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Autor Thema: electra  (Gelesen 5871 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
nubischeElfe
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« am: 09. Januar 2010, 00:24:27 »

weiss jemand was dieser text aussagen soll??  http://www.youtube.com/watch?v=k2HvGgC5J9s&NR=1  Weinen
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Nachtelf
Gast
« Antworten #1 am: 09. Januar 2010, 10:01:47 »

Wenn ich das in Bezug auf deine Schwangerschaft sehe dann bekomm ich Angst...
Alles oki bei Dir?
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quips
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Beiträge: 170



« Antworten #2 am: 09. Januar 2010, 12:26:31 »

wie kan man sich soetwas anhören?Huch?

kann nur wie nachtelf fragen, ob es dir gut geht Huch


gruß quips
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wowin
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« Antworten #3 am: 09. Januar 2010, 13:44:47 »

Das ist auch nicht so mein Ding
Aber der vollständigkeit halber....
Der Text stammt aus dem gleichnamigen Stück (Hamletmaschine) von Heiner Müller und wurde nur entsprechend düster unterlegt...aber alles schon sehr schräg. Den Gesamttext gibt es in einem Reclam Heftchen (10 Seiten ;-)) oder natürlich im Internet....
ich find es schrecklich
aber wer Hirnonanie mag....hier eine kleine Interpretation zum Stück *gg*

Vermutlich hat Heiner Müller das Stück wegen des SED-Regimes so kryptisch gestaltet. -- Um Zensur oder Verbot zu vermeiden
Dies ist eine Vermutung, die gelegentlich vertreten wird und nicht selten auf die "Umsiedlerinaffäre" ("Umsiedlerin", eines seiner früheren Realismus-Dramen, welches für ihn den Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR bedeutete) verweist.
Obwohl diese These letztlich daran krankt, dass in der "Hamletmaschine" trotz aller Chiffrierung eindeutig eine kritische Distanz zum Kommunismus eingenommen wird - etwa hier:

"HAMLET DER DÄNE PRINZ UND WURMFRASS STOLPERND/ VON LOCH ZU LOCH AUFS LETZTE LOCH ZU LUSTLOS/ IM RÜCKEN DAS GESPENST DAS IHN GEMACHT HAT/ GRÜN WIE OPHELIAS FLEISCH IM WOCHENBETT/ UND KANPP VORM DRITTEN HAHNENSCHREI ZERREIST/ EIN NARR DAS SCHELLENKLEID DES PHILOSOPHEN/ KRIECHT EIN BELEIBTER BLUTHUND IN DEN PANZER
[Hamlet] Tritt in die Rüstung, spaltet mit dem Beil die Köpfe von Marx, Lenin Mao. Schnee. Eiszeit.

Kritisiert wird aber auch der Kapitalismus, der sozialistische Klassenfeind (man denke nur an die "Vaterunseradaption": "Fernsehen, der tägliche EKEL [...]" etc.). Der Intellektuelle ließ sich in diesem Kontext lange Instrumentalisieren, blieb aber auch ungehört:

"Meine Rollen sind Speichel und Spucknapf Messer und Wunde Zahn und Gurgel Hals und Strick. Ich bin die Datenbank. Blutend in der Menge. Aufatmend hinter der Flügeltür. Wortschleim absondernd in meiner schalldichten Sprechblase über der Schlacht."

Nun entzieht er, das heißt der Intellektuelle, sich, resigniert, wird zum passiven Beobachter:

"Ich bin nicht Hamlet. Ich spiele keine Rolle mehr. Meine Worte haben mir nichts mehr zu sagen. Meine Gedanken saugen den Bildern das Blut aus. Mein Drama findet nicht mehr statt."


Zur Axt: Sag ich ja, mit dem eigentlichen Hamlet hat das hier natürlich nicht mehr sehr viel am Hut. Klar übernommen ist aber das Motiv des Rächens, einer explizit männlichen Tradition der Gewalt.

In diesem Kontext hätte ich gedacht, dass dir, als Frau, eventuell etwas zur Ophelia, der späteren Elektra einfällt, denn es geht ja hier dezidiert um einen gewaltvollen, revolutionären Akt der Emanzipation, der von Männern, wie ehedem (deshalb Elektra) unterbunden wird. Ophelia kann sich nicht wie Hamlet einfach verweigern, ihr bleibt nur das Mittel der Gewalt. Ich finde diese Ophelia- und Elektramonologe immer besonders spannend.
Hingegen wirkt ein Hamlet, der eine Frau sein möchte, sich einer Revolution anschließen will, die nicht seine ist, clownesk:

"Hamlet: Ich will eine Frau sein.
Hamlet zieht Ophelias Kleider an, Ophelia schminkt ihm eine Hurenmaske. [...] Gelächter aus dem Sarg

In diesem Zusammenhang ist eine Stelle besonders interessant - es heißt im 3. Akt: "Ein Engel, das Gesicht im Nacken."

