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Alleinerziehend.de Forum 08. Oktober 2008, 13:34:56 *
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Autor Thema: Rebellion im 21. Jh.?  (Gelesen 750 mal)
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Lola
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« am: 07. Juli 2007, 22:20:11 »

Heute Nacht sind mir einige Gedanken durch den Kopf gegangen. Auf die Fragen konnte ich aber keine Antworten finden, daher stelle ich sie Euch.

Es richtet sich jetzt eher an die Mütter/Väter von Teenies, aber wogegen rebelliert Euer Nachwuchs heutzutage? Welche Ziele und Ideale kursieren in der "heutigen Jugend" (igitt, ich komme mir alt vor, wenn ich so was schreibe)? Gibt es irgendetwas Neues oder werden dieselben Themen weiter gesponnen, mit denen schon ihr vor langer Zeit angeeckt seid? Oder hat sich das "kein Bock auf nichts", das schon vor zehn Jahren sehr im Kommen war, noch mehr ausgeweitet? Oder habt Ihr absolut keine Ahnung, was in Euren Kindern vorgeht?

Ich würde mich sehr über Eure Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema freuen!

Liebe Grüße,

Lola
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Du bautest eine exakte Welt...

... ich aber bin ein völliges Chaos!
Alleinerziehend.de Forum
« am: 07. Juli 2007, 22:20:11 »

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vero
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« Antworten #1 am: 07. Juli 2007, 22:43:48 »

hallo lola,
was eine spannende frage, aus einer ecke, die man so gar nicht erwartet! ist dein kleiner frühreif oder willst du noch mal in die rebellion treten?
ich denke, dass heute wie damals die rebellion gegen die ziele und moralvorstellungen der eltern gerichtet sind. ich hatte neulich ein sehr interessantes gespräch mit einer etwas älteren schweizerin zu diesem thema: sie meinte, sie war ja selber so rebellisch, so cool und so anders als der rest der gesellschaft, dass sie die pubertät ihrer tochter mit links durchstehen könnte. nun ja, das hat nicht geklappt... die fetzen sind wohl extrem geflogen, langsam glätten sich die wogen (töchterchen ist mitte 20). Fazit der Frau war, dass sie ihre tochter vor problemen bewahren wollte, die die tochter einfach gern gehabt hätte (die liebe zu männern aus einem anderen kulturkreis, um genau zu sein. dabei ist die mutter alles andere als verbort in ihr schweizerinnen dasein).
der sohn einer guten freundin hat michael jackson poster aufgehängt und imitiert dessen tanzstil. sein ziehvater ist musikjournalist bei den besten zeitungen, organisiert konzerte und legt als dj in den angesagtesten und coolsten inclubs der stadt auf.
rebellion wendet sich gegen die idealvorstellung der eltern.
meine freunde meinen, dass mein töchterchen mal mit perlohringen bwler daten wird oder chemikalien in den abfluss giessen wird. vielleicht wird sie auch staatsbeamtin.
lg vero
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aniella44
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« Antworten #2 am: 08. Juli 2007, 02:24:54 »

hallo lola, hallo vero,

hab wirklich lachen müssen über die vorstellung, dass deine tochter, vero, mit perlohrringen bwl- er daten wird. da ich dich ja nicht kenne, weiß ich nun, wie du sicher nicht bist!!

es ist wirklich eine spannende frage, gegen was teenager von heute rebellieren. ich habe ja schon eine tochter durch die pubertät gebracht, aber ehrlich gesagt, war das sehr easy. das wird mit den anderen zweien ganz sicher anders werden. das zeichnet sich heute schon ab.

das problem vieler teenager von heute ist doch, dass ihre eltern nicht mehr viel widerstand zum rebellieren bieten. laufen die mütter mit piercings durch die gegend und sind womöglich noch in den gleichen discos wie ihre töchter anzutreffen (die dann natürlich dort nicht mehr hingehen), was bleibt den jungen leuten dann noch an rebellionsmöglichkeiten?? (auch weniger "auffällige" eltern bieten wenig widerstand) was schockt die eltern noch? bei mir war das noch sehr einfach. da war fast alles brauchbar zum rebellieren. die teenager von heute haben es da viel schwerer.

