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Treffpunkt => Cafe => : Hanna 06. December 2010, 02:45:57



: Einschulung "Kann"-Kind
: Hanna 06. December 2010, 02:45:57
Danke für die guten Tipps!
Ich werde einiges davon ausprobieren.

Kann sein, dass ich etwas gequält klinge - neben vielerlei anderem Stress derzeit muss ich mein Kind bei den diversen Schulen hier vorstellen und zugleich eruieren, ob sie nächstes Jahr schon schulreif ist (Kann-Kind). Dabei stelle ich fest, dass sie teilweise sehr weit ist für ihr Alter - und teilweise nicht so weit wie andere, die nächstes Jahr zur Schule gehen (Stillsitzen und Rechnen sind dabei nicht so die Hobbys.)

Einen schönen Nikolaus

(und wenn man einen wegnimmt, ist nur noch der Teller da ...)


: Einschulung "Kann"-Kind
: Lola 06. December 2010, 13:23:00
Hallo Hanna!

Jetzt werde ich mal völlig OT, sorry!

"Kann"-Kind heißt, dass sie in die Schule gehen könnte, aber nicht unbedingt muss. Und dass heißt aber auch, dass sie nicht "muss". Nimm dir selber diesen Druck aus dem Kopf! Ob sie jetzt eingeschult wird oder erst ein Jahr später sagt nämlich gar nichts über ihre intellektuellen Fähigkeiten aus.

Meiner war auch ein "Kann"-Kind, der Kiga sagte, er wäre weit genug für die Schule, ich hatte ein wenig Angst, dass er sich in der Schule langweilen würde, wenn er noch ein Jahr wartet. Das Ergebnis war, die Schule sah die Möglichkeit, zwei erste Klassen zu haben und hat mein Kind einfach eingeschrieben, anstatt mich zu beraten (weswegen ich eigentlich mit ihm zum Einschulungstest gegangen war).

Vom intellektuellen her war die Schule für ihn nie ein Problem (er langweilt sich trotzdem oft *g*), aaaber, er war einfach noch nicht weit genug, um still zu sitzen und so konnte ich mir die folgenden Jahre oft genug anhören, dass er eher unter dem Tisch saß anstatt auf seinem Sessel.

Der Sohn meiner Freundin war auch ein Kann-Kind, sie hat ihn aber noch ein Jahr zu Hause gelassen und ich merke, dass er mit einer ganz anderen Reife an die Schule heran geht. Kein Zappeln im Unterricht, keine Hausaufgabendramen, überhaupt gar kein Stress.

Schulfähigkeit bedeutet nämlich absolut nicht, dass ein Kind vorher schon dividieren kann, sondern auch ob es in der Lage ist, jeden Tag ein paar Stunden ruhig zu sitzen und konzentriert zu arbeiten. Und wie man ein Kind am besten fördert haben meine Vorposter ja schon sehr gut beschrieben.

Im übrigen ist bei der derzeitigen Wetterlage das einzig interessante für Kinder angewandte Physik - in welchem Winkel muss ich einen Schneeball werfen, damit er die Mama am Hals trifft und ihr schön in den Kragen rinnt?  ;D

Liebe Grüße,

Lola


: Einschulung "Kann"-Kind
: Mario 06. December 2010, 16:34:04
Hallo Hanna,

Ich war auch ein Kann-Kind und bin früher eingeschult worden.
Nach einigen Wochen stellte sich heraus das ich nicht still sitzen konnte und zu verspielt wäre. Den Lernstoff begriff ich recht gut.Daraufhin bin ich in die Vorschule versetzt worden. Als ich ein Jahr später wieder in die 1. Klasse eingeschult worden bin
war ich noch verspielter und konnte gar nicht mehr still sitzen.

Beschäftige dein Kind mit Konzetrationspielen bei denen er sitzen muß und achte darauf, dass du den Zeitraum am Anfang kurz hälst und langsam steigerst. Noch hast du die Möglichkeit das Stillsitzen zu üben.

Ich denke Kann-Kinder früher oder später einzuschulen muß induviduell entschieden werden.
 

