Heute kam im Email-Verteiler noch eine kleine Ergänzung zu "Damals und Heute" ......

ELTERNSPRECHTAG
1973 Alle Schüler zittern, denn heute werden die Lehrer alle ihre Sünden
offenbaren. Zartbesaitete Mütter haben ihren Ehemann mitgebracht. Die Kinder
bleiben zuhause und erwarten das Donnerwetter.
2006 Alle Lehrer zittern, denn heute werden die Eltern mit ihnen abrechnen.
Zartbesaitete Lehrer haben ihren Anwalt mitgebracht. Die Analytiker halten
sich in ihrer Praxis bereit und erwarten dort Zusammenbrüche. Völlig
umsonst. Von den Eltern läßt sich keiner blicken.
EXKURSION
1973 Um 9.00 treffen sich alle am Bus vor der Schule, der eigens gemietet
wurde, um die ganze Klasse und zwei Lehrer in die Heide zu fahren. Alle
haben Brote dabei, ein Sunkist und ne Mark für ein Eis. Weil Gisela
Spätaussiedlerin ist und ihre Eltern kein Geld haben haben die anderen
Eltern die 20 Mark für den Bus und die 2,50 für den Vogelpark Walsrode
übernommen.
2006 Alle treffen sich zwei Stunden vor Abflug, denn nach Shanghai gelten
besondere Sicherheitsbestimmungen. Alle haben ihren ipod mit, ihr Handy und
500 Euro für die erste Woche. Kevin konnte leider nicht mit, weil Hartz IV nur
die Hälfte der Kosten in Höhe von 2.500 Euro für den Ausflug übernehmen wollte.
Pech, Kevin.
DEUTSCH
1973 Die Diktate sind mal wieder besonders hart ausgefallen. Schwierigkeiten
machten:
Telefonapparat, Rythmus und Gymnastikverfahren und Mayonaise
2006 Die Diktate sind mal wieder besonders hart ausgefallen. Schweirigkeiten
machten:
das, dass und daß, zusammen hängend und Majonäse, Majonese und Mahjohneese
MATHE
1973 Hannah ist schon in der 10. Klasse und beherrscht die Grundrechenarten
noch immer nicht. Das ist nicht gut. Sie geht von der Schule ab und muss
Karriere in der Werbung machen, denn etwas Anstädniges wird sie so wohl nie
werden.
2006 Hannah ist in der 10. Klasse und beherrscht alle Funktionen ihres
Taschenrechners und ihres Computers. Was sie nicht beherrscht ist die
geltende Gesetzgebung, die es Minderjährigen verbietet, Aktiengeschäfte zu
tätigen. Das ist schade, denn als die Polizei dahinter kommt, hat Hannah
schon 3,4 Mio Euro verdient, die sie jetzt leider wieder zurückzahlen muss.
Hannahs Eltern gehen in den Knast. Sie selbst auch, denn Heimplätze sind
knapp geworden. Als sie an ihrem 18. Geburtstag entlassen wird, hat sie
keinen Abschluss und mit einer Jugendstrafe auch keinen Aussicht auf einen
Ausbilungsplatz. Hannah hat auch kein Elternhaus mehr und weiß nicht, wohin,
also geht sie erst einmal in den Big Brother Container, um warm und trocken
zu wohnen. Dort erzählt sie ihre Geschichte und gibt ein paar Anlage-Tipps.
Sie wird der Renner. Die Telekom macht Hannah das Angebot, Ihr 3,4 Mio zu
zahlen, wenn sie diskret Tcom-Aktien empfielt und über den Deal schweigt.
Hannah gewinnt Big Brother und streicht eine weitere Mio ein. Hinterher
steht ihr eine Karriere bei MTV offen oder als Sprecherin eines
Börsenmagazins. Sie geht aber erst mal nach Hollywood, um eine Karriere als
Schauspielerin zu beginnen. Daraus wird leider nichts, aber sie kann ihre
Geschichte für 15Mio an einen Filmrechtshändler verkaufen. Hannah ist jetzt
21 und stinkreich. Sie hängt auf Parties rum und hat eine vom Koks
zerfressene Nasenscheidewand. Das Leben ist schön.