Das ist ja mal wieder ein Thread wie ich ihn mag. Ich glaub, ich muss gleich etwas ausschweifend werden

Am wichtigsten ist natürlich: Man macht, was gefällt und die Bräuche sind sicher regional unterschiedlich. Eigentlich finde ich, du hast die wichtigsten Bräuche schon genannt.
Zuallererst zu den Plätzchen: Ich finds ok, dass man jetzt schon Plätzchen backt, erstens brauchen einige Sorten Zeit zum Lagern und zweitens sollen sie ja schließlich am 1. Advent zum Essen bereit liegen

Versteh gar nicht, warum die dich blöd anschauen *grübel*
Adventskranz steht /liegt durchgehend in der Adventszeit aufm Tisch. Die Kerzen brennen je nach Sparsamkeit/Geiz durchgehend, nur beim Essen oder gar nur sonntags - natürlich nur die Anzahl Kerzen, die dem Advent entspricht

Schmücken, auch sone Sache... Ich oute mich: ich hab meine Fensterlichterkette im Esszimmer schon am 1. November aufgehängt, mir wars einfach zu trüb draußen (und ich bin nicht die einzige bei uns in der Siedlung

) Mit den Zweigen, weihnachtlichen Kerzenhalterchen etc. wart ich aber noch bis zum Dezember bzw. 1. Advent. Ich würde aber sagen, wenn du zur Adventszeit schmückst, kannst du nix verkehrt machen. Bei deiner Abneigung gegen Flutlichter würde ja vielleicht deinen Sohn in seinem Zimmer auch eine dieser Lichtfiguren erfreuen, die man ins Fenster hängen kann.
Der Weihnachtsbaum wird natürlich erst an Heilig Abend oder höchstens einen Tag davor aufgestellt und geschmückt. Meist ist es Brauch, dass, wenn er geschmückt ist, die Kinder nimmer ins Wohnzimmer dürfen, damit nachher der Aah-Effekt größer ist. Sehen dürfen sie ihn dann erst zur Bescherung. Wir machen das anders. Wir schmücken zusammen am 24. vormittags, der Aah-Effekt kommt bei uns mit dem Kerzen-Anzünden, das ich natürlich alleine mache, während Tochter abgelenkt wird (meist von Oma). Wenn ich Glück habe, geht sie mit Oma in die Christmette um 16:00 Uhr

Abgeräumt wird er an Heilig Drei König, also am 6. Januar.
Nikolaus darf man natürlich nicht vergessen, da gibts aber auch Unterschiede in der Handhabung. Bei uns stellt man am 5. Dezember Stiefel vor die Tür und am 6. in der Früh hetzt man gierig zur Tür, da hat Nikolaus dann was in die Stiefel gelegt (naja, außer, man kann sich leisten, einen Nikolaus vom Studentenservice zu buchen -mit oder ohne Grampus-, der kommt dann, wann immer es in seinen Terminplan passt

)
Auch ganz wichtig, wenn man Kinder hat: Der Adventskalender. Bei manchen tuts ein gekaufter aus Schocki, es gibt welche mit Spielsachen (Playmobil, Lego etc.), es gibt auch welche zum Selbstbefüllen (mit mehr oder weniger sinnvollen Sachen) oder man kann selbst einen basteln.
Es gibt noch diverse Bräuche um den Wunschzettel der Kids (wofür deiner ja noch klein genug ist). Ich kenne es so, dass ein Wunschzettel gemalt, geschrieben wird, irgendwann Anfang Dezember aufs Fensterbrett gelegt wird und dann isser plötzlich weg

Die einen oder anderen legen noch Kekse für das Christkind dazu

In Bezug auf Essen am Heilig Abend kenne ich keine besonderen Bräuche, das macht wohl jeder, wie es ihm bequem ist. Das mit den Würtchen kommt wohl daher, dass die Hausfrauen mit Schmückung, Weihnachtsorganisation schon ziemlich gefordert sind, dass zusätzliche Superkocherei einfach nervtötend wär. Bei uns zuhause gabs früher auch Würstchen, später sind wir auf Fondue umgestiegen und während der Bescherung dann Glühwein/Punsch und Plätzchen.
Jetzt machen wir bei uns immer ein Buffet, da richte ich am Vortag schon Sachen her wie Salate, Fleischbällchen, es gibt etwas Lachs, Wurst, Käse, Dips etc. Mir macht es Spaß und ich hab keinen Stress mit der Auftischerei, weil sich jeder selbst bedient. Was ich allerdings kenne, ist der Brauch, am ersten Weihnachtsfeiertag, also am 25., Ente oder Gans zu essen, meist bei den Eltern, Schwiegereltern oder wen man für die Arbeit hat

Wie gesagt, meine Meinung ist: Weihnachten ist ein Fest der Familie, der Freunde, der Freude. Man sollte sich nicht stressen, sondern sich wohl fühlen. In dem Sinne sollte wirklich jeder machen, was er möchte, was ihm gefällt
Ich hab vor ein paar Jahren damit angefangen, Freunde tagsüber zu uns einzuladen. So hocken wir nicht zu zweit frustig daheim rum und warten auf den Abend, die anderen halten ihre Kids dadurch vom geschmückten Baum fern und alle haben Spaß und genießen den Tag und abends feiert jeder mit seiner kleinen oder großen Familie