Bis dann

Mario


: Einschulung "Kann"-Kind
: cmag16 06. December 2010, 17:41:11
Hallo Hanna,

vielleicht sollten wir LOLA mal bitten diese Postings zu splitten. Denn das mit den "Kann-Kindern" ist schon eine interessante Diskussion.
Ich habe zwei KANN-Kinder. Mein Ältester (Ende Januar geboren) war mir zu verspiel um ihn fast ein  halbes Jahr eher einschulen zu lassen... Jetzt ist er in der ersten Klasse der Oberstufe und ich kann dir sagen: Der hat immer noch keinen echten Ehrgeiz das zu lernen wozu er keine Lust hat. Der PC ist viel interessanter....
Es war in meinen Augen die richtige Entscheidung ihn nicht gehen zu lassen.

Mein Jüngster war auch ein "Kann-Kind". Bei ihm hatte ich den Vorteil, ich konnte direkt Vergleiche ziehen. Er war mir für sein Alter schon sehr reif, hatte wirklich Lust auf Schule, hatte auch seine drei Kindergartenjahre voll.

Ich habe ihn (drei Wochen) vorzeitig  einschulen lassen. Am Ende der ersten Klasse meinte die Lehrerin  dann ich könnte ihn jetzt auch eine Klasse überspringen lassen. DAS wollte ich nun doch nicht. Ich wollte, das er im Klassenverband blieb. Langeweile wurde vermieden durch den Einsatz von EXTRA-Aufgabenzetteln und Extra-Helfen bei Mitschülern.
Auch diese Entscheidung habe ich nie bereut. Allerdings hat mein Jüngster viel mehr Ehrgeiz.... Er übt freiwillig (nie recht viel, aber das ist bei den guten Noten auch nicht notwendig), schreibt selten mal eine "4" (er ist auf einem Gymnasium das berühmt ist für seine hohen Ansprüche) und geht immer noch gerne zur Schule..

Beide Kinder sind ohne zweifel eher naturwissenschaftlich begabt, beide gingen auf  die gleiche Grundschule, beide wurden von mir gleich gefördert...
Dennoch hat mein Ältester einfach keinen Bock seine Vokabeln zu  lernen, das ist ihm zu  mühsam. Auch Rechtschreibung ist etwas, das man seiner Meinung nach eher abschaffen könnte...

Zwei  Kinder, zwei Charaktere...

Will sagen: Frage die Kindergärtnerinnen nach ihrer Meinung. Vergleiche  ruhig (wie du es ja tust). ABER letztendlich solltest du deinem Bauchgefühl vertrauen.... Es kann gut  sein, dass dein Kind auch nächstes Jahr noch keine Lust auf Rechnen hat. Es gibt auch Kinder die nie Lust auf korrektes Schreiben oder Malen oder... haben. Das ändert sich bei  einigen einfach nie...

Schau dir die Ergebnisse bei der Einstellungsuntersuchung an

und mach dich nicht verrückt..

Viel Erfolg

cmag16


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: Lola 06. December 2010, 20:33:35
Wie ihr seht, habe ich den Thread geteilt, wir können jetzt hier in Ruhe über Einschulungstermine weiter diskutieren.

Liebe Grüße,

Lola


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: cmag16 07. December 2010, 22:40:00
Danke, Lola...

Ich wusste, auf dich  ist Verlass


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: Lola 08. December 2010, 14:43:19
@ cmag

Du hast ja meinen Namen auch so dezent in Großbuchstaben geschrieben, damit ich es ja nicht übersehe.  ;) Aber richtig so, war eine gute Idee!

@ Hanna

Was sagt denn Deine Tochter überhaupt zum Thema Schule? Will sie schon fleißiges Schulkind sein oder lieber noch mit den anderen im Kiga spielen? Wann hat sie überhaupt Geburtstag? Ich finde ja, das mit dem Schuleintritt sollte man sich wirklich nur dann überlegen, wenn es nur um ein paar Wochen geht. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Andererseits ist die Klassenbeste in der Klasse meines Sohnes ein Novemberkind... hat allerdings wohl auch eine streberhafte Mutter (Sie beim Elternsprechtag: "Bleiben die Hausaufgaben weiterhin so wenig oder werden das wohl noch mehr?" Ich: "Kann das sein, dass Du eine sadistische Ader hast?").

