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Alleinerziehend.de Forum
20. November 2008, 00:46:46
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Kindergarten wie Schule??
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Autor
Thema: Kindergarten wie Schule?? (Gelesen 608 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Re: Kindergarten wie Schule??
RaupeM
Newbie
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Offline
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Beiträge: 24
«
Antworten #10 am:
29. März 2005, 12:37:17 »
Hi,
wenn alle Kindergärten an einem Strang ziehen würden, fänd ich nicht schlecht wenn die Kinder ab einem bestimmten Alter
spielerisch
auf die Schule vorbereitet werden. Es macht ihnen ja auch Spaß. Sollte aber wirklich kein Zwang dahinter stehn.
Leider machen das nicht alle Kindergärten und somit ist den Kindern, die im Kindergarten schon gelernt haben langweilig und das ist kontraproduktiv.
Viele Grüße,
Raupe
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Alleinerziehend.de Forum
Re: Kindergarten wie Schule??
«
Antworten #10 am:
29. März 2005, 12:37:17 »
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Re: Kindergarten wie Schule??
Nachtelf
VIP
Karma: +84/-64
Offline
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Beiträge: 1168
«
Antworten #11 am:
29. März 2005, 13:04:25 »
Was heisst Kontraproduktiv...
wenn die Schulen, genau wie die Kindergärten in den letzten Jahren eine Wandlung vollzogen hätten, wäre das kein Problem.
In die Kindergärten wird immer mehr Vorschulprogramm gelegt
- Würzburger Konzept
- Vorschulische Bildung
- neues Finanzierungskonzept was die Kindergärten zu Unterhaltungs und Lehranstalten umfunktioniert (meine Ex-Freundin ist Kindergartenleitung, daher hab ich das Hautnah miterlebt) *g*
und was passiert in den Schulen?
- keine Lehrplanveränderungen die flexibel auf den Bedarf der Schüler zugeschnitten werden
- Lehrpläne die nicht mit den Kindergärten abgestimmt werden (übergänge nicht fliessend)
Es sollte das gesamte Bildungswesen an einem Strang ziehen... nicht nur die Kindergärten.
Kinder die schneller sind und leichter lernen sollen gefördert werden in den Bereichen KiGa und Vorschule und später auch Schule solange es ihnen Spass macht und kein Zwang wird. Kinder die nicht so schnell sind, sollen gefördert werden in der Vorbereitung auf dieselbe.
Einem Schüler sollte nie langweilig werden in der Schule, sonst ist das ein Fehler der Lehrer und/oder der Schule und nicht ein Manko der Kindergärten die "besser" vorbereiten.
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Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
-Marie von Ebner-Eschenbach-
_________________http://zuckerkuchen.info_____________
Re: Kindergarten wie Schule??
EX-User
Gast
«
Antworten #12 am:
29. März 2005, 15:09:03 »
Genau, Nachtelf, sehe ich genauso...
Mein Lütter hat mit 4 in der KiTa einmal die Woche Englisch (es wurde da auf Elterninitiative eine Privatlehrerin engagiert). Und ich finde es klasse, wie einfach er lernt, und wie toll er sich Vokabeln merken kann...
(Überrascht mich jeden morgen mit seiner "Wettervoraussage" - "Mama, heut ist es aber cloudy. Heute ist ganz schön rainy... Bye,bye.).
Nee, echt stark. Ich bin tief beeindruckt.
Ich denke, damit ist der Grundstein gelegt, dass diese Kinder, die an dem Kurs teilnehmen, nachher in der Schule eine ganz andere Einstellung der Sprache gegenüber haben werden.
Kinder lernen gerne. Kinder schreien nach spielerischer Wissensvermittlung im Kindergarten Alter.
Gut, dass das Umdenken in den KiGas und KiTas mittlerweile begonnen hat (aber auch noch nicht in allen! Wir haben schon 3 durch und einer davon war pure "Aufbewahrung").
Gespeichert
Re: Kindergarten wie Schule??
EX-User
Gast
«
Antworten #13 am:
30. März 2005, 08:55:55 »
Nachtelf,
das klingt schon schön, was du sagst, aber zumindest bei uns wird das so in den wenigsten Kindergärten verwirklicht. Ich weiß zwar nicht genau, was ein Würzburger Konzept ist, aber zumindest ein genau festgelegtes Vorschulprogramm wird doch in den wenigsten Kindergärten gemacht. Ich persönlich kenne genau einen und da beschränkt sich das auf eine Stunde in der Woche.
Das mit dem Schulsystem ist schon sone Sache, da sind sie ja massiv am rumbasteln, aber ich habe den Eindruck, anstatt dass sie es flexibler gestalten und z.B. differenzierte Kurse für die verschiedenen Stärken und Schwächen der Schüler anbieten, propfen sie einfach nur immer mehr Stoff in die starren Regelungen, die es bis jetzt gibt. Und von der Ausbildung der Lehrer brauchen wir glaub gar nicht erst reden.
