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Alleinerziehend.de Forum 05. September 2008, 06:46:06 *
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Autor Thema: Ganztages Grundschulen  (Gelesen 1114 mal)
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wowin
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« am: 30. Juli 2007, 15:53:01 »

Hallo zusammen
Ich habe als neuen Auftrag eine Ganztages Grundschule an einer staatlichen Schule aufzubauen. Nun würde es mich sehr freuen wenn ich Rückmeldungen von EAs bekommen würde die Erfahrungen mit dieser Art der Beschulung haben und wie ihr diese Schulart aufgrund von euren Erfahrungen beurteilt.
vielen Dank
liebe Grüße

Wolfgang

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Alleinerziehend.de Forum
« am: 30. Juli 2007, 15:53:01 »

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Kilashandra
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« Antworten #1 am: 30. Juli 2007, 22:19:51 »

Hallo Wowin,

mein Sohn wird übernächste Woche eingeschult, und auch unsere Grundschule ist ab dann eine sogenannte OGS. Ich war im Frühjahr zum Gesprächsabend bezüglich dieser Schulform, und teile schreibe jetzt erstmal kommentarlos die Rahmenbedingungen auf:

Betreuungszeit 8.00 - 16.00 Uhr an 5 Wochentagen
Anwesenheit während dieser Zeit ist Pflicht.
Früheres Abholen nur an einem Tag um 15 Uhr möglich, nach vorheriger Ankündigung.
Betreuung durch ein 3-köpfiges Stammteam
1 VZ
2 TZ bzw. Aushilfen
täglich frisch gekochtes Mittagessen
Getränke stehen während der ganzen Zeit zur Verfügung
Hausaufgabenbetreuung (1 Lehrerstunde pro 25 Kids pro Woche)
"Zukauf" von Studenten zur HA betreuung
Arbeitsgruppen z. B. Schach, Judo, Handball, gesundes Kochen, Werken, Handarbeiten
dazu werden Honorarkräfte angeheuert
Diese Arbeitsgruppen gehen nur über einen bestimmten Zeitraum und wechseln somit innerhalb eines Schuljahres ab

Das ist jetzt so der grobe Rahmen.

Was mir bei der ganzen Sache bitter aufgestoßen ist, ist der Zwang ... das Kind "MUSS" jeden TAg von 8-16 Uhr anwesend sein. Kündbar ist der Vertrag nur von Seiten der Schule, sollte das Kind dagegen des öfteren verstoßen.... mmhh... schön das mir das Sorgerecht bleibt... koppschüddel

Für einen Vollzeitjob reichen diese Betreuungszeiten bei mir auf gar keinen Fall. Das geht bei uns mehreren AE Müttern so...

Gut, ich gebe zu, ich bin durch unsere Einrichtung - Kita/Hort - echt voreingenommen... wir haben Betreuungszeiten von 7 - 17 Uhr... und das flexibel, wenn ich heute sage, mein kind kommt morgen nicht, ist das ok. Bei der OGS gehts ja auch um die Förderung durch den Staat... die gibts angeblich nämlich nur, wenn die Kinder auch wirklich anwesend sind... hast du da nähere Info´s zu??? Das würde mich mal wirklich interessieren.

Wir haben jetzt das Glück, das unser HOrt bis 2008 weiterfinanziert wird... was dann ist... seufz...

Ich hab ziemlich flexible Arbeitszeiten... und wenn ich mal nen Tag Überstunden abfeiere.. warum soll mein Kind dann in die OGS gehen...vorausgesetzt das es wirklich lieber bei mir bliebe... klar, wenn Argen laufen wo es teilnehmen will... würd ich mich auch nicht quer stellen... aber alleine der Zwang dahinter... da reagier ich zugegebener Maßen allergisch drauf...grins...

