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Titel: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: Nicole am 01. Februar 2008, 18:16:15 Diese Erkenntnis stammt nicht von meinen zeugnisferiengenießenden Kids, sondern wurde in "zahlreichen Studien" erforscht und geistert mit Hinweis auf Forschungen der TU Dresden derzeit durch die Medien......
Ich muss gestehen ich selber könnte ganz gut ohne Hausaufgaben leben.....aber für die Vorstellung dass eine Nachbereitung der am Vormittag erlernten Dinge überflüssig genannt wird bzw. ist, bin ich wohl zu altmodisch..... Oft zeigt sich erst am Nachmittag, dass das was beim Lehrer so einleuchtend aussah und anhand der vorgegebenen Beispiele nachgearbeitet wurde doch noch Lücken aufweist, die erst beim Alleingang ans Lichte kommen. Wie seht ihr das? lg Nicole Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: thommy am 01. Februar 2008, 19:37:30 Na kommt drauf an, oder?
Wenn nach der Pisakrise die Ganztagsschulen als das ideale Modell gepriesen werden, dann bleibt für Hausaufgaben wohl keine Zeit, oder? Ansonsten gilt immer noch das Lernmodell: Neuer Stoff, nach 20 Min. wiederholen (in der Schule) und nochmals nach ein paar Stunden, dann sitzt es! Ergo ... alles Quatsch! greetz, das Thommy Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: _Sandra_ am 01. Februar 2008, 19:48:51 Hmm... ich bin da geteilter Meinung...
Irgendwie kommt es schon auf die Hausaufgabe drauf an, oder? Denn zu Hause, wenn man den Stoff aus der Schule wiederholt kann man sich das ja von den Eltern auf anderem Wege noch mal erklären lassen.... z.B. bei Mathe hat ja jeder seinen eigenen Rechnenweg.. Eine "kleine" Wiederholung zu Hause kann nur zum Vorteil sein. Aber -viele- Hausaufgaben finde ich gar nicht gut. LG Sandra Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: vero am 01. Februar 2008, 20:19:14 Hallo,
mit viel freude habe ich die genannten artikel in den medien verfolgt. ich bin absolut davon überzeugt, dass man keine hausaufgaben braucht oder zumindest in weit aus geringerem rahmen. persönlich kann ich mich nicht daran erinnern jemals hausaufgaben gemacht zu haben. meine eltern hätten das auch nie kontrolliert. selbst vokabeln pauken konnte ich mir meist gut verkneifen. dafür hatte ich ein prima "nebenbeisystem". ich habe im unterricht immer sehr gut aufgepasst und mitgedacht, vokabeln konnte ich mir anhand der texte gut merken. für ein zweierabi mit den leistungskursen russisch und geschichte hat das gereicht. Ich habe statt meine nachmittage mit lernen oder hausaufgaben zu verbringen 101 wahlfächer gemacht, abgesehen von chor, musical, orchester und sogar bayrischer stubenmusi bis hin zu literatur, italienisch und steno. außerschulisch war ich jugendgruppenleiterin beim bund naturschutz (erstaunlich, wie viel energie ich damals noch hatte *seufz*). ich glaube, dass meine lehrer auch aufgrund meines engagements nicht unbedingt so auf meine hausaufgaben geachtet haben. anders verhält es sich mit einem instrument: mein klavierspiel wäre sicher für alle beteiligten angenehmer gewesen, wenn ich regelmäßg geübt hätte. denn das ist in der tat eine frage der routine, fingerfertigkeit und übung. das lernen als solches ist - zumindest meiner meinung nach - nicht das ergebnis von ständigem wiederholen, sondern von begreifen und verstehen. und das stellt sich nicht ein, wenn man hirnlos wiederholt, sondern wenn man sich mit etwas interessiert beschäftigt. das kann man nicht erzwingen und schon gar nicht, indem man kinder und jugendliche von ihrer selbstbestimmten freizeit abhält. lg grüße vero Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: Canim am 02. Februar 2008, 20:50:34 Ich schließe mich Vero an, auch wenn mein Kind leider nicht so begabt ist, wie Vero es wohl war :-) Für mich ist diese Hausaufgabengeschichte als beruftätige Mutter im Schichtdienst eine absolute Belastung und ich denke auch wir sollen da als Eltern immer mehr die eigentliche Funktion der Lehrer übernehmen. Zumindest empfinde ich das an der Schule meines Sohnes so, die sogar eine Ganztagsschule ist (trotzdem gibts Hausaufgaben...). Und das stinkt mir ganz gewaltig, denn bei uns Zuhause ist der Stress permanent vorprogrammiert :( Also meinetwegen kann das völlig abgeschafft werden, oder es sollte in den Schulen wirklich endlich eine gute Betreuungsmöglichkeit geben wo Hausaufgaben gemacht werden können. Bei uns ist diese "Hausaufgabenhilfe" allerdings eine reine Strafe, da müssen die Kids hin, wenn sie ihre Hausaufgaben vergessen haben... Somit geht da natürlich freiwillig auch kein Kind hin....
Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: lulu0708 am 02. Februar 2008, 21:07:11 Hy @ all,
also ich denke Hausaufgaben haben schon ihre Berechtigung. Es soll den Kindern doch zunächst auch eine gewisse Selbstverantwortung beibringen. Sich merken können, was man zu machen hat und erkennen, dass man auch ohne Anwesenheit des Lehrers die Aufgaben bewältigen kann und wie Sandra schon geschrieben hat, vielleicht andere Lösungswege zusammen mit den Eltern entdecken. Darüber hinaus sind Hausaufgaben finde ich sowas wie die "Fingerfertigkeit" des Gehirns. Wo ist der Unterschied zwischen dem ständigen Üben von Musikstücken oder Matheaufgaben? Oft zeigt sich erst am Nachmittag, dass das was beim Lehrer so einleuchtend aussah und anhand der vorgegebenen Beispiele nachgearbeitet wurde doch noch Lücken aufweist, die erst beim Alleingang ans Lichte kommen. Dem kann ich nur zustimmen! Wenn ich meinem Kind den Freiraum lassen würde, zwischen Hausaufgaben und Spielen wählen zu dürfen, könnt ihr dreimal raten, was er dann machen würde... 8) ... nicht jedem Kind fliegt das Wissen nur so zu...LG Lulu Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: delphin1 am 03. Februar 2008, 15:30:34 Hallo Nicole,
ein interessantes Thema, aber gleich vorweg geschrieben: Ich glaube aufgrund der Realitäten im Schulbereich sind Hausaufgaben dringend notwendig - leider! :pro: Leider müssen die Lehrer/innen immer mehr "Erziehungsaufgaben" seitens der Schüler/innen bewältigen, so dass für die Lerninhalte weniger Zeit als früher bleibt. Außerdem ist es inzwischen wohl erwiesen, dass das Lernen sehr unterschiedlich geschieht, je nachdem ob der Mensch eher visuell, akustisch usw. die Lerninhalte aufnehmen kann. Da aber der/die Lehrer/in meist nur eine Methode vermittelt, kann es schnell passieren, dass - erst recht bei den hohen Klassenfrequenzen - Unklarheiten bestehen bleiben. Da bleibt für mich nur die Konsequenz, dass ich mit meiner Tochter, wenn sie in dem Alter sein wird, die Hausaufgaben durchgehen werde - auch wenn es mir vermutlich nach der Arbeit nicht leicht fallen wird. Noch einen Nachsatz zu den Ganztagsschulen: Natürlich sollten dort die Hausaufgaben eigentlich wegfallen; da ich aber genügend "offizielle" Ganztagsschulen kenne, an denen keine Hausaufgabenhilfe oder Förderunterricht angeboten werden, muss ich auch da zu Hausaufgaben zuhause raten. Leider wird es für uns Eltern aufgrund der Sparmaßnahmen, Überalterung des Kollegiums usw. nicht leichter, sondern eher schwerer. Aber vielleicht könnte da ein Eltern-Netzwerk helfen, in dem - je nach Fähigkeiten - Eltern in einzelnen Fächern die entsprechende Hausaufgabenbetreuung in einer Gruppe gestalten könnten? :genau: Egal welche Ursachen es gibt; der Staat kommt nach meinen Beobachtungen an fünf "Ganztagsoberschulen" in Berlin dem Bildungsauftrag nicht mehr genügend nach. Also lasst uns das Beste daraus machen und nach Alternativen suchen! :guckstduhier: LG delphin1 Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: vero am 03. Februar 2008, 18:06:09 Hallo,
