1&1 jagd Power-User davon1&1 will Power-User loswerden und bietet dafür 100 Euro
Seit einigen Tagen erhalten einige 1&1-Kunden vermehrt Aufforderungen, telefonisch oder per E-Mail, für eine Entschädigung in Höhe von 100 € den bestehenden Vertrag zu kündigen. Bei den entsprechenden Kunden handelt es sich um so genannte Power-User.
Das sind Kunden, die zuviel Traffic im Monat verursachen. Trotz Flatrate sei man bei 1&1 nach eigenen Aussagen davon ausgegangen, dass die User zwar dauerhaft online sind, aber nur selten über 20 GB/Monat Traffic verursachen.
Wenn der Kunde die 100 Euro annimmt, verpflichtet er sich, auf die Dienste des United-Internet-Unternehmens zu verzichten. 1&1 sagt allerdings, dass sich die Aktion lediglich auf die alten Flatrate-Tarife beschränkt.
Und noch mehr von NGI...Der zum Hamburger Axero-Konzern gehörende Provider NGI beschreitet neue Wege bei der Gewinnmaximierung der DSL-Tarife. Wie schon einige Wettbewerber zuvor (zum Beispiel 1&1) trennt man sich von unliebsamen Powerusern, die überdurchschnittlich viel Traffic verbrauchen. Im Gegensatz zu 1&1 bekommt der ins Netz der Trafficfahnder geratene NGI-Ex-Kunde in spe allerdings keine 100 Euro, sondern lediglich einen schmucklosen Brief.
Hohes Datenvolumen belastet Technik In dem Schreiben, das uns ein betroffener Leser zukommen ließ, beruft sich NGI darauf, dass durch das "übermäßig hohe Datenvolumen" die Technik "sehr hoch belastet" und dadurch "die Übertragungsraten anderer Nutzer (...) teilweise eingeschränkt" werde. Dreh- und Angelpunkt der Trafficauslese ist der Paragraph 4.1 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen in dem es heißt:
"Der Kunde ist verpflichtet sein Nutzungsverhalten so einzurichten, dass eine übermäßige Beanspruchung des Servers vermieden wird"
Unverständlicher Paragraph 4.1 Schwammiger hätte man diesen Passus, dem jegliche Konkretisierung fehlt, wohl nicht formulieren können. Somit bleibt der Kunde ohne Durchblick und der Willkür der NGI Trafficfahnder ausgeliefert. Auch ob es sich dabei um eine Einzelaktion oder einen großen Feldzug gegen die Poweruser handelt, bleibt unklar. Grund genug für uns einmal bei NGI nachzuhaken und um Erklärung des besagten Paragraphen zu bitten.
Leider sah man sich dort scheinbar nicht in der Lage, uns binnen Wochenfrist eine Stellungnahme respektive Erläuterung des fraglichen Paragraphen 4.1 zukommen zu lassen. Wir werden diese jedoch nachreichen, sobald sie bei uns eingetroffen ist.
Fazit Schlussendlich wird es im Poweruser-Gezanke zwischen Providern und Kunden, bei dem sich Provider immer öfter versuchen ihrer Poweruser zu entledigen, erst dann einen Konsens geben, wenn Provider ihre Mischkalkulationen realistisch angehen - wer das Wort Flatrate nicht auch als solches verkauft, sollte sich auf Volumenrates beschränken. Zudem müssen sich aber auch die User dieser Entwicklung bewusst werden: Wenn sich die Mischkalkulation nicht mehr rechnet, werden sich die Flatrateangebote langfristig verteuern - oder ganz verschwinden.
Hier mal der Wortlaut eines solchen Briefes... Sehr geehrter Herr xxx,
hiermit kündigen wir Ihnen Ihre T-DSL-Flat 2000 (Benutzername xxx)!
Sie beziehen ein übermäßig hohes Datenvolumen pro Monat. Damit wird unsere Technik sehr hoch belastet und die Übertragungsrate anderer Nutzer wird teilweise eingeschränkt.
Die Kalkulation unserer T-DSL-Flatrates ist so ausgerichtet, dass jeder Kunde die Möglichkeit hat, den Zugang intensiv privat zu nutzen. Eine technische Einschränkung wird nicht vorgenommen.
Eine Beeinträchtigung anderer Kunden durch Ihre übermäßige Nutzung können wir allerdings nicht tolerieren....Quelle:
onlinekosten.de/ Öhm, soviel zu uneingeschränkten Flatrates
