Die hohe Arbeitslosigkeit und die wirtschaftliche Flaute führen zu immer mehr Pleiten unter den deutschen Verbrauchern. Insgesamt 1,7 Millionen Mal mussten in Deutschland im vergangenen Jahr Gläubiger gegen private Schuldner wegen unbezahlter Rechnungen vorgehen, teilte die Bürgel Wirtschaftsinformationen am Mittwoch in Hamburg mit.
Der Zuwachs von Eidesstattlichen Versicherungen, Haftanordnungen und Verbraucherinsolvenzen gegenüber dem Vorjahr lag mit 3,7 Prozent aber deutlich unter dem Anstieg des Vorjahres. Im Jahr 2003 wurde bundesweit noch ein Zuwachs von 17,2 Prozent gemessen. In einigen Bundesländern war die Entwicklung aber dennoch dramatisch: In Mecklenburg-Vorpommern wurde mit 23,3 Prozent der höchste Zuwachs verzeichnet, wie Bürgel weiter mitteilte. In Sachsen-Anhalt lag der Anstieg den Angaben zufolge bei 18,3 und in NRW bei 15,7 Prozent.
Handel trägt Mitschuld
Die Zahl der Eidesstattlichen Versicherungen stieg 2004 bundesweit um vier Prozent auf 1,08 Millionen Fälle. Als Gründe für die Entwicklung gab die Agentur "mangelndes Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge" und "schlechtes Finanzmanagement" an. Anschaffungen auf Kredit- und Ratenzahlungsbasis führten zu Belastungen, die die Haushaltskassen überforderten.
"Die Hilflosigkeit spüren auch die Schuldnerberatungsstellen, die immer stärkeren Zulauf von verschuldeten Verbrauchern haben und den Konsumenten den Umgang mit Geld quasi beibringen müssen", teilte Bürgel weiter mit. Verantwortung trage aber auch der Handel: Der vernachlässige den finanziellen Spielraum und die Bonität der privaten Kunden.
(N24.de, Netzeitung; 30.03.05)
Verbraucherpleiten steigen um fast die Hälfteraucherpleiten steigen um fast die Hälfte
Die Zahl der Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, sank die Zahl um 0,3 Prozent auf 39.213 Fälle.
Überdurchschnittlich gingen dabei Insolvenz von Personen- und Kapitalgesellschaften, also der größeren Unternehmen, zurück: Die Zahl sank den Angaben zufolge um knapp sechs Prozent auf 22.424. Dagegen hätten die Insolvenzen von Einzelunternehmen, Freien Berufen und Kleinunternehmen um 8,4 Prozent auf knapp 16.300 zugenommen, gab das Bundesamt weiter bekannt.
Private Verbraucher mussten dagegen immer öfter den Gang zum Insolvenzgericht antreten: Die Zahl der Verbraucherpleiten stieg auf Jahressicht um 46 Prozent auf 49.123. Dadurch erhöhte sich die Gesamtzahl der Insolvenzen kräftig: Gegenüber 2003 stieg die Zahl um 17,4 Prozent auf 118.274 Fälle.
Forderungen rückläufig
Die gesamten voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger seien 2004 von den Gerichten mit 39,2 Milliarden Euro angegeben worden, gaben die Statistiker ferner an. Das ist ein Rückgang gegenüber 2003, als Forderungen von knapp 42 Milliarden Euro bestanden. Zwei Drittel der Forderungen im vergangenen Jahr entfielen die Unternehmen.
Für die 49.123 Verbraucherinsolvenzen wurden Forderungen von insgesamt 3,7 Milliarden Euro veranschlagt. Bei über zwei Drittel der insolventen Verbraucher hätten sich die offenen Forderungen auf weniger als 50.000 Euro belaufen, hieß es.
(N24.de, Netzeitung)
