Als Reaktion auf die wachsende Kinderarmut in Deutschland hat Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) eine verstärkte Förderung von Alleinerziehenden angekündigt.Als Reaktion auf die wachsende Kinderarmut in Deutschland hat Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) eine verstärkte Förderung von Alleinerziehenden angekündigt. 40 Prozent Kinder, die von nur einem Elternteil erzogen werden, leben in Armut, hatte eine Studie von Unicef ergeben.
In erster Linie, so sagte Schmidt der "Welt", werde es darum gehen, Alleinerziehende bei der Arbeitsaufnahme gezielt zu unterstützen. Dies sei die einzige Möglichkeit, sie und ihre Kinder aus der Armut zu holen. "Der Staat kann unmöglich über Jahre eine Unterstützung oberhalb der Existenzsicherung finanzieren."
Außerdem will Schmidt den Kinderzuschlag für Geringverdiener erhöhen. Er liegt derzeit bei bis zu 140 Euro monatlich.
Keine Verbesserung für die Familien
Schmidt sagte, neben dem Bund hätten auch die Länder und Kommunen eine Mitschuld an der Zunahme der Kinderarmut. "Wenn wir das Kindergeld erhöhen - wie wir das in der letzten Legislaturperiode um 40 Euro getan haben - und die Länder gleichzeitig bei den Gebühren für Kindertagesstätten, mit dem Büchergeld oder den Schulwegkosten neue Belastungen schaffen, dann verbessert sich für Familien überhaupt nichts."
Dennoch, so Schmidt, dürfe man die Situation der Familien und Kinder in Deutschland nicht zu düster sehen. Bei der finanziellen Förderung von Familien liege die Bundesrepublik im europäischen Vergleich im oberen Drittel.
Der Unicef-Bericht hatte ergeben, dass in Deutschland etwa jedes zehnte Kind in Armut lebt. Als arm gilt laut dem Bericht ein Haushalt, der weniger als die Hälfte vom Durchschnittseinkommen verdient.
(N24.de, Netzeitung)