Und davon mal ab... das schlechte GEwissen, allen Genüge zu tun... das haben wir AE doch echt alle (s. dein Thread AE-Väter)... Wie Mann/Frau es macht, isset nun mal falsch... das ist wenigstens sicher...grins

lg

Anja
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Homo homini lupus est
Maja
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« Antworten #2 am: 31. Juli 2007, 01:13:54 »

Was soll ich hier sagen? Darf ich ja gar nicht..... Unsere Stümmelkonzeption zur Ganztagesschule steht, ich hab damit zu tun, tagtäglich. Wo null Geld, kein sinnbringendes Konzept Zwinkernd.

Mich persönlich betrifft es noch nicht, aber für mich wäre wichtig, mein Kind gut betreut zu wissen. Hausaufgaben GUT erledigt, Spass gehabt und wenn zuhause, endlich FEIERABEND, anders macht es kaum Sinn.

Feierabend in dem Sinn, das zuhause dann gelebt werden darf. Spülmaschine ausräumen, Tisch decken und wieder abräumen, Zimmer in Ordnung halten etc. inbegriffen, Klamotten in die richtige Tonne oder Ecke räumen natürlich auch Zwinkernd. Aber ansonsten müsste da halt Platz für "Familienleben" sein....

Und genau da hinken die deutschen Konzepte meiner Meinung nach Zwinkernd!

LG Maja

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aniella44
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« Antworten #3 am: 31. Juli 2007, 03:18:41 »

hallo wowin,
wir sind eine gesamtschule mit ganztagesangebot. hausaufgabenbetreuung durch oberstufenschüler, kooperation mit der jugendhilfe (ebenfalls programme, auch mit hausaufgabenbetreuung , direkt neben der schule), nachmittagsangebote von töpfern bis gitarre etc etc). allerdings sind wir keine grundschule.

meine erfahrung ist, dass durch das durchgehend freiwillige angebot die schüler, die die betreuung brauchen würden, selten erreicht werden. abhängen vor der glotze am nachmittag ist entspannender. oder auf der straße sein.
obwohl ich für meine kinder diese "erzwungene" ganztagesbetreuung auch nicht wollen würde, muss ich ehrlicherweise sagen, dass ohne die selbstverständlichkeit, dass schule nun mal bis 16.00 uhr geht, nicht so viel erreicht werden wird.
abgesehen davon haben die meisten länder unterricht bzw. betreuung bis 16.00 oder noch länger. das ist einfach normal.
und ich denke auch, dass es richtig ist. ich habe wenig verständnis für die geldnöte der einzelnen länderregierungen. in badenwürttemberg werden die meisten jungen lehrer nicht eingestellt, die stehen auf der straße weil kein geld da ist - andererseits werden für stuttgart 21 (hauptbahnhof unter die erde und eine schnelltrasse nach ulm, wenn ich mich richtig erinnere) milliarden ausgegeben. schizophren.
aber nützt ja auch nichts.

die grundschule meiner zwei kleinen kinder bietet kernzeit bis 14 00 uhr und eine hortbetreuung von 7.30 bis 17.00 uhr. aber die erzieherinnen haben viel zu viele kinder und sehr beengte räumlichkeiten. aber ich bin heilfroh, dass es die einrichtung gibt. es ist auch noch günstig. ohne mittagessen für zwei kinder 110.- €. das ist sehr günstig.
allerdings kommen meine kinder meist nach der hausaufgabenstunde heim. sie finden beide das gut, dass sie mit der arbeit fertig sind, wenn sie heimkommen (ich auch!!!!). manchmal wollen sie länger bleiben, wenn z.b. specksteinarbeiten angeboten werden oder ausflüge gemacht werden. (oder ich nicht da bin, natürlich). essen gibt es in zwei schichten, je nachdem ob die schüler nach der 5. oder 6. stunde aushaben. von 14.00 - 15.00 uhr ist dann stillarbeit. danach freispiel oder programm.
weiß jetzt nicht, ob dir das weitergeholfen hat.
lg lea
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wowin
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« Antworten #4 am: 31. Juli 2007, 10:41:32 »