eben weil jeder Mensch unterschiedlich lernt und auffasst, sind Hausaufgaben, die stereotyp an 30 Kinder einer Schulklasse vergeben werden, völlig überflüssig. Noch dazu da es ja anscheinend eher eine Hausaufgabe für die Eltern ist, nicht für die Kinder. Es sollte doch darum gehen, dass ein Kind Inhalte und Techniken erlernt und anwenden kann. Ob dem so ist oder nicht, wird mittels der Prüfungen festgestellt. Wie das Kind dies schafft, das steht nicht zur Debatte. Während das Kind damit beschäftigt ist die Aufgaben 1.-5 im Buch zu lösen hat es nun mal meine Zeit seine eigenen Strategien und Ideen zu entwickeln. Es kann sich auch nicht darauf konzentrieren noch mal durchzugehen, was im Unterricht nicht verstanden wurde. Ich habe ehrlich gesagt nicht vor mit meinem Kind Hausaufgaben zu machen. Ich habe mein Abi nämlich schon hinter mir. In den Medien hören wir, dass die deutschen Schulen miserabel, die Kinder dämlich und meist sowieso des deutschen nicht mächtig sind. In dieser Umgebung bilde ich mir mal ein, dass meine kleine Prinzessin hell genug ist diesen Deppenschuppen alleine zu meistern. Lg Vero Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: Maja am 03. Februar 2008, 21:35:22 Mein Sohn besucht derzeit die 3. Grundschulklasse. Er ist ein "guter" Schüler (gut = 2). Unterricht hat er täglich 5 Schulstunden, ist also immer kurz nach 12 Uhr zuhause, einmal die Woche auch nachmittags 2 Stunden.
Hausaufgaben hat er aber immer jede Menge ;). Manchmal soviel, dass es draussen schon dunkel wird, wenn er denn mal zum spielen käme :(. Dies wundert mich schon sehr, nachdem ich vor nicht allzu langer Zeit mal gelesen habe, dass sich die Kultusminister angeblich auf maximal 1 Stunde Hausaufgaben für Dritt- und Viertklässler geeinigt hätten. Möchte das aber ohnehin beim Elternsprechtag nach den Ferien mal ansprechen. Grundsätzlich finde ich ein wenig Hausaufgaben schon in Ordnung, eben um das durchgenommene nochmal zu üben und zu vertiefen. Fraglich bleibt natürlich, ob sie das was sie in der Schule nicht verstehen, dann zuhause reinkriegen. Ich hab unterschiedliche Erfahrungen. Nur noch üben und das bereits in der Grundschule kann aber nicht so besonders viel bringen, meiner Meinung nach. Dennoch, ganz so schnell fertig wie Vero das mit ihrer These ist, kann ich da nicht sein ;). Erstens schlagen sich nicht gemachte Hausaufgaben in den Zensuren nieder. Zweitens "Prüfungen" als solche gibt es in der Grundschule ja noch nicht. Und wenn z.B. das 1 x 1 nicht einigermaßen sitzt, sprich auch nicht geübt wurde, dann wird sich ein Kind schwer tun eine normale Mathe-Arbeit in der zur Verfügung stehenden Zeit fertigzukriegen. Natürlich kommt ein Kind mit verinnerlichten Inhalten und Techniken irgendwann auf die Lösung, aber wenn das erst in der darauffolgenden Deutschstunde der Fall ist, hilft das nicht so besonders viel ;). Nun halte ich meinen Sohn eigentlich für ein cleveres Kerlchen, wenn auch nicht gerade für einen "geistigen Überflieger". Mag sein, dass seine wirklichen Sternstunden noch irgendwann kommen, kann aber auch sein das nicht. Auf jeden Fall hat es ein Kind in unserem Land (vielleicht auch in anderen) sehr schwer irgendwann noch den Anschluss zu kriegen, wenn es bereits in der Grundschule deutlich zurückfällt. Und dies wäre mit Sicherheit bei vielen der Fall, wenn man sie und ihr Lernverhalten ab der 1. Klasse sich selbst überlassen würde. Nicht umsonst hören wir "in den Medien" auch, dass in keinem europäischen Land, der Bildungs- und Lernerfolg so abhängig vom Elternhaus und der sozialen Herkunft ist, wie bei uns. Leider!!! Im Übrigen bezieht sich mein Beitrag auf die Grundschule, die weiterführenden stehen auf einem anderen Blatt. Bei täglich 8 - 9 Stunden Unterricht, sehe ich auch kein Sinn in Hausaufgaben. In wessen Kopf soll da noch mehr reingehen? LG Maja Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: Sternwanderin am 04. Februar 2008, 00:46:57 Hallo Ihr,
