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Die Erziehungskatastrophe. Kinder brauchen starke Eltern


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Erzieherinnen an die Uni?
 
Geschrieben von onedaydie am Freitag, 18. März 2005

Nachrichten und Aktuelles Erzieherinnen an die Uni?
Liebe und Fürsorge gegenüber Kindern reichen als Qualifikation nicht aus, sagen Bildungspolitiker: Erzieherinnen sollen in Zukunft Fachhochschulen besuchen und dort akademisch ausgebildet werden, so ihre Forderung.



Nach dem Willen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sollen Erzieherinnen künftig an Hochschulen und nicht mehr an Berufsschulen ausgebildet werden. Dort sollen den Betreuerinnen neue wissenschaftliche Erkenntnisse vermittelt werden, damit sie Kinder besser fördern können, sagte der stellvertretende GEW-Vorsitzende Norbert Hocke.

Entsprechende Angebote gebe es bereits an acht bis neun Hochschulen, beispielsweise in Berlin, Hannover und Neubrandenburg. Als vorbildlich nannte die Gewerkschaft den auf drei Jahre angelegten berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang "Pädagogik der frühen Kindheit" an der Evangelischen Fachhochschule Freiburg.

Der GEW-Vorsitzende von Baden-Württemberg, Rainer Dahlem, forderte die Kultusministerin seines Landes, Annette Schavan (CDU), auf, ihren Widerstand gegen die Einrichtung von entsprechenden Studiengängen aufzugeben. "Die Liebe zum Kind allein qualifiziert nicht für den Beruf der Erzieherin", so Dahlem.

Der Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtungen müsse akzeptiert werden. Ohne kleinere Gruppen und eine bessere Qualifizierung der Erzieherinnen seien kaum Fortschritte zu erzielen.

Die Mängel in der Ausbildung der Erzieherinnen waren zuletzt bei der als "Kindergarten-Pisa" bekannt gewordenen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in den Blickpunkt geraten. Die OECD stellte der Kinderbetreuung in Deutschland ein schlechtes Zeugnis aus - viel zu wenig Krippenplätze und eine Schmalspurausbildung für die unterbezahlten Erzieher.

Vor allem fehle es an Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren - zumindest in Westdeutschland. Dort besuchten nur 2,7 Prozent der Kinder eine Krippe. Im Osten indes seien es 37 Prozent, damit gehöre die Versorgung dort zu den besten weltweit. Dabei handelt sich um die Überreste der lückenlosen Kinderbetreuung in der ehemaligen DDR. Nur von einzelnen skandinavischen Ländern werde die Rate in den neuen Bundesländern übertroffen, heißt es im OECD-Bericht.

So komme es, dass in Westdeutschland vor allem die Mütter zur Erziehung der Kleinen zu Hause blieben. "Maternalismus" nennen das die Autoren der Studie.

Die OECD hatte vorgeschlagen, den Einfluss der Bundesländer bei der Kinderbetreuung zu reduzieren. Diese sind bisher zusammen mit den Kommunen allein für die Betreuung der Kleinsten zuständig. Für einheitliche Standards kämpft auch Familienministerin Renate Schmidt.

Auch die Ausbildung der Erzieherinnen ist bislang in den Bundesländern uneinheitlich. Lediglich Bremen bietet eine akademische Ausbildung für Erzieher an der Universität an, vier weitere Bundesländer an Fachhochschulen. In allen anderen Bundesländern reichen Fachschulen für den Erzieherjob.

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg lehnte die GEW-Forderungen ab. Eine generelle Akademisierung sei kein Allheilmittel.


Quelle:www.gmx.net
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