Danke  Smiley
Ich freu mich dass ihr euch so viel Mühe macht.
Eure Meinungen sind für mich in der Planung eine große Hilfe. Wir stehen mit dem KOnzept mächtig unter Zeitdruck da wir den Zuschlag als Betreiber Anfang Juli bekommen haben  und die Schule am 10.9. startet. Der zeitliche Rahmen steht, aber alles andere ist im werden.
In BW gibt es Ganztagesschule nur von Montag bis Donnerstag, drum mussten wir schon den Freitag als Zusatzangebot formulieren. Glücklicherweise ist das Geldbudget für Personal einigermaßen akzeptabel. Es könnte natürlich immer mehr sein, aber in diesem Bereich will ich nicht klagen. Aber es gibt von der Kommune erstaunlicherweise keinen Posten für die Sachmittel. Das soll die schule bestreiten...und so kommt ein Ball ins rollen..hin und her und...
Die Ganztagesschule wird schrittweise ausgebaut. Sie startet erst mal mit einer Ganztagesklasse pro Klassenstufe und bis 2012 ist die ganze Schule eine gebundene Ganztagesschule.
Was mir konzeptionell wichtig ist ist eine gewisse Durchsetzung von UNterricht und Freizeit, was natürlich die gebundene Formn notwendig macht. Aber ich glaube gerade bei Erstklässlern würde ich wenn ich aus der Elternperspektive mein Kind auch gerne Mal einen Nachmittag zu hause haben...so ich es mir leisten kann zu hause zu bleiben. Da habe ich nicht wirklich ein gutes Gefühl. Bei viertklässlern ist das meinem Gefühl nach etwas anderes. UNd auch entwicklungspsychologisch..wenn man das hierfür bemühen will. Kulturell wird mit dem ZUsammensein von Eltern und Kind recht unterschiedlich umgegangen. viele  Franzosen haben überhaupt kein Problem damit auch schon kleinste Kinder von früh morgens bis spät abends außer Haus betreuen zu lassen (ich spreche nicht von AEs die keine andere Wahl haben). Mittlerweise kenne ich mich ja auch ein bisschen im Australischen Erziehungssystem aus. Dort ist im Umfang recht ähnlich wie es in den meisten deutschen Konzepten läuft. Ganztagesschule ab der ersten Klasse von halbneun bis um sechzehn Uhr. Mit vielen Spiel und Spaßelementen. Einen UNterschied sehe ich im Rollenverständnis der Lehrer das sich eher auf die Vermittlung von Lehrstoff bezieht als darin mit der Beziehung zum Schüler zu arbeiten. Nach meinen Informationen ist dieses Selbstverständnis in vielen anderen Ländern ein anderes.
Banal gesagt geht es uns auch darum dass die Kinder ihre Lehrer auch einmal anders erleben dürfen als sie es gewohnt sind (durch Projekte etc.)
Aber nu bin ich ein bisschen abgeschweift....
Hausaufgabenbetreuung ist natürlich in der Zeit mit drin. Ich denke uach dass es nicht sein kann dass ein Grundschulkind um halbfünf nach hause kommt und noch Hausis machen muss.
Wir bieten die Möglichkeit noch Stunden zuzukaufen für eine Betreuung bis 17 Uhr. Die Gruppen kommen zustande sobald sich mehr als 10 Kinder angemeldet haben. Wir haben noch keine Regelungen für Bedarfsorientierte Einzelanfragen, die mir aber doch auch wichtig wären.
@Maja
Kannst du mir das etwas genauer beschreiben was du meinst, ich habe das nicht verstanden.
bzw. ich verstehe schon was du sagst aber ich weiß auf Anhieb nicht was man konzeptionell dafür tun kann.

Vielen Dank noch einmal dass ihr euch die Mühe gemacht Habt, das hilft mir sehr weiter. und noch einmal die Bitte an alle die das lesen und eine Meinung haben diese mir zu schreiben. Was stellt ihr euch toll vor bzw. habt ihr als gut empfunden und was macht euch bzw. würde euch unzufrieden machen.