ich finde, es ist ein schwieriges Thema. Mein Sohn geht in die 3. Grundschulklasse und hat jeden Tag bis 13 Uhr Schule. Gegen 14.30 h beginnt er mit den Hausaufgaben - und je nachdem, wieviel und wie schwer sie sind, ist er manchmal tatsächlich erst 16.30 h fertig. Für Verabredungen zu spät, und ich frage mich dann tatsächlich, ob ihm das wirklich was gebracht hat. Manchmal macht er auch einfach nur "huschihuschi", weil er irgendwo stupide Wörter einsetzt, die er aus einem Buch abschreibt. Dabei unterlaufen ihm allerdings schon viele Fehler, weshalb ich eigentlich immer dabei sein muss, denn sonst schreibt er einfach, wie er will. Was dann wiederum zum Streit zwischen uns führt, weil ich darauf bestehe, dass er wenigstens versucht, richtig abzuschreiben. Ich frage mich eigentlich jeden Tag, wie ich dem entgehen kann, aber wenn er im Deutschen keine Hausaufgaben machen würde, dann würde er in Rechtschreibung noch schlechter sein. Wir hatten sogar den Verdacht, dass er Legastheniker ist, was er aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ist. Aber er "vergisst" einfach Unterrichtsstoff, der für IHN nicht wichtig ist. Leider kann er da noch keine Prioritäten setzen, so dass er leider oft auch wichtige Dinge vergisst - z.B. Rechtschreibregeln. Wenn er länger nicht das 1x1 brauchte, vergisst er es einfach. Wenn ich also mit ihm nicht jeden Tag ein bisschen üben würde, dann hätte er bald ein ziemlich schlechtes Zeugnis. Dabei ist er wirklich sehr schlau, vielleicht ist auch gerade das sein Problem - er wird demnächst deswegen getestet. Aber wenn ich alles üben würde, was er üben müsste, zusätzlich zu den Hausaufgaben, dann hätte er gar keine Zeit mehr für irgendwas. Würde er gar nichts üben und auch keine Hausaufgaben machen, wäre er jetzt wohl wieder in der 2. Klasse... Ich finde einige Hausaufgaben schon manchmal überflüssig, vor allem, wenn ich die Rolle des Lehrers übernehmen muss, was eigentlich nicht mein Job ist. Schließlich schreib ich der Lehrerin ja auch keinen Brief, dass sie zu uns nach Hause kommen soll, um mit meinem Sohn die Wäsche zu sortieren oder sein Zimmer aufzuräumen ;) Aber die Qualität der Hausaufgaben finde ich eben schon überprüfenswert. Ich würde es gut finden, wenn sie - auch schon in der Grundschule - einfach mehr selbständig erarbeiten und nicht immer nur diese vorgefertigten Arbeitsblätter ausfüllen müssten (oder diese schicken Vordrucke, die nur noch ausgemalt werden, damit auch ja nicht viel Platz für Individualität bleibt und alles hübsch gleich aussieht - Verzeihung, bis auf die Farbwahl natürlich >:D). Ich kenne Grundschulen, an denen dies immer öfter gemacht wird. Die meines Sohnes gehört leider nur bedingt dazu - und wenn, dann ist es "freiwillig"! Das Ende vom Lied dieser Aussage ist, dass mein Sohn dann z.B. die Schultern zuckt und sagt: das muss ich nicht machen, das ist ja freiwillig.... Andere können gerade so vielleicht am besten arbeiten.... Es jedem Recht zu machen, wird schwierig, aber ich finde sowieso, dass unser Schulsystem einer generellen Überholung bedarf. Und Hausaufgaben sind davon - glaube ich - noch das kleinste Übel... Liebe Grüße :stern: Sternwanderin :stern: Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: eric am 04. Februar 2008, 11:22:35 hallo forum, hallo nicole!