@ Mario

Als ich ein Jahr später wieder in die 1. Klasse eingeschult worden bin
war ich noch verspielter und konnte gar nicht mehr still sitzen.

*gröööööööööööhl* Damit hast Du jetzt meine letzten Zweifel beseitigt, ob die frühe Einschulung meines Sohnes ok war, danke!  ;D

Wie geht/ging es den Anderen mit ihren Kindern bzw. wie waren Eure eigenen Erfahrungen?

Liebe Grüße,

Lola

(die sich schon Gedanken über die weiterführende Schule macht, aber dafür gibt es nächstes Jahr wahrscheinlich einen eigenen Thread zum Thema von mir)



: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: vero 09. December 2010, 18:05:14
Hallo Hanna,
ich finde den Zeitpunkt unglaublich früh. Gerade in diesem Alter ändern sich doch Kinder ständig? Der Sohn einer Freundin, im Januar wird er sechs, war immer ein ganz wilder und die Eltern dachten sich, dass der nie was anderes können wird, als auf Bäume klettern. Panik vor der Einschulung (nächstes Schuljahr). Und? Seit einiger Zeit sitzt er nur noch in seinem Zimmer und löst Matheaufgaben, die er sich selber gestellt hat. DAS hat nun wirklich keiner geahnt...
Ist deine Tochter denn schon in der Vorschule? Wie macht sie sich? Was sagen die Erzieherinnen? Die haben Erfahrungen und können sowas hoffentlich gut einschätzen. Ansonsten, wie Lola schon gesagt hat: Frag mal dein Kind!
Liebe Grüße Vero
(deren große Kleine jetzt in der ersten Klasse ist)


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: Hanna 11. December 2010, 00:05:17
Hey Leute - VIELEN DANK für die vielen Rückmeldungen zum Thema "Kann-Kind", das ist ja echt schön. Wahrscheinlich wäre es besser, wenn es alle halbe Jahr eine Einschulung gäbe, dann müssten nicht so viele Eltern herumgrübeln, was denn nun das Beste sei.

Einiges von den erwähnten Dingen habe ich auch inzwischen gehört, vonwegen, erst nicht einschulen sollen, dann aber eine Klasse überspringen!

Zurzeit sehe ich es fast als Manko, dass mein Kind auf einer Schiene so weit voraus ist mit fünf ("Mama, es heißt DER Bison, nicht DAS Bison" - augenverdreh), während sie in anderen Bereichen eben erst ganz normal fünf ist (toben, spielen, fantasieren). In der Kita-Beurteilung steht denn auch: Sie hat eine große Allgemeinbildung ... sie hat wenig Lust, sich alleine anzuziehen.

Mein Kind fragen? Ja, mit vier wollte sie unbedingt in die Schule. Inzwischen meide ich das Thema, denn ich kann ihr ja nicht versprechen, dass es bereits nächstes Jahr klappt. Was ist, wenn ich frage und sie sagt Ja? Vorschule macht sie in Form einer Vorschulgruppe. Dort ist sie die Jüngste und macht nicht immer alles so, wie es sein soll (alle sollen eine Kastanie bringen, meine findet das Sammeln aber so toll und bringt ne ganze Mütze voll), andererseits ist sei halt wieder beim Philosophieren ganz vorn dabei.

Bei der kürzlichen U9 sagte der Arzt, dieses Kind muss unbedingt nächstes Jahr in die Schule, denn sonst würde es mit dem Herumzappeln in der Kita noch schlimmer! (Weil sie noch weniger Anregungen, Anforderungen hätte.)

Ich finde aber den Rat von Lola, sich nicht verrückt zu machen, ganz erholsam. Ob Schule oder nicht, das Kindchen entwickelt sich eh, gefördert wird sie ja auch (was man halt so macht, Sport, Musik, Basteln, Reden ...). Ich habe sie jetzt in zwei Schulen angemeldet. Sollte sie nicht genommen werden (was wahrscheinlich ist, denn die sind alle überbucht und arbeiten meist erst die Pflicht-Kinder ab), dann kann sie in zwei Jahren halt bereits lesen und schreiben und überspringt vielleicht auch eine Klasse - oder auch nicht.