Man müsste das abstimmen, da hast du recht, aber wie genau will man das anstellen? Wenn man Dinge in Kindergärten lehrt, dann wäre das ja in den ersten Klassen schon Voraussetzung, also heißt das, es bestünde dann automatisch ein gewisser Druck auf den Kindergärten, bestimmtes Wissen unbedingt zu vermitteln. Gäbe es dann auch Noten in den Kindergärten? Dann hätten wir ja nur ein Schulsystem, wo die Schule früher anfängt.
Was ich z.B. gut fände, ist, wenn sie in den Kindergärten zwar nicht lesen und schreiben etc. lehren, sondern wenn sie gezielt mehr für die soziale Entwicklung tun würden, also soziales Verhalten, Konzentrationsfähigkeit, Selbständigkeit, Disziplin etc. Ich denke, das würde schon viel helfen, wenn ich sehe, mit welchem verspielten Haufen die Lehrerin meiner Tochter bei ihrer ersten Klasse zu tun hatte
(Das mit der "Ex" tut mir leid für dich
)
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Re: Kindergarten wie Schule??
EX-User
Gast
«
Antworten #14 am:
01. April 2005, 14:37:03 »
Was ist das Würzburger Konzept?
Bei uns im Kindergarten gibt es leider kein "Vorschulprogramm". Zumindest keines, was mit Englisch oder so zu tun hat. Schwimmen können die meisten dafür schon, weil einmal pro Woche der Schwimmkurs ist.
Konzentration und Disziplin wird ja schon in den Kita´s erlernt, weil sie diese Fähigkeiten beim Basteln und Aufräumen "beweisen" müssen. Der feine Unterschied ist natürlich, die Fähigkeit, mal länger als eine Mahlzeit sitzen zu bleiben. Oder nicht dazwischen zu reden.
Da es sich bei den Tagestätten um kommunalfinanzierte Angebote handelt, denke ich, werden die wenigsten das Geld haben, um ein vernünftiges Vorschulprogramm auf die Beine zu stellen. Das würde dann ja wieder am Geldbeutel der Eltern hängen bleiben und vielleicht auch daran scheitern!
Das wiederum ist dann natürlich schade! Und in meinen Augen ist es auch falsch, dass solche "Kleinigkeiten" schon mit dem sozialen Stand in der Gesellschaft zusammen hängen. Wer also kein Geld hat, kann sein Kind nicht in solche Programme stecken! Da sind doch Aussenseiter und Hänseleien vorprogrammiert!
Ich habe mich mal mit meiner ehemaligen Lehrerin unterhalten und die meinte, dass viele Schüler von heute ein großes Problem sind. Wenn sie denn Disziplin und Respekt überhaupt kennen, sind sie doch in den meisten Fällen so demotiviert, dass man mit ihnen kaum arbeiten kann. Gleichfalls sind auch die Lehrer nicht mehr wie früher. Kaum einer ist noch bereit, etwas für die Klasse zu tun, geschweige denn mit ihnen etwas zu unternehmen. Daran sei unter anderem der ewige Stellenabbau und der ganze Papierkrieg schuld! Aber eben auch das Verhalten der Schüler!
Meine Lehrerin musste letztens sogar vor einer fliegenden Schere in Deckung gehen, die mit lautem Knall an der Tafel hängen blieb!!!
hallo??? Was sind denn das für Zustände??
Ich kann verstehen, dass einige Lehrer da nur ihr Standardprogramm runterlabern, um nach 45 min endlich aus der Gefahrenzone zu kommen. Das ist aber keine Entschuldigung dafür, dass die Schulen sich immer weniger um die Kinder kümmern und sich so vor ihrer Verantwortung drücken!
So kenn ich kaum jemanden, der einen richtigen Elternabend mitgemacht hat (abgesehen von der Einschulung). Viele der Eltern wissen noch nicht mal, wenn ihre Kinder fehlen oder Sche.... bauen. Aber es interessiert halt auch nicht alle! (Was für mich auch ein Rätsel ist!!) Da fehlt es eindeutig an der notwenigen Kommunikation und der Zusammenarbeit. Wie sind denn eure Erfahrungen darin??
Ich bin irgendwie total vom Thema weg....
Sorry...
Auf jeden fall finde ich auch, dass man die Neugier und den Wissensdurst der Kleinen schon im Kindergarten nutzen sollte, um ihnen zumindest einen Einblick zu geben, was auf sie zukommt!
LG
Tini
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Re: Kindergarten wie Schule??
onedaydie
Hero Member
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Beiträge: 1429
«
Antworten #15 am:
01. April 2005, 14:56:49 »
Die Würzburger Untersuchungen zur Förderung der phonologischen Bewusstheit bei Kindergartenkindern
Überblick:
Die phonologische Bewusstheit ist ein sehr bedeutsames Vorläufermerkmal für das Lesen- und Schreibenlernen.
Die phonologische Bewusstheit lässt sich mit einem geeigneten Trainingsprogramm bereits im Vorschulalter fördern.