tja nun. das ist immer so ne sache mit studien von irgendwo her. das wichtigste an ALLEN studien dürfte sein "pauschale aussagen sind IMMER falsch". ;) ich selbst hab am woe auch über diese tu-studie in der süddeutschen gelesen. dort ist aber der hintergrund etwas klarer formuliert worden: kernaussage war: wenn ein kind in einem sozialen umfeld aufwächst, in dem dieses die "schulthemen" versteht, ist es besser für die lernerfolge, als in einem, in dem das umfeld dieses themen NICHT versteht. (oh wunder!!!). letztlich: wenn die eltern einer sozialen/interlektuellen schicht angehören, die den kindern bei den hausis helfen können, haben diese kinder bessere noten als wenn dem nicht so ist. und bei diesem UNTERSCHIED spielt es keine rolle, ob nun hausaufgaben gegeben werden oder nicht. ziel dieser untersuchung war es imho ohnehin eher, GANZTAGSSCHULEN als sinnvollen weg vorzuschlagen, um diesen unterschied daheim abzumindern. überspitzt formuliert also: "wir wollen nicht, das kinder von dummen eltern auch dumm werden, so dass es besser wäre, würden wir alle kinder auch am nachmittag betreuten, so dass die elterliche dummheit weniger auswirkungen zeigt." (das war eine freie und bewußt überspitzte interpretation von mir und war so NICHT in der sz gestanden). schöne woche eric Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: wowin am 05. Februar 2008, 23:13:58 Guten Abend zusammen
Es wurde nun schon viel gesagt, eine Perspektive finde ich dennoch auch interessant. Dass ein Kind die Möglichkeit hat sich selbst mit dem "vom Lehrer gezeigten" auseinander zu setzen und seinen eigenen Weg zu finden damit umzugehen. Natürlich ist es keine Frage dass es sich im Umfang im Rahmen halten muss. Und dass ein Grundschüler mehr als eine Stunde an den Aufgaben sitzt finde ich nicht angemessen. Ich habe gerade mein Projekt der Einführung der Ganztagesschule an einer Grundschule beendet. Und ich muss auch sagen dass viele lehrer große schwierigkeiten damit haten die Bandbreite der Geschwindigkeit und der Aufnahmemöglichkeiten der Kinder einzuschätzen. UNd bevor es Ganztagesschule wurden die Lehrer nur in einzelfällen mit dem Umfang und der Auswirkung ihrer Aufgaben konfrontiert. Dieses Problem konnten wir aber dank der engagierten Lehrer die in diesem Bereich tätig sind im Lauf des letzten halben Jahres weitestgehend in den Griff bekommen. Da ein Kind seine Hausis einigermaßen selbständig erledigen können sollte ist es meiner Meinung nach ein Informationsaufgabe zwischen Eltern und Lehrer sowie intern Absprachen unter den Lehrern stattfinden müssen um hier ein vernünftiges Maß zu finden......so weit die Theorie..... viele Grüße an alle Wolfgang Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: Nicole am 07. Februar 2008, 09:36:03 Hallo liebe "Mitdenker" :)