ICh wünsche euch einen wunderbaren Tag und dass eure Heizung noch funktioniert..

liebe Grüße

Wolfgang

 
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« Antworten #5 am: 31. Juli 2007, 11:08:11 »

Hallo wowin,

die Grundschule meines Sohnes hat bislang eine Betreuung bis 14:00 Uhr angeboten. Damit bin ich gut  klar gekommen, denn eigentlich benötige ich die Betreuung nur für zwei Tage die Woche, sonst bin ich meist eher zu Hause als meine Kinder...

Jetzt sind - entsprechend dem Schulgesetz und dem offiziellen Ansinnen die Hortplätze nach und nach für Schulkinder abzubauen - diese Förderplätze gestrichen worden.
Statt dessen wird eine OGS aufgebaut. (Anders als vorher angekündigt - eigentlich sollte es eine OGS pro Stadtteil geben, jetzt bieten plötzlich alle Grundschulen im Stadtteil nur noch OGS an). Diese OGS ist verpflichtend für jeden Tag in der Woche bis 16:00 Uhr. Sollte das Kind Therapien machen, so kann zeitweise freigestellt werden. Leider aber anders als früher, denn der Beitrag für die Eltern wird durch solche Aktionen nicht gemindert. Das bedeutet für mich konkret dass ich für die Betreuung statt 25 EUR nun 100 EUR plus Essenskosten zahlen müsste.

Für mich heißt das das ich mein Kind entweder immer schicken muss oder in Zukunft auf eine Betreung verzichten muss - Schlüsselkind vorprogrammiert bzw. private Absprachen mit anderen Müttern werden hoffentlich klappen.

Leider ist auch weder die räumliche Ausstattung der Schule gegeben - schon für die "andere" Betreuung - der Betreuungsraum wurde trotz der Proteste der Elteren in einen normalen Klassenraum umgewandelt, steht also nicht immer zur Verfügung - noch die Personalfrage geklärt. Die Stadt zuckt die Schultern, weil die Gelder fehlen um jetzt alle Grundschulen auch nur ansatzweise den Notwendigkeiten entsprechend auszustatten, ich weiß wie schwierig es für die Betreuung früher war wenn mal "nur" 20 von 45 Betreuungskindern anwesend waren, und jetzt sollen mehr als 45 angemeldet sein...

Hausaufgabenaufsicht gab es auch früher schon und man kann sagen das es für die Kinder o.k. ist die auch zu Hause gut Hausaufgaben alleine machen können, die anderen ... na ja, wenn man keinen Wert auf Ordnung und Richtigkeit legt....

Das Resultat dieser Politik ist die, dass sich nun die Eltern von der Betreuung abwenden die arbeiten gehen und es irgendwie hinkriegen die Kinder anderweitig unter zu bringen - sie sind nicht bereit die Kinder jeden Tag so lange betreuen zu lassen.

Viele Kinder der OGS haben momentan Mütter die zu Hause sind und "froh sind, dass sie jetzt mehr für sich tun können". Sie nehmen billigend in Kauf dass die Kinder selbst für das Mittagessen das Schulgelände verlassen müssen - der Platz reicht einfach nicht aus.

Wenn ich das ganze aus der Sicht eines Viertklässlers betrachte: Schule meist bis zur sechsten Stunde, dann Essen gehen, dann Hausaufgaben machen (wobei eine Mutter aus einer benachbarten OGS-Schule gesagt hat das es für die HA meist viel zu laut ist), da bleibt dann bis 16:00 Uhr keine Zeit mehr für irgend welche AG's.

Mich würde das nicht wirklich entlasten, für meinen Sohn hieße das Abschiednehmen von Vereinen und Besuchen von Freunden die nicht mit  ihm die gleiche Schule besuchen - denn wenn er dann um 16:30 Uhr nach Hause käme müsste er ja noch HA machen.

Die Entscheidung für die Ganztagsbetreuung ist politisch gewollt, sie entstand unter dem PISA-Schock mit Blick auf andere Länder. Leider wird immer wieder außer Acht gelassen dass in diesen Ländern die Lehrer-Schüler-Relation eine ganz andere ist...