Ich hoffe, dass die Schulen heute flexibel genug sind, um Begabungen und Nicht-Begabungen optimal aufzufangen, was cmag16 dazu schrieb, deutet ja darauf hin.

Schade, dass es keine Hüpfball-Schule gibt ...


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: fairy 13. December 2010, 22:01:57
Hallo Hanna,
kann dir aus eigenen Erfahrungen mit meinen vier Töchtern berichten.Leider bin ich derzeit im Megastress und hab den Kopf nicht.Werd aber gerne nach Weihnachten antworten,wenn ich Urlaub hab.
Liebe Grüße, Fairy


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: Hanna 15. December 2010, 00:29:11
Hallo fairy,

ja gerne. ich habe selbst auch gerade fürchterlichen Stress und dringende Aufgaben.
Nach Weihnachsten ist ruhiger.

Gestern waren wir bei einer Grundschule zum Test. Sie wollen mir nächste Woche mitteilen, falls sie mein Kind noch nicht für schulreif befinden. Ansonsten läuft die Anmeldung und ich bekomme im Januar Bescheid, ob sie dort eingeschult wird.


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: Lola 16. December 2010, 19:19:36
@ Hanna

Da bin ich ja gespannt, was heraus kommen wird. Wann hat Deine denn eigentlich Geburtstag und wann wäre der Stichtag?

Liebe Grüße,

Lola


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: Hanna 19. December 2010, 00:11:28
Meine Tochter wird Anfang September sechs. Stichtag in Hamburg ist der 30.06. - alle, die  bis dahin sechs Jahre alt werden, sind Pflichtkinder und müssen in die Schule. Alle, die vom 01.07. bis zum 31.12. sechs Jahre alt werden, sind Kann-Kinder. Also eine ziemlich große Gruppe. Und jedes Jahr haben wieder X Eltern die Qual der Wahl.

Ein Hamburger Kann-Kind wäre aber in Berlin, Bayern, B-W ein Pflichtkind! Zurzeit geschieht eine Emtwicklung hin zur früheren Einschulung. Verbunden ist dies aber zugleich (in Berlin) mit höherer Förderung und der Abschaffung des Sitzenbleibens.


: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: fairy 07. January 2011, 09:49:26
Hallo Hanna,

nachdem ich die letzten zwei Wochen in meinem Urlaub damit verbracht habe in meinem Haus eine Wand zu ziehen,drei Zimmer umzuräumen,auszumisten und zu renovieren,meinen Keller nach übergelaufener Waschmaschine trocken zu legen,finde ich endlich mal die Zeit dir zu antworten.

Habe bei meiner Jüngsten Tochter damals auch überlegen müssen,ob ich sie früh einschulen lasse.Stichtag ist bei uns in BaWü 30.September und sie wurde am 10.Oktober sechs.
Sie konnte damals schon lesen und schreiben und hat teilweise die Rechenaufgaben ihrer Schwester in der dritten Klasse schneller gelöst als diese.
Auch war sie intellektuell ziemlich weit und eine "furchtbare"Quasselstrippe.Ich hatte Sorge,wenn ich sie ein Jahr länger warten lasse,dass sie dann noch weiter ist,sich fürchterlich langweilt und mit ihrem Redebedürfnis den Unterricht stört.
Es lief in der Grundschule auch sehr gut,sie kam gut mit,war auch stellenweise noch gefordert und sie war glücklich,in die Schule gehen zu dürfen.
Was aber von Anfang an auffiel,dass sie die Dinge,die ihr zugeflogen sind gerne gemacht hat,aber alles,wo sie lernen musste ignoriert hat.So hat sie z.B. nicht die Notwendigkeit gesehen,dass sie das Einmaleins eben auswendig lernen muss.Trotzdem hat sie sich irgendwie "durchgemogelt".

Ende der vierten Klasse hat sie auch eine Gymnasialempfehlung bekommen und auf das Gymnasium gewechselt.
Wir haben in BaWü den G8 und recht schnell hat sie in der fünften gemerkt,dass im Unterricht zuhören alleine nicht mehr reicht.Aber das hat leider nicht dazu gefürt,dass sie nun regelmässig freiwillig gelernt hat.War immer ein grosser Kampf und ich musste sie täglich dran erinnern,mich mit ihr hinsetzen,wofür mir die Zeit aber oft fehlt.
Nun ist sie Mitte der sechsten Klasse und es ist ziemlich sicher,dass sie das Klassenziel dieses Jahr wohl nicht erreicht.Inzwischen ist ihr klar,dass sie mehr tun müsste,aber sie hat den Anschluss verfehlt und ist nur noch frustriert.

Nach den Ferien habe ich ein weiteres Gespräch mit der Lehrerin um zu überlegen,wie es jetzt weiter geht.Meine Tochter möchte auf der Schule bleiben,da sie sich dort sehr wohl fühlt und wahrscheinlich wird sie freiwillig nach diesem Halbjahr in die fünfte zurückgehen.

Inzwischen denke ich,es wäre besser gewesen,ich hätte sie ein Jahr später gehen lassen.Dieses "verlorene"Jahr hätte sie dann lieber noch im Kindergarten geniesen können.Sicher weiss ich nicht,ob es dann anders gelaufen wäre,aber sie wäre halt doch nach dem Schulwechsel ein wenig reifer gewesen und hätte die Notwendigkeit zu lernen vielleicht eher gesehen.

Meine älteste Tochter konnte auch vor Schuleintritt schon lesen und schreiben.Sie ist November-Kind und kam damals mit fast sieben in die Schule,da ich beim ersten Kind noch nicht den Mut hatte,sie früh einschulen zu lassen.Sie hat die Grundschule aus dem Ärmel geschüttelt,sich des öfteren gelangweilt,leider auch eine Lehrerin gehabt,die sie nicht zusätzlich beschäftigt hat.Zum Glück war sie ein ruhiges Kind,das sich gut selber beschäftigen konnte.Als sie in die dritte kam und eine neue Lehrerin bekam,hat diese sehr bald gefragt,warum ich sie die zweite nicht überspringen lassen habe.Sie blieb aber in ihrer Klasse und hat die Grundschule ohne Probleme abgeschlossen.Musste allerdings auch nie lernen.

Nach der vierten hat sie selber entschieden freiwillig in den G8 zu wechseln,der damals bei uns noch nicht regulär war.Sie fand es verlockend ein Jahr früher Abi machen zu können.
Und hat nach einem halben Jahr recht schnell gemerkt,dass sie nun mit lernen anfangen sollte ;-)Mit ein paar Nachhilfestunden in Latein hat sie das auffangen können und der Rest der Schulzeit verlief problemlos.Letztes Jahr hat sie nun ihr Abi gemacht,anschliessend eine Ausbildung als Flugbegleiterin und wird nun die nächsten ein bis zwei Jahre die Welt bereisen,bevor sie mit dem Studium beginnt.

Meine zweitälteste kam als November-Kind mit fast sieben in die Schule,worüber ich froh war.Sie brauchte das.Grundschule lief problemlos,dann Wechsel ins Gymnasium.Sie war der erste reguläre G8-Jahrgang.Mitte der sechsten war sie nur noch frustriert und überfordert und hat auf die Realschule gewechselt.Lief kurzzeitig gut,dann kam ihre harte Null-Bock-Phase.Mitte der 9. hat sie in eine andere Realschule gewechselt und ist freiwillig nocheinmal in die 8. zurück.Und seither läuft es gut.Sie ist jetzt in der 10.und hat mehrere Ausbildungsplatzangebote,überlegt allerdings auch,ob sie nich noch das Abi macht.

Meine zweitjüngste ist als Junikind mit gerade sechs in die Schule gekommen.Grundschule problemlos,ist aber dann gleich freiwillig in die Realschule.Von Anfang an kein motivierter Lerner.letztes Jahr hat sie nun die 8. wiederholen müssen,hat dann auch die Realschule gewechselt.Bisher läuft es gut,da sie im Moment ja wiederholt.Sie ist stolz auf ihre guten Noten,allerdings im Moment auch auf privater Ebene mein Problemkind.Gerade ist sie in ihrer härtesten pubertären Phase und hat wirklich schon so ziemlich alles durch,was geht.Ich hoffe,dass sie da durch ist,wenn sie dann wieder verstärkt mit Lernen anfangen muss.


Nach meinen Erfahrungen würde ich glaube ich kein Kind mehr früh einschulen,ausser es ist erwiesenermassen hochbegabt.
Alerdings macht es natürlich auch einen Unterschied,wieviel Zeit und Möglichkeit man selber hat,um mit dem Kind zu lernen.
Mit vier Kindern und berufstätig,dazu ein sanierungsbedürftiges Haus,an dem ich in jedem Urlaub renovieren muss,hatte ich nie so viel Zeit,mit den Kindern zu lernen und muss gestehen,dass ich schon manches Mal den Überblick verloren hatte,wer mir schon lange keine Arbeit mehr gezeigt hat etc.Meine Kinder mussten eigentlich von Anfang an alleine mit ihren schulischen Dingen klar kommen.Klar,wenn sie mich darum gebeten haben,mit ihnen zu lernen,hab ich das gemacht,aber da mussten sie auf mich zukommen.Wenn sie ihre Arbeiten in den Kalender eingetragen haben,habe ich sie rechtzeitig ans Lernen erinnert,aber sie mussten sie eintragen.

So.Langer Roman.Aber vielleicht kann ich dir oder anderen dadurch ein wenig weiterhelfen,was die Entscheidungsfindung anbelangt.

Ganz liebe Grüße und ein glückliches und zufriedenes neues Jahr, Fairy



: Re: Einschulung "Kann"-Kind
: Hanna 07. January 2011, 22:52:03
Hallo Fairy,

puh, ich bin beeindruckt. Vielen Dank für die ausführlichen Beschreibungen. Spontan würde ich sagen, meine Tochter kommt deiner jüngsten am nächsten. Allerdings kann sie bislang noch nicht schreiben oder lesen. Doch im Reden ist sie ganz groß. Und im Ignorieren ebenfalls. Sie hat stets sehr genaue Vorstellungen, was sie möchte und wie etwas zu sein hat. Neue Informationen behält sie meist ganz gut, viel lieber aber findet sie selbst etwas heraus.

Es kann also gut passieren, dass sie bei Inhalten, die sie nicht interessieren, einfach weghört. Ich kann mir vorstellen, dass sie den Schock über das rauere Fahrwasser beim Eintritt in die weiterführende Schule gut verkraftet, weil sie selbstsicher ist. Ob sie aber einsieht, dass man sich auch die weniger beliebten Inhalte antrainieren muss, weiß ich nicht so recht. Und ich glaube, auch im Hinblick darauf, was du schriebst, dass es noch ziemlich lange dauern kann, bis die Kinder einsehen, dass gute Schulabschlüsse wirklich wichtig sind.

Daher bin ich nicht sicher, ob diese Einsicht garantiert ist, wenn man noch ein Jahr wartet. Was fürs Abwarten spricht, ist für mich zurzeit eher das Verhältnis zu den anderen Kindern. Meine Tochter hat immer gern mit größeren Kindern gespielt. Seit einiger Zeit aber erlebe ich häufiger, dass sie mit ihrer bestimmenden Art bei denen nicht mehr landen kann - Sechsjährige lassen sich halt von einer Fünfjährigen nicht mehr so fraglos anführen. So sind jetzt mehr Vierjährige ihr Team. Ich vermute mal, dass diese Komponente zumindest partiell in der Schulzeit wesentlicher sein wird als das Mithalten beim Schulstoff.

Jetzt im Januar werden uns die ersten Rückmeldungen der Schulen ereilen, an denen ich das Kind angemeldet habe. Es gibt eigentlich nur eine Schule, die einen etwas geschützteren Rahmen bietet, an der ich mir die vorzeitige Einschulung sehr gut vorstellen könnte. Aber dort haben sich mehr als doppelt so viele Kinder angemeldet als es Plätze gibt ... dort gibts weder Noten noch Sitzenbleiben.


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