schön so viele unterschiedliche Denkansätze zu lesen, habe hier einige meiner eigenen Gedanken, Ideen und Befürchtungen wiedergefunden... Die von delphin angesprochene Skepsis gegenüber den "Ganztagsschulen" teile ich -nachdem ich letzte Woche einen Vortrag darüber gehört habe- übrigens voll und ganz. Dort wurde über verschiedene Formen von Ganztagsschulen berichtet -und laut den dort vorgetragenen Zahlen und Konzepten würde ich es gewagt finden, die Ganztagsschule als Hausaufgabenersatz zu betrachten..... ist den Richtlinien nach ja auch gar nicht als Ersatz gedacht…. Nur dass die Kids die Aufgaben dann unter „fachmännischer“ Aufsicht erledigen und –wie eric schon geschrieben hat- „Elternpfusch“ vermieden werden soll ;) Wichtig ist meiner Meinung nach auf jedem Fall dass nicht in der Euphorie über die abgedeckte Nachmittagsbetreuung die Bedürfnisse der Kinder in den Hintergrund rutschen…. Mein Jüngster fragte mich neulich erst mit sorgenumwölkter Mine, wann er denn dann überhaupt noch freie Zeit zum Spielen habe, wenn er nächstes Schuljahr auf die weiterführende Schule kommt….. Ich kann nur hoffen dass bei der Detailplanung nicht alleine PISA die Zielsetzung lenkt…. Wowins Erfahrungen mit den engagierten Lehrern die sich im Planungsprozess lernwillig zeigten sind da zumindest ein beruhigender Lichtblick :) Passend zum Hausaufgabenthema ist unsere Zeitung momentan übrigens voll mit Berichten über die aktuellen Gymnasialschüler der 9. Klasse. Durch die Verkürzung von 13 auf 12 Schuljahre hängen diese den Lehrplanvorgaben in einigen Bereichen grad dermaßen hinterher, dass es zu einem "Notbehelfsausbau" der Stundenpläne kam -mit der Konsequenz dass einige Schüler eine 38 Stunden Woche haben!!! Dazu dann ZUSÄTZLICH auch noch Hausaufgaben :o Das finde ich schon recht heftig....abgesehen davon, dass aufgrund der Reform die Schulbücher wohl nicht zum Lehrstoff passen und statt mit Büchern an einigen Schulen hauptsächlich mit Kopien gearbeitet wird. Generell finde ich es ja nicht schlecht dass sich im Schulbetrieb was ändert. Die Veränderungen der letzten Jahre hier in Niedersachsen (Abschaffung der Vorschule, Abschaffung der Orientierungsstufe und Abi nach 12 Jahren) hätten meiner Auffassung nach aber durchaus etwas besser koordiniert werden können. So wie es letztendlich gelaufen ist kam es mir vor, als ob man ein Seil kürzen wollte und dieses dann dadurch erreicht hat, dass man Teile aus der Mitte rausgeschnitten hat…. Aber nun gut…. Eine großangelegte Bildungsdebatte will ich an dieser Stelle gar nicht führen -ich lese mich grade durch das Buch „Die Schule neu denken“ von Hartmut von Hentig und bin daher wohl in bezug auf Schulthemen etwas dünnhäutig (man möge es mir verzeihen ;) ). Wenn ich das Buch durchhabe und meine aktuell anstehenden eigenen „Hausaufgaben“ bewältigt habe komme ich vielleicht nochmal auf die Thematik zurück….. Bis dahin liebe Grüße Nicole Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: Maja am 24. Februar 2008, 02:05:05 So nun hatten wir ja den Elternsprechtag zum Halbjahr, wohlgemerkt 3. Klasse Grundschule, nicht weiterführende Schulen.