Mit freundlichen Grüßen

cmag16
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Maja
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« Antworten #6 am: 31. Juli 2007, 11:36:19 »

@Wowin,

was hier sehr schwierig ist z.B., dass jeder gern die Ganztagesschule hätte, aber keiner das Geldsäckel aufmachen will. Es ist doch echt häufig so, wie Aniella geschrieben hat. Lieber wird Geld für z. Teil völlig sinnfreie und überflüssige Dinge ausgegeben, als an den Schulen einen vernünftigen Personalspiegel zu schaffen. So werden für die Ganztagesschule Kräfte aus der freien Jugendarbeit abgezogen, ob es denen nun paßt oder nicht und ob es noch mit "offener" Jugendarbeit zu tun hat, am nachmittag Kinder zu betreuen, Hausaufgaben zu beaufsichtigen ist meiner Meinung nach auch mehr als fraglich. Mitarbeiter der Schulsozialarbeit sollen evtl. ihre teure Arbeitszeit dafür verwenden, den reibungslosen Ablauf der Essensausgabe und das Mittagessens zu beaufsichtigen, usw. usw. .... Alles eben wenig durchdacht, ein Provisorium sozusagen, dass zwangsläufig wieder etliches Stückelwerk nach sich zieht.

Tja und so startet man jetzt halt mal mit der Hauptschule, Klasse 5 -7. Nachmittags besteht ein Betreuungsangebot, welches aber freiwillig ist Zwinkernd. Zudem finden die Betreuungsangebote an manchen Tagen gar nicht auf dem Schulgelände statt, sondern in anderen städtischen Einrichtungen. Es soll wohl weder Anwesenheitspflicht oder Anwesenheitskontrolle geben Zwinkernd. Wie beruhigend für berufstätige Eltern..... Geld um tolle Projekte stattfinden zu lassen, ist auch kaum verfügbar. Ein Meisterstück möcht ich mal sagen Zwinkernd!

Ja und was man konzeptionell dagegen tun kann? Das hängt davon ab, wie viel die Umsetzung der Ganztagesschule in Eurem Fall kosten darf. Genug Personal, SINNVOLLE Betreuung, Verläßlichkeit..... Konnte nur Sachen anbringen, die mir als Beschäftigte in diesem Bereich, Mutter und Steuerzahler irgendwie aufstossen Smiley.

Ansonsten muss ich cmag in vielem zustimmen, auch bzgl. dem PISA-Schock. Kann ich nur voll und ganz unterschreiben!!!

LG Maja
« Letzte Änderung: 31. Juli 2007, 11:45:34 von Maja » Gespeichert

Nachtelf
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« Antworten #7 am: 31. Juli 2007, 21:09:57 »

Hallo Wowin.
Zuallererst: Ich bin ein klarer Befürworter der Ganztagsschule und habe für das Schuljahr2004/2005 für die Einführung in der HS-Markt Indersdorf gekämpft.

Obwohl eine breite Zustimmung und ein ermittelter Bedarf vorhanden war (45 Anmeldungen für ?25? Plätze) hat die Landesregierung der Einführung nicht zugestimmt. Ein Jahr später, wir haben weiter Druck gemacht war es dann soweit 2005/2006 wurde die 6.Klasse als Ganztagsklasse in gebundenem Unterricht geführt. Ich hatte zu dieser Zeit ein AuPair und war nicht auf eine "Betreuung" angewiesen. Diese Vorrede nur das klar wird für wie wichtig ich eine konzeptionierte Ganztagsschule halte, wenn es solch ein Konzept wirklich gibt.
Auf der Internetseite der HS-Markt Indersdorf gibt es eine Fotoserie über den Alltag und auch Stundenpläne über den gebundenen Unterricht.

