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Autor Thema: Gruppe für Trennungskinder  (Gelesen 642 mal)
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wowin
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Geschlecht: Männlich
Beiträge: 300



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« am: 13. April 2006, 15:39:15 »

Hallo zusammen
Ich arbeite für einen kirchlichen Träger und bin gerade dabei ein Angebot umzuarbeiten (soziale Gruppenarbeit), jetzt überlege ich ob es sinnvoll wäre eine Gruppe für Trennungskinder einzurichten. Ich kenne einige Projekte die sich damit beschäftigen. Aber nix live. Gibt es hier AE`s die dazu eine Meinung haben oder damit Erfahrung haben, gute oder schlechte...oder was dazwischen Zwinkernd
Da ich selbst auf einem anderen Weg als durch Trennung zum AE wurde kann ich mich nicht adäquat einfühlen und eure Meinung wäre mir wichtig.
über reichlich Antworten würde ich mich sehr freuen
viele Grüße
Wolfgang
Gespeichert
Nicole
Gast
« Antworten #1 am: 13. April 2006, 19:11:12 »

Hallo Wolfgang,

meine beiden "Großen" (damals 8 und 9) habe ich vor fast vier Jahren nach unserer sehr abrupten Trennung bei einer solchen Gruppe angemeldet. Das Ganze nannte sich "Kinder mit Trennungserfahrungen" und wird bei uns hier von der Lebenshilfe angeboten.

Habe diese Gruppe bei verschiedenen Postings hier schon mal angepriesen, weil das Angebot mich wirklich überzeugt hat.

Im Einzelnen wurde da gebastelt, gemalt und auf spielerischem und therapeutischem Weg das Erlebte verarbeitet. Einzelgespräche und Elterngespräche fanden auch statt und bei Bedarf auch Vermittlung zwischen den Parteien oder Empfehlung anderer Maßnahmen.

Für meine Kinder fand ich es ideal, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Kinder oft auf BEIDE Eltern sauer sind, schliesslich zerstören diese beiden Menschen das Heile-Welt-Bild und nehmen den Kindern die Sicherheit des heimischen Nests. Da mein Ex komplett von der Bildfläche verschwunden war, wollte ich meinen Kindern Gelegenheit geben unabhängig von meinen eigenen Gefühlen die Trennung aufzuarbeiten.

In meinen Augen ist das durchaus gelungen. Mein Großer z.B. hatte direkt nach der Trennung oft unkontrollierte Wutanfälle, mit Hilfe von Wutwatte und anderen Lösungsvorschlägen hat sich das zum Glück schnell gemildert.
Meine Tochter wiederum hatte oft noch den Gedanken, dass bald alles wieder gut wird, dass die Trennung nur temporär wär. Sie hat dann mit der Psychologin unerfüllbare Wünsche aufgeschrieben und mit einem Gasballon den Wunsch in den Himmel geschickt und losgelassen sozusagen.

Die Gruppe traf sich über mehrere Wochen, meine beiden sind sehr gern hingegangen und mir tat es auch gut mein Gefühlschaos in Gesprächen ordnen zu können.

War auch sehr positiv mal neutrale Meinungen zu hören, da meine Umgebung (Familie und Freunde) ausnahmslos empört waren und meinen Ex in Grund und Boden verdammt haben. So einfach war es aber nicht, und diese Erkenntnis hätte ich ohne Hilfe von außen wohl auch nicht so schnell bekommen.

Das Ganze ist bei uns nun fast 4 Jahre her, aber ich würde jederzeit wieder so ein Angebot nutzen, da ich selber mit allem was damals auf mich einstürzte so dermassen beschäftigt war, dass ich meine Kinder zu dem Zeitpunkt nicht gleichwertig hätte unterstützen können.


Liebe Grüße, Nicole

[Editiert am 13/04/2006 von Nicole]
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