wenn eltern sich durch die kleidung, ihren musikgeschmack und durch ihre freizeitgestaltung nicht mehr viel von ihren teenager-kindern unterscheiden, diese typischen abgrenzungsmerkmale besetzen, kann das verheerend für die kinder sein. oder auch, wenn eben vieles toleriert wird, was früher gut zum rebellieren getaugt hätte.
das mag vielleicht manchen übertrieben vorkommen, aber die verschwommenen abgrenzungsmöglichkeiten können (müssen nicht) ein echtes problem darstellen. pubertät ist eben mit reibung verbunden, mit sich abgrenzen und dem prozess des sich findens. natürlich finden die kinder andere möglichkeiten, aber manchmal denke ich, dass alles so extrem wird. ich erinnere mich noch, dass ich wirklich schockiert war, als die tochter meiner freundin ihr erstes brustwarzenpiercing hatte - mit 15. natürlich ohne erlaubnis. brr. die hat sich abgegrenzt, mein gott war das krass. (natürlich kann man nicht die schlussfolgerung ziehen: mutter A hat piercings, zieht sich flippig an und geht in discos, also wird deren kind drogenabhängig oder zieht nur designerklamotten an.)
vielleicht haben deshalb auch diese ganzen absolut menschen- und frauenverachtenden texte der hiphopper (sagt man das so??) so einen zulauf?? das finde ich auch ganz schrecklich. brr.

@lola: ziele und ideale. das ist eine sehr gute frage. ich weiß es nicht. ich frage oft meine schüler. ich will es wirklich wissen. es interessiert mich wirklich. aber oft ist es nur erschütternd. natürlich wollen sie die schule gut machen, einen beruf erlernen etc. aber oft ist die bereitschaft nicht da, wirklich etwas dafür tun zu wollen. es ist so schwer , zu motivieren.
mit idealen können die wenigsten was anfangen. mom hab ich auch eine 9. klasse, die sehr nett ist und mit denen ich oft auch über andere dinge rede. viele der mädchen möchten keine kinder (kosten zu viel). naja, ich denke natürlich dann, das wird sich ändern, die sind ja noch jung. andererseits war für mich in dem alter  das geld das letzte , über das ich mir in zusammenhang mit familiengründung gedanken gemacht hätte. das ist heute ganz anders. ich werde nach den ferien ihnen mal genau diese frage stellen. ich bin gespannt was kommt.

andererseits gibt es ja auch klassiker, wie weg gehen wollen, wann heimkommen etc etc. die sind wahrscheinlich immer aktuell.

@vero:
"ich denke, dass heute wie damals die rebellion gegen die ziele und moralvorstellungen der eltern gerichtet sind."

ganz sicherlich hast du damit recht. aber da unsere moralvorstellungen ja mittlerweile recht liberal sind, kann es uns doch nur vor neuauflagen grausen, oder? naja, die generation vor uns dachte sciher auch, dass das alles so seine richtigkeit hat.

was mich so erschüttert, ist diese normalität die porno- und horrorfilme bei vielen jugendlichen haben. das graust mich wirklich. ich habe auch nicht das gefühl, dass das mit einer normalen rebellion im teenageralter gleichzusetzen ist, sondern dass das eine echte bedrohung des gefühlslebens von vielen kinder bzw. jungen menschen darstellt. was denkt ihr darüber.
nachdenkliche grüße
lea
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Lola
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« Antworten #3 am: 11. Juli 2007, 19:17:13 »

@ vero

Zitat
was eine spannende frage, aus einer ecke, die man so gar nicht erwartet! ist dein kleiner frühreif oder willst du noch mal in die rebellion treten?
Einfach nur viele Gedanken, die durch meinen Kopf geschossen werden. Heraus aus den Gedanken, dass ich irgendwann mal selber nicht mehr wusste, wie ich noch provozieren und anecken konnte, da irgendwie alles schon mal dagewesen ist. Dann ein Buch das 1968 spielt das ich gelesen habe, der Vergleich zu meiner Generation, und die Erkenntnis, dass ich über die heutige absolut nichts mehr weiss...

@ aniella44

Zitat
das problem vieler teenager von heute ist doch, dass ihre eltern nicht mehr viel widerstand zum rebellieren bieten.
Ja, das wird bei uns sicher auch passieren. Ich vermute mal, dass es keinen Spass macht wenn die Mama auf die Aussage "ich will Dreadlocks" mit "kein Problem, mache ich Dir" reagiert. Also fürchte ich dass er mal mit spiessigem Kurzhaarschnitt und Polohemd daher kommen wird... *g*

Zitat
was mich so erschüttert, ist diese normalität die porno- und horrorfilme bei vielen jugendlichen haben. das graust mich wirklich. ich habe auch nicht das gefühl, dass das mit einer normalen rebellion im teenageralter gleichzusetzen ist, sondern dass das eine echte bedrohung des gefühlslebens von vielen kinder bzw. jungen menschen darstellt. was denkt ihr darüber.
Gab es zu "meiner Zeit" auch, war vielleicht noch nicht so leicht verfügbar, da es kein Internet gab, aber dafür halt begehrter. Jugendliche können sehr wohl zwischen Film und Realität unterscheiden, auch wenn oft blöde Sprüche abgegeben werden um zu provozieren. Ich sehe das persönlich nicht als Bedrohung.

Vor ein paar Tagen sprach ich mit einem 12jährigen und fragte ihn über seine Ziele und Ideale... der hatte keine...

Liebe Grüße,

Lola


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