Mein Großer der die Schule bis zu unserem Umzug nach Hannover besuchte, war am Anfang überhaupt nicht begeistert. Bis 16 Uhr Schule und erst 16.30Uhr zuhause.
Nach einer Woche hat sich das gelegt.
Er findet toll
- gemeinschaftliches Essen
- gemeinsame "Spielzeiten"
- seine Mitschüler sind jetzt seine "Kumpels"
- wenn er nach Hause kommt keine Hausi mehr
- kein Streit mehr mit Papa wegen der Hausi (ihr wisst sicher was ich meine)
- bei den Hausaufgaben kann man einen Lehrer fragen wenn es Probs gibt
Ich finde toll
- soziales Umfeld wird aufgebaut
- direkter Bezug der Lehrer zu ihren Schülern
- soziale Kompetenz der Schüler besser wie der Durchschnitt (haben Lehrer anderer Klassen bestätigt)
- wenig Unruhe wärend des Unterrichtes
- keinen Streit wegen der Hausis
- kein schlechtes Gewissen das ich nachmittags nicht da bin wegen Arbeit

Im großen und ganzen fühlter ER sich gut aufgehoben und der Durchschnitt der gesamten Klasse hat sich notentechnisch verbessert.
ABER!!! Man muss sagen das der Rektor dafür gekämpft hat das es durchgesetzt wird. Viele Schulleitungen und Lehrer wollen das scheinbar gar nicht. In Dachau sollte ein aus Schulleitern gebildete AG ermitteln was gebraucht wird um dort Ganztagsschulen zu installieren... Was herauskam war ein papier mit jeder Menge ausgearbeiteten punkte WARUM ES NICHT GEHT.
Setzen- sechs
Wie schon geschrieben. Sinnvoll nur mit Konzept und nicht mit "verräumen" der Kids. Man muss ihnen dann auch was bieten und damit meine ich sicher nicht "Blumenkränze binden leicht gemacht"
Wenn du Informationen über das Konzept haben willst setze dich mit Herr Güll von der HS-Markt Indersdorf in Verbindung und Grüße ihn von mir. (Von dem alleinerziehenden Vater der weggezogen ist.)

Noch was. Wenn Ganztagsschule dann mit verpflichtendem Charakter, denn nur dann kann ein Konzept greifen. Nicht heute mit 5 Schülern und morgen mit 20. Hausaufgabenhilfe durch Fachlehrer und nicht "betreutes Hausaufgaben machen" mit Nachmittagseltern. Das bedarf aber auch eine Schulung der Lehrer, nicht nur ein "in die Pflicht nehmen" der Eltern und Schüler.

Soviel zu der Ganztagsschule meines Sohnes... die geht aber erst ab der 5. Klasse... schau was du damit anfangen kannst *ggg*

Wenn du ein Konzept entworfen hast sag Bescheid, denn ab 2008/2009 wird hier die HS die RS und das Gym auch als Ganztagsschule gestartet. Nachmittags soll da aber eher ein "Animationsprogramm" durch Feuerwehr, Musikverein und ähnliches Starten... das wäre wieder die Variante "Unterbringung der Kinder" *kopfschüttel*
Seltsam das das Gymnasium hierbei verpflichtet zur Hausaufgabenbetreuung und die HS und die RS dies nicht für wichtig hält.
Mal sehen ob wir da nicht wieder die Boxhandschuhe anziehen müssen...

Gruß

Nachtelf
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Maja
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« Antworten #8 am: 31. Juli 2007, 21:23:46 »

Ja da hat der Nachtelf wohl vollumfänglich recht Smiley.

Habe heute übrigens bei meinem Chef rückgefragt und falls von Dir gewünscht, dürfte ich Dir die Konzeption mal zukommen lassen. Ob Du viel damit anfangen kannst, weiß ich allerdings nicht. Erstens ist bei uns der Träger die Stadt, zweitens geht es um eine Hauptschule und drittens betrifft es "nur" die Klassen 5 - 7. Erarbeitet wurde die Konzeption von einer kirchlichen Stiftung öffentlichen Rechts mit einschlägigen Erfahrungen auf diesem Gebiet in Zusammenarbeit mit der Stadt.

LG Maja

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Nachtelf
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« Antworten #9 am: 31. Juli 2007, 21:26:35 »

 bitte bitte bitte

Kann ich das Papier auch haben Maja? Nur zur Info und Vrbereitung-

Gruß

Das Elf
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