Mit diesem Engel ist zweifellos Walter Benjamins Engel der Geschichte gemeint, dessen Allegorie er, durch ein Bild von Paul Klee inspiriert, entwarf. Dahinter verbirgt sich ein zyklisches Geschichtsverständnis. Müller greift die Allegorie in einigen Gedichten auf und modifiziert sie etwas. Ich habe jetzt nicht die Muße, das darzulegen, aber wie dem auch sei, auch bei Müller bleibt das Verständnis einer zyklisch angelegten Geschichte erhalten, in welches man die "Hamletmaschine" verorten muss.

Wie gesagt: Es ist ein sperriges Drama, das aber gewiss auch einige Konstanten aufzeigt.

Das Europa der Frau ist ein Europa des radikalen Feminismus, der „zugenähten Mütter“. Die klassische Rolle der Frau als Mutter oder als als Objekt (um im Jargon zu bleiben) wird von der Ophelia und später Elektra zurückgedrängt. Ich musste ungewollt auch an Ulrike Meinhof denken (die Frau am Strick), vor allem da das Werk ein Jahr nach ihrem Tod entstand. Diese neue Frau (der Fluss hat sie nicht behalten!), die die Werkzeuge der Gefangenschaft zerstört, steht im Kontrast zu den Huren, die sonst mit dem Weiblichen assoziiert werden. Beispiel: Hamlet nennt seine Mutter Hure; oder er will Frau sein und wird als Hure verkleidet. Auch im „Quartett“ wird von einem Damenopfer gesprochen, dem Selbstmord einer Frau und dort gibt es noch etwas, was auch wichtig und ähnlich wie in der „Hamletmaschine“ ist: die Grenzen zwischen Mann und Frau scheinen zu verschwinden.
Also – das Europa der Frau ist auch ein Europa des Intersexualismus. Marx Lenin Mao – drei nackte Frauen. Herrliches Bild!

Im 4. Bild legt der Darsteller seine Maske ab, und will nicht mehr Hamlet spielen. Der Name des Mannes, „der Geschichte gemacht hat“ ist auswechselbar. Der Darsteller ist nicht mehr Hamlet, er ist der Soldat und der Gefangene, die Schreibmaschine und die Datenbank. Auch Horatio war Horatio und war Polonius. Und Ophelia war Ophelia und war Elektra.
Der Aufstand (kommunistische Revolution etwa) ist misslungen – der Darsteller geht nach Hause. Dann kommt der Kapitalismus, der ebenfalls heftig kritisiert wird /Narben der Konsumschlacht/Heil Coca Cola/.../
Ich denke, Müller spielt auf einen gewissen Zyklus in der Geschichte an; eine unaufhaltsame Wiederkehr der Utopien. Kommunismus kommt durch Aufstand, wegen Unzufriedenheit mit altem System. Kapitalismus kommt wegen Unzufriedenheit mit Kommunismus. Kapitalismus wird wohl auch enden und eine neue Utopie wird kommen. /Wenn sie mit Fleischermessern durch eure Schlafzimmer geht, werdet ihr die Wahrheit wissen/
Ophelia ist Elektra – die Tochter von Agamemnon. Er wurde ebenfalls von seiner Frau und ihrem Geliebten ermordet. Das Stück fängt mit Hamlet an, der symbolisch für Männlichkeit der Rache steht, und endet mit Elektra, die sich ebenfalls an ihre Mutter rächt. Dabei muss noch erwähnt werden, dass Shakespeares Hamlet stirbt, die mykenische Elektra aber am Leben bleibt und auch nicht verfolgt wird.

« Letzte Änderung: 09. Januar 2010, 15:21:06 von Nicole » Gespeichert
nubischeElfe
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« Antworten #4 am: 14. Januar 2010, 12:59:44 »

danke wowin
du bist wirklich sehr nett und zeigst dass du sehr intelligent bist
mit s einer ausführlichen antwort hätte ich niemals gerechnet
kuss!
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fitna
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« Antworten #5 am: 14. Januar 2010, 20:43:59 »

einstürzende neubauten sind klasse!!!!
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Das Gegenteil von Mut, in unserer Gesellschaft, ist nicht Feigheit sondern Anpassung!
Nachtelf
Gast
« Antworten #6 am: 23. Januar 2010, 17:57:46 »

aber das macht so ein Krach wenn die einstürzen *g*
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