Gutes Benehmen gilt als Erziehungsziel Nummer eins, da sind sich über 80 Prozent aller Eltern einig. Doch welche Regeln sind wichtig und wie vermittelt man sie dem Nachwuchs?Von einem Zweijährigen kann sicher keiner erwarten, dass er korrekt mit Messer und Gabel isst oder bei der Begrüßung der Tante die Hand gibt. Von einem Zehnjährigen schon. Sicher gibt es hier entwicklungsbedingte Grenzen.
Früh übt sich
Viele Eltern fragen sich, ab welchem Alter sie ihrem Kind gute Manieren beibringen sollen. Die Antwort lautet: so früh wie möglich. Sie können bereits einem Dreijährigen vermitteln, wie man appetitlich isst und trinkt, wie man sich begrüßt und bedankt. Eine konsequente Haltung kostet anfangs zwar viel Geduld, aber die Mühe lohnt sich. Und: Eltern sind die wichtigsten Vorbilder. Das, was sie vorleben, prägt den Nachwuchs.
Begrüßung: Hallo...
Bei der Begrüßung gibt der Erwachsene den Ton an: Reicht er dem Kind die Hand, ergreift es diese mit seiner Rechten. Tipp: Üben Sie , wie sich ein herzlicher Händedruck anfühlt. Und halten Sie ihr Kind dazu an, Blickkontakt zu halten. Ansonsten gilt: aufstehen, Hände aus der Hose, Mütze vom Kopf. Menschen, denen man regelmäß0ig begegnet, haben das Recht auf einen netten Gruß.
....tschüss!
Die Verabschiedung ist genauso wichtig wie die Begrüßung. Selbst Kindergartenkinder können lernen, ihre Spielkameraden bis zur Tür zu begleiten. Eiserne Regel: Niemals grußlos gehen!
Am Telefon
Kinder melden sich mit Vor- und Familiennamen. Nur „Hallo“ zu sagen ist unhöflich. Ruft das Kind an, sollte der Gruß an erster Stelle stehen: „Guten Tag“ oder „Hallo“. Dann kommt der Name, danach erst der Grund des Anrufs
Bitte und Danke
„Bitte“ lautet das Zauberwort des Alltags: „Kannst du bitte dein Zimmer aufräumen!“ Genauso selbstverständlich ist das „Danke“. Erinnern Sie ihr Kind immer wieder daran, insbesondere dann, wenn es etwas geschenkt bekommt.
Die Tafelrunde
- Fernsehen, Zeitungen und Handys haben bei Tisch nichts zu suchen.
- Vor dem Essen: Hände waschen. Angefangen wird, wenn alle sitzen. Kinder fragen grundsätzlich, ob sie aufstehen dürfen. Ältere helfen beim Abräumen.
- Gerade sitzen, Stuhl dicht an den Tisch heranziehen, nicht mit dem Ellbogen aufstützen. Die Hände liegen auf dem Tisch und nicht darunter.
- Für Vier- bis Fünfjährige ist ein Kinderbesteck sinnvoll, Achtjährige sollten mit normalem Besteck umgehen können. Das Messer gehört in die rechte Hand, die Gabel in die linke. Wer fertig ist, legt beides nebeneinander auf den Teller.
- Ganz ohne Serviette geht es meist nicht. Sie liegt auf dem Schoß, nach dem Essen links neben dem Teller.
- Absolut Tabu: schmatzen, rülpsen oder das Messer ablecken.
Zum Weiterlesen:
"Kinder-Knigge für Eltern" von Dagmar von Cramm
"Knigge für die nächste Generation" von Sybil Gräfin Schönfeldt
"Manieren für Kinder und Jugendliche" von Cornelia von Schelling
"Spaghetti, Jeans & gute Sprüche" von Elisabeth Bonneau
Quelle: meine Familie & ich

