Deutschland soll bei der Kinder- und Familienfreundlichkeit bis zum Jahr 2010 zur Spitze Europas aufsteigen. Nicht allein finanzielle Transferleistungen stehen im Mittelpunkt der Kinder- und Jugendpolitik, sondern neue Möglichkeiten, an Entwicklungs- und Bildungschancen sowie am Erwerbsleben teilzuhaben. Die Bundesregierung hat einen Paradigmenwechsel eingeleitet hin zum Aufbau einer besseren Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur: Eine gute Infrastruktur mit einem bedarfsgerechten Angebot an Kinderbetreuung, eine qualitativ gute Schulbildung und eine kinder- und familienfreundliche Mentalität sind Voraussetzungen für eine Zukunft mit mehr Kindern in Deutschland.
Dies bekräftigte die Bundesregierung am 9. März in einer Antwort auf die Große Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zur "Jugend in Deutschland.
1. Auf den Anfang kommt es an:
Frühe Förderung wird vorangebracht durch das am 1. Januar 2005 in Kraft getretene Gesetz zum qualitätsorientierten und bedarfsgerechten Ausbau der Kindertagesbetreuung. Bis zum Jahr 2010 können zusätzlich 230.000 Kinder in Krippen oder von Tagesmüttern betreut werden.
Mehr Zeit zum Lernen - mehr Geld für Bildung und Forschung wird erreicht mit dem Ausbau von Ganztagsschulen durch das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung", bei dem die Bundesregierung vier Milliarden Euro investiert. Die BAföG-Reform und weitere Investitionen in Bildung und Forschung führen dazu, dass die Studierendenquote eines Altersjahrgangs seit 1998 um rund acht Prozent auf 36 Prozent gestiegen ist.
2. Nachhaltige Kinder- und Jugendpolitik:
Der Nationale Aktionsplan (NAP) "Für ein Kindergerechtes Deutschland 2005-2010" dient als Leitfaden einer nachhaltigen Kinder- und Jugendpolitik.
Durch die Allianz für Familie und Lokale Bündnisse will die Bundesregierung gemeinsam mit starken Partnern eine breite gesellschaftliche Unterstützung und kooperative Netzwerke vor Ort für Familien und Kinder herstellen.
3. Starke Partner für die Jugend:
Neue Chancen für benachteiligte Jugendliche werden mit der Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe eröffnet. Mit gezielten Programmen wie "E&C - Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten" und "LOS - Soziales Kapital für soziale Zwecke" wird die nachhaltige Schaffung von Zukunftschancen vor Ort gefördert.
Zusätzliche Ausbildungsplätze für junge Menschen werden geschaffen durch den Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs und die Ausbildungsoffensive 2004.
Förderung der Integration wird durch die gleichberechtigte Teilhabe von jungen Migrantinnen und Migranten in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens insbesondere im Zusammenhang mit dem Zuwanderungsgesetz vorangetrieben.
Der Europäische Pakt für die Jugend und damit eine europaweite Unterstützung junger Menschen dient der Besserung der Lebenschancen von jungen Menschen.
4. Demokratieförderung und Partizipation:
Förderung der politischen Beteiligung wird durch außerschulische Jugendbildung und gezielte Initiativen wie "Projekt P - misch dich ein" vorangetrieben.
Demokratie- und Toleranzerziehung und ziviles Engagement wird gestärkt durch die umfangreiche Aktionsprogramme entimon und Xenos.
Weltoffenheit und interkulturelle Kompetenz wird erreicht durch bilaterale Begegnungen insbesondere auch mit den neuen EU-Mitgliedsstaaten.
5. Stärkung der Erziehungsverantwortung und Medienkompetenz:
Dialog "Verantwortung Erziehung" soll erreichen, dass Erziehung in Deutschland ein zentrales gesellschaftliches Thema wird und Einrichtungen und Eltern unterstützt werden.
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefährdungen durch Medien, Drogen, Alkohol und sexueller Gewalt wird neben gesetzlichen Regelungen verstärkt durch Aufklärung beispielsweise im Rahmen der Kampagnen "Hinsehen.Handeln.Helfen!" und "SCHAU HIN! Was Deine Kinder machen".
Stärkung der Medienkompetenz und praxisnaher Hilfestellung durch die Bundesinitiativen "Schulen ans Netz" und "Jugend ans Netz".
Quelle:www.bundesregierung.de/