Die vorschulische Förderung in phonologischer Bewusstheit erleichtert den Schriftspracherwerb in der Schule enorm.
Insbesondere bei Risikokindern, die gefährdet sind, Lese-Rechtschreibprobleme zu entwickeln, hat sich die Kombination aus dem Training der phonologischen Bewusstheit und einer Einführung in die Buchstaben - Laut - Korrespondenz bewährt.
Die Ende des 20. Jahrhunderts einsetzenden Forschungstätigkeiten im Bereich der frühen Prävention von Lese- und Rechtschreibproblemen haben gezeigt, dass der Schuleintritt nicht die Stunde Null für den Schriftspracherwerb darstellt. Bereits vor der Einschulung unterscheiden sich die Kinder enorm hinsichtlich der Vorläufermerkmale, die für den späteren Erfolg beim Lesen- und Schreibenlernen ausschlaggebend sind. Insbesondere aufgrund von Merkmalen der so genannten phonologischen Bewusstheit kann dieser Erfolg schon im Vorschulalter bedeutsam vorhergesagt werden (vgl. Schneider & Näslund, 1993).
Unter phonologischer Bewusstheit versteht man den Einblick der Kinder in die Lautstruktur der gesprochenen Sprache. Sie lässt sich als Bewusstheit um größere sprachliche Einheiten wie Wörter, Silben und Reime (= phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne) schon im Kindergartenalter beobachten, und sie zeigt sich im Schulbereich in der Fähigkeit, vorgesprochene Wörter in ihre Lautbestandteile zu zerlegen (= phonologische Bewusstheit im engeren Sinne).
Nachdem die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit als Vorläufermerkmal für das Lesen und Schreiben belegt war, schloss sich die Frage an, ob sich die phonologische Bewusstheit schon im Vorschulalter fördern lässt und ob durch eine solche vorschulische Förderung dann auch späteren Lese-Rechtschreibproblemen vorgebeugt werden kann.
Eine der ersten überzeugenden Längsschnittuntersuchungen einer Arbeitsgruppe um den schwedischen Forscher Lundberg erbrachte hierzu folgende Nachweise: Die phonologische Bewusstheit ließ sich bei Vorschulkindern, die keinerlei Schriftsprachkenntnisse hatten, fördern und die so geförderten Kinder waren einer nicht trainierten Kontrollgruppe bis zum Ende der Grundschulzeit im Lesen und Rechtschreiben signifikant überlegen.
In Anlehnung an dieses Programm von Lundberg hat die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Wolfgang Schneider am Psychologischen Institut der Universität Würzburg ein entsprechendes Trainingsprogramm für den deutschen Sprachraum entwickelt. Dieses Würzburger Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit besteht aus insgesamt 57 "Sprachspielen
" zu sechs inhaltlich aufeinander aufbauenden Übungseinheiten. Das Trainingsprogramm wird im letzten Kindergartenhalbjahr von Erzieherinnen durchgeführt. Es erstreckt sich über insgesamt 20 Wochen mit täglichen ca. 10-minütigen Sitzungen (Küspert & Schneider, 1999).
1. Die Förderung der phonologischen Bewusstheit im Kindergarten und in Vorschulen
1.1 Allgemeines zur Förderung im Kindergarten
Zielsetzung
Das Würzburger Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit (und auch das Sprachprogramm zur Buchstaben – Laut – Verknüpfung) sind zunächst einmal zur normalen spielerischen Entwicklungsförderung für alle Vorschulkinder geeignet.
Insbesondere ist eine Förderung mit den Trainingsprogrammen angeraten bei Kindern mit Defiziten in phonologischer Bewusstheit, die gefährdet sind, eine Lese-Rechtschreib-Schwäche auszubilden. Solche Kinder, die Schwierigkeiten mit dem genauen Hinhören auf Sprache und im kreativen, analysierenden Umgang mit Sprache haben, fallen Erzieherinnen schon im alltäglichen Umgang auf. Es sind die Kinder, die nicht reimen können, die Schwierigkeiten haben, Wörter in Silben zu zerlegen und die prinzipiell Schwierigkeiten haben, sich auf die klanglichen Einzelheiten der gesprochenen Sprache zu konzentrieren.
Es ist noch einmal zu betonen, dass es bei den Trainingsprogrammen keineswegs darum geht, schulische Inhalte in den Kindergarten vorzuverlagern! Die Kinder lernen nicht Lesen und Schreiben, sondern sie üben in spielerischer Weise die wichtigste Vorläuferfertigkeit, so dass sie dann gut auf das Lesen- und Schreibenlernen in der Schule vorbereitet sind.
Weiter Infos unter:
http://www.phonologische-bewusstheit.de
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KEIN MANN ist deine Tränen wert. Und der es wert wäre, würde dich nicht zum Weinen bringen .....
Re: Kindergarten wie Schule??
EX-User
Gast
«
Antworten #16 am:
01. April 2005, 15:20:03 »
Schöne Bettlektüre....
Danke
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