbot als Zielgebot gedeutet werden statt als
Gesetz? Rudolf Pesch:
Zitator:
Jesus will provozieren, nicht den Grundstock für ein kirchliches Eherecht legen.
Sprecher:
Sein Würzburger Kollege Rudolf Schnackenburg zieht das Fazit:
Zitator:
Es lässt sich eine Spannung zwischen heiliger Forderung und barmherziger Vergebung in
den urchristlichen Gemeinden beobachten: Die Kirche ist nicht nur Hüterin der sittlichen
Weisungen Jesu, sondern auch Verwalterin seiner barmherzigen Liebe.
Sprecher:
Drittes Kapitel: Geschiedene sind nicht ausgeschieden
Zitator:
Der Mut zur Scheidung kann christlicher sein als der lebenslange Terror des feigen
Spießers. Die selbstgerechte Praxis, Geschiedene im Regen stehen zu lassen, ist
unchristlich. Gerade die Geschiedenen brauchen die Wärme und Liebe der Gemeinde.
Sprecher:
So Otto ter Reegen. Er leitet das kirchliche Ehegericht in Utrecht – und leidet unter den
Gesetzen, nach denen er urteilen muss …
Sprecherin:
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hoffen viele in der Kirche auf eine Reform des
Eherechts. Das Konzil wollte die Stimme der Bibel in der Kirche neu zum Klingen bringen.
Und es wollte die Kirche „heutig“ machen! Auch was die Ehe angeht …
Sprecher:
Früher war die Ehe in erster Linie Wirtschaftsgemeinschaft, heute ist sie
Liebesgemeinschaft. Früher war sie ein Gefüge von Pflichten, heute lebt und stirbt sie mit
der Neigung. Früher opferten Frauen den Beruf für die Ehe – fast eine
Selbstverständlichkeit –, heute stellen viele ihre Selbstentfaltung über die Ehe.
Sprecherin:
Das Recht der Kirche ist auf die Ehewirklichkeit von gestern zugeschnitten, gesteht das
Konzil. Und hebt ans Licht, was die Bibel über die Ehe bezeugt. Matthäus Kaiser,
Kirchenrechtler an der Universität Regensburg, fasst zusammen:
Zitator:
Das Konzil versteht die Ehe nicht in erster Linie als Rechtsverhältnis, sondern als
personale Liebesgemeinschaft von Mann und Frau, die sich gegenseitig als Person
schenken und annehmen und von Gott zu einer neuen Wirklichkeit miteinander
verbunden werden.
Sprecher:
Wenn die beiden sich das Jawort geben, ist diese Gemeinschaft nicht schon fix und fertig.
Daran ändert auch die Trauung in der Kirche nichts.
Bayerischer Rundfunk 2002, 2004
Zuspielung:
(Frau) Mein Mann ist zwar katholisch, und wir haben uns katholisch trauen lassen, aber
Mein Mann ist zwar katholisch, und wir haben uns katholisch trauen lassen, abermein Mann war Atheist und zudem im täglichen Leben alles andere als christlich. Er war
unmenschlich, er war teilweise wie eine Bestie – kalt, gefühllos.
mein Mann war Atheist und zudem im täglichen Leben alles andere als christlich. Er war
unmenschlich, er war teilweise wie eine Bestie – kalt, gefühllos.
Sprecherin:
Ehe ist ein Prozess. Die Liebesgemeinschaft muss wachsen und reifen. Tatsächlich aber
kann sie leer werden, kann sterben. Aber – ist dann nicht auch die Ehe tot? … Für die alte
Ehelehre galt: Vertrag gültig – Ehe lebendig. Aus den Konzilstexten aber lässt sich
schließen: Auch eine Ehe kann sterben. Dann aber gilt, so Matthäus Kaiser:
Zitator:
Eine neue Ehe nach einer gescheiterten Beziehung muss anders beurteilt werden als ein
Vertrauensbruch (Ehebruch) in einer noch intakten Beziehung! Wie bei der Scheidung
kann es auch bei der Wiederheirat sein, dass sie nicht von vornherein als schwere Sünde
anzurechnen ist!
Zuspielung:
(Frau) Ich fühl’ mich ausgeschlossen. Es wird gesagt, ich lebe in einem ständigen
Ich fühl’ mich ausgeschlossen. Es wird gesagt, ich lebe in einem ständigenehebrecherischen Verhältnis – und das kann ich absolut nicht einsehen. Denn meine
jetzige Ehe ist im Alltag so erfüllt von christlichem Handeln und christlichem Leben, wie’s
in meiner ersten Ehe nicht annähernd so war.
ehebrecherischen Verhältnis – und das kann ich absolut nicht einsehen. Denn meine
jetzige Ehe ist im Alltag so erfüllt von christlichem Handeln und christlichem Leben, wie’s
in meiner ersten Ehe nicht annähernd so war.
Sprecher:
Seit langem nahmen es einzelne Seelsorger – gegen die Dienstvorschrift sozusagen – auf
ihre Kappe, Wiederverheiratete zur Kommunion zuzulassen. Drei deutsche Bischöfe
haben inzwischen all ihren Priestern Mut gemacht, das Gespräch mit Geschiedenen zu
suchen, die wiederverheiratet sind und von Herzen nach der Kommunion verlangen. In
einem solchen Seelsorgegespräch …
Zitator:
… kann sich im Einzelfall herausstellen, dass die Ehepartner sich in ihrem Gewissen
ermächtigt sehen, an den Tisch des Herrn zu treten. Dies ist ganz besonders dann der
Fall, wenn die Gewissensüberzeugung vorherrscht, dass die frühere, unheilbar
zerbrochene Ehe niemals gültig war. Eine ähnliche Situation liegt wohl nahe, wo das
Verlassen der neuen Familie schweres Unrecht heraufbeschwören würde. Jeder Einzelfall
muss geprüft werden: nicht unterschiedslos zulassen, nicht unterschiedslos ausschließen.
Der Priester wird das Gewissensurteil des Einzelnen respektieren.
Sprecher:
Diese Weisung der Bischöfe von Freiburg, Mainz und Stuttgart ist nicht verbindlich für die
Weltkirche. Die Kirchenleitung in Rom hat ihren Vorstoß zurückgewiesen. Doch das Echo
aus allen Teilen der Weltkirche hat gezeigt, dass die oberrheinischen Bischöfe vielen aus
dem Herzen gesprochen haben, sicher auch dieser evangelischen Pfarrerin:
Sprecherin:
„Es gibt Beziehungen, die sind zerstört. Und dann kann es ein Segen sein, sich zu
trennen. Manchmal ist es der einzige Weg, sich selbst treu zu bleiben. Und dem anderen
auch. Menschen können Gottes Segen nicht verspielen, wenn ihre Beziehungen scheitern.
Auch wenn wir uns manchmal trennen müssen, um weiterleben zu können: Gott lässt
sich nicht von uns scheiden.“
Autor: Hans-Peter Weigel
Redaktion: Rudolf Vogel
Autor: Hans-Peter Weigel
Redaktion: Rudolf Vogel
Quelle:www.br-online.de

