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Anhaltender Trend: Kartenspiel Yu-Gi-Oh
 
Geschrieben von sylvie am Donnerstag, 24. März 2005

Was man dringend mal lesen sollte Monsterduelle auf dem Pausenhof

Deutschlands Schüler haben eine neue Pausenbeschäftigung: Monsterduelle mit Yu-Gi-Oh-Karten.
Von Japan aus hat das Phänomen die westliche Welt erobert. Nur ein harmloses Spiel? Dahinter steht auf jeden Fall eine raffinierte Verkaufsstrategie.


Die drei japanischen Silben "Yu-Gi-Oh" lassen sich mit "König der Spiele" wiedergeben.Die Geschichte hinter dem Trend aus Japan: Yugi lebt bei seinem Großvater, der ein Spielegeschäft hat. Oft wird der Zehntklässler gehänselt und verprügelt. Eines Tages entdeckt er ein 3.000 Jahre altes Puzzle aus Ägypten. Was er nicht weiß: Das Puzzle verleiht demjenigen, der es zusammensetzen kann, finstere Kräfte.

Spiel mit Suchtcharakter

Auf einmal ist der Schüler völlig verändert. Sobald um ihn herum ein Unrecht geschieht, verwandelt er sich in den "König der Spiele" Yama Yugi. Dazu verhilft ihm die "magische Energie" des Puzzles. Mit seinen Gegnern duelliert sich der Junge mittels Spielkarten. Genau das können kinder jetzt auch tun, und zwar mit Yu-Gi-Oh-Karten.

Das Spiel ist immernoch der Renner bei Kindern zwischen 6 und 12 Jahren. Nach dem Kauf eines Einsteigersets können bzw. müssen, um gewinnen zu können, Karten nachgekauft werden.
Zunächst erscheint alles relativ harmlos, aber es ist kein Spiel im herkömmlichen Sinn. Aufgrund der Spielstruktur und dem Zurückhalten "wertvoller" Karten, die nachgekauft, erspielt oder ertauscht werden müssen, erhält das Spiel den Charakter eines Glücksspiels und fördert aus Sicht des Jugendschutzbundes die Spielsucht.

Spielkarten bis 300,-- €

Im Internet werden wertvollere Karten ab 30,-- € bis hin zu 300,-- € gehandelt. Kinder kaufen für Unsummen die Karten, und die japanische Herstellerfirma hat leichtes "Spiel", unseren Kindern das Taschengeld aus der Tasche zu ziehen.
Das die Kinder dabei in Suchtgefahr geraten, interessiert nicht. Eltern und Großeltern ahnen diese Gefahr kaum und lassen die Kinder gewähren.

Ein großes Spielwarengeschäft in meiner Region bestätigte dies auf Anfrage. Zehnjährige legen 50-Euro-Scheine auf die Ladentheke und wollen dafür Yu-Gi-Oh-Karten. Es kann nicht mehr von einem harmlosen Spiel ausgegangen werden.

Beispielhaft möchte ich die Stadt Nürnberg nennen: Aufgeschreckt durch vermehrte Diebstähle in Spielwarengeschäften durch Kinder im Alter von 6 - 12 Jahren wurde nicht nur die Polizei, sondern auch das Jugendamt alarmiert. Das Jugendamt hat daraufhin mit den Geschäftsinhabern eine freiwillige Selbstverpflichtung vereinbart. An Kinder unter 10 Jahren wird das Spiel nicht mehr verkauft, ältere Minderjährige können höchstens für 20,-- € (Taschengeldparagraph) Karten einkaufen. Die Eltern und Lehrkräfte bzw. die Schulleitungen wurden informiert, um für ihren Bereich ein Spiel-, Tausch- und Kaufverbot auszusprechen.

Leider ist zu befürchten, dass sich noch viele Kinder durch diese ausgesprochen raffinierte Verkaufsstrategie das Taschengeld aus der Tasche ziehen und sich verführen lassen.

Sprecht mit euren Kindern und erklärt ihnen die Hintergründe und Gefahren. Stellt euch schützend vor eure Kinder, um einer möglichen Spielsucht vorzubeugen!
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