Die Lehrer waren sehr nett, die Stimmung sehr gut. Ich sage dann unter anderem im Gespräch mit dem Mathelehrer, dass es mich einfach sehr wundert, dass mein Kind welches ja durchweg (momentan) ein Zweierkandidat ist, oft den ganzen Nachmittag mit Hausaufgaben zubringt. Ich erwähne auch, dass es angeblich lt. Kultusministerbeschluss nicht mehr als 1 Stunde sein sollte und da doch eine erhebliche Diskrepanz besteht. Mir wird geantwortet, dass ich heut die erste Mutter wäre, die das bemängelt. Dies wiederum wunderte mich nun sehr, weil ich ja weiss dass mein Kind nicht das schnellste ist und ich überhaupt erst durch die Aussagen anderer Eltern darauf kam, das anzusprechen ;). Ansonsten hätte ich es allein der "Trödeligkeit" meines Kindes angelastet. Ich geh nach dem Gespräch raus in den Flur wo noch einige andere Eltern warten und sag zu denen, dass angeblich noch keiner was wegen "zuviel" Hausaufgaben gesagt hätte. Die schauen erstaunt und sagen, dass sie das dann doch auch gleich mal ansprechen werden. Ergebnis nach anderthalb Wochen: nach wie vor Hausaufgaben, was ich auch ok finde, aber in erträglicherem Rahmen. Im Übrigen sagte mir der Mathelehrer, dass Hausaufgaben seiner Meinung nach derzeit bei unserem Schulsystem absolut notwendig wären. Zur Übung und Festigung und zum Erlernen des selbstverantwortlichen Umgangs bezüglich des Lernverhaltens. Ja das lass ich nun mal so stehen, wollt nur kurz Info geben ;). LG Maja Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: thommy am 24. Februar 2008, 09:23:12 @Maja
In dem Sinn geb ich dem Mathelehrer völlig Recht. Unter Selbstverantwortung ist dann aber auch zu verstehen, daß das Kind nach 1 - ok bei langsmaen 1 1/2 h - Schluß gemacht wird ;D Wobei, achtest Du darauf, ob es da bestimmte Fächer gibt, die besonders viel Hausaufgaben beinhalten? Das wäre ja auch mal interessant, dann müßte man sich diese Lehrer mal speziell vornehmen. Greez Thommy Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: Sky am 24. Februar 2008, 12:33:39 Hallo,
mein Sohn gehört zu den ersten Schülern die als Versuchskaninchen für das G8 Projekt herhalten müssen .Er geht in die 7 .Klasse des Gymnasiums. Zur Zeit mit 39! Wochenstunden.Dazu kommen dann noch die Hausaufgaben. Zur Zeit haben sie zusätzlich zu den Hausaufgaben im Fach Deutsch eine Hausarbeit auf.Sie sollen ein Buch aus einer Liste von vorgegebenen Büchern aussuchen es lesen und dazu eine Bücherkiste erstellen mit Inhaltsangabe des Buches Angaben zum Autor Optische Außengestaltung der Kiste ,sowie zu jedem Kapitel ein Gegenstand finden und ihn in diese Kiste packen.Dies ist sehr arbeitsintensiv und wird meist aufs WE gelegt. Da er in einer Musikklasse ist ,steht dieses Jahr ein Musical an welches von den Kindern selbst geschrieben wurde. Die Wochenenden sind jeden Samstag und Sonntag ausgefüllt mit Proben.von 11-18 Uhr Zudem hat er nun Konfirmandenunterricht und Keyboardunterricht. Oft hat er keine Zeit mehr seinem geliebten Hobby Fussballspielen nachzugehen. Achja,üben für Arbeiten nicht zu vergessen. Auch die UmgangsWE sind leider nicht lern frei. Alles in allem "schafft" er es in einer Woche locker auf 60 Stunden. Dabei haben wir das Glück das er zu den lernstarken Schülern gehört.Der Stand zum Halbjahr jetzt ist das von 29 Kindern der Klasse 18!versetzungsgefährdet sind..einige davon haben bis zu 5 Fünfer im Zeugnis.... Zahlen die einen nachdenklich machen..Die Schere klafft immer weiter.. Nach dem jetzigen Stand geht es nicht anders als Hausaufgaben aufzugeben,irgendwie muß ja der komprimierte Stoff vertieft werden.Immer mehr wird es Aufgabe der Eltern sein ,das zu leisten.Die Kinder bei welchen die Eltern nicht helfen können,werden auf der Strecke bleiben.. Bei alldem versuche ich ihn von häuslichen Pflichten frei zu halten. Ich habe großen Respekt vor den Leistungen meines Sohnes und seiner Leidensgenossen. LG Sky Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: thommy am 24. Februar 2008, 12:46:58 @Sky
mal abgesehen davon, daß das eh alles zuviel ist. Aber warum muß dann Dein Kleiner zu all dem, was er eh am Hals hat, auch noch Chor und Keyboard und Konfirmation .... besuchen. Und dann jammerst DU, daß für Fußball keine Zeit bleibt. Ich finde, Du überfracht Dein Kind bzw. schaust mit an, wie es das selbst tut. LG, Thommy Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: cmag16 am 24. Februar 2008, 15:01:40 Hallo Sky,
auch mein Sohn gehört zu den G8-ern. Und er geht in die gleiche Klasse wie deiner. Ich muss dir ehrlich sagen, dass wir sonstige Aktivitäten wie Handball oder andere Sport-Aktivitäten rigoros von der Liste gestrichen haben. Jetzt geht er nur noch einmal die Woche Schwimmen (abends, dann sind die HA gemacht). Daneben lernt er ein Musikinstrument. Bei uns sind die WE bei Papa lernfrei - mit allen Vor- und Nachteilen. Vorteil: Endlich mal ein Wochenende wo nichts ist und Nachteil: Das muss alles in der Mama-Zeit erledigt werden. Was zur Folge hat das wir uns für die WE nichts mehr vornehmen. Wir wollen schon seit drei Jahren in den Zoo. Allerdings muss ich feststellen, dass die Kids froh sind auch mal zu Hause nichts tun zu müssen. Demzufolge kann man als Elternteil nur abwägen ab wann es dem eigenen Kind zu viel wird. Und, das muss ich jetzt lernen: Das ist bei jedem Kind anders... Mfg cmag16 Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: Sky am 24. Februar 2008, 16:40:20 @Thommy
Mein Sohn möchte konfirmiert werden. Er besucht die Musikklasse seine Gymasiums.Vorrausetzung hierfür war das Erlernen eines Instrumentes.Zum Keyboard geht er sehr gern und auch da wollte er nicht pausieren, da es ihm Spaß macht. Zu einem Chor geht er allerdings nicht...jedoch zu den Proben für das Musical was Bestandteil bzw .Pflicht ist wenn man eben diese Musikklasse besucht.Durch einen Lehrerwegang wurde das Musical von Klasse 5 auf die Klasse 7 verschoben. Ich jammere nicht . Ich schildere lediglich das, was im Moment (in diesem Halbjahr) bei uns abläuft. Weswegen soll ich Keyboardunterricht und Fussball ganz streichen wenn er es liebt?Dann dürfte er nur noch das machen was ein Muß ist?Könnte nach hinten los gehen. @Cmag16 :thumbup: P.S. das Lernen am UmgangsWE bezieht sich auf z.B. Vokabeln abfragen,also nix was über Stunden geht. J. geht auch abends zum Keyboardunterricht oder Fussball aber er hat auch dreimal in der Woche bis 16.15 Unterricht und muss dann noch HA machen. Mein Sohn hat viel Spaß am Lernen trotz allem und gehört zu den Klassenbesten .Mir tun nur die Kinder leid die auf der Strecke bleiben aus was für Gründen auch immer . Die Eltern eines Klassenkameraden meines Sohnes sind beide Kinder und Jugendpsychologen ,der Vater sogar Schulpsycholge.Beide erzählen von zunehmenden Aggressionen und AutoAggressionen (Fingernägel kauen ,ritzen)sowie die Zunahme von vegetativen Symptomen wie Kopf,Bauchschmerzen,Erbrechen,bei den Kindern ausgelöst durch Überforderung. Das kann es doch nicht sein oder? Gruß Sky Titel: Re: Hausaufgaben sind überflüssig Beitrag von: thommy am 24. Februar 2008, 16:47:44 @Sky
wie ich schon sagte, es gibt zuviel Unterricht und zuviel Hausaufgaben. Was ich nur sagen will ist, daß Kinder nun auch nicht allen Hobbies nachgehen können. 2-3 ist da das Maximum. Und da zähle ich z.B. das Musical klar dazu. D.h. Musikal, Keyboard und max. Fußball reicht voll und ganz. LG